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Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank macht weiter Schlagzeilen, doch nach wie vor nicht mit erwähnenswerten Geschäftserfolgen, sondern wieder nur mit Skandalen und Personalpolitik. Ob es am Bekanntwerden eines ebenfalls strafzahlungsrelevantem sechs Milliarden Dollar schweren Geldwäscheskandals der Bank in Rußland lag oder dem mangelnden Rückhalt auf der jüngsten Hauptversammlung sei dahingestellt. Fakt ist, die Tage der Doppelspitze von Fitschen und Jain sind seit dem gestrigen Sonntag gezählt. Während Jürgen Fitschen bis zur nächsten Hauptversammlung im Mai 2016 im Amt bleiben soll, um einen geregelten Führungswechsel zu ermöglichen, wird Anju Jains Rücktritt bereits Ende diesen Monats wirksam. Ab diesen Zeitpunkt wird dann der 54-jährige John Cryan bis zum Ausscheiden Fitschens als Co-Vorsitzender und darauffolgend als alleiniger Vorstandschef fungieren. Das Experiment Doppelspitze wird nach ca. drei Jahren wieder beerdigt. Nach angeblichen Informationen des Manager-Magazins soll Cryan einen Fünfjahresvertrag erhalten haben.

Frankfurt am Main - Die seit geraumer Zeit skandalgebeutelte und bald chronisch im Krisenmodus befindliche Deutsche Bank führte am Donnerstag, den 21.05. in der Festhalle Frankfurt ihre Hauptversammlung durch, die in weiten Teilen ihres Verlaufs einer Anklageverlesung glich. Bereits im Vorfeld hatten mehrere Fonds und Aktionärsberater die Empfehlung ausgesprochen, dem Vorstand keine Entlastung zu erteilen und nicht mit Kritik an der Unternehmenspolitik gespart. So zum Beispiel die Sprecher von Hermes EOS, Union Investment, Galss, Lewis & Co oder Institutional Shareholder Services (ISS). Nicht einmal personelle Debatten blieben ausgeklammert. Starker Kritik sieht sich die internationale Großbank aber auch seitens der Kleinaktionäre ausgesetzt, die mit einem „squeeze-out“ im Rahmen des Rückzugs aus dem Postbankgeschäft des Instituts konfrontiert sind. Es kam bei der Hauptversammlung auch nicht zu einer zumeist üblichen nahezu einstimmigen Vorstandsentlastung, sondern zu bezeichnenden 39 % Gegenstimmen, welche die Entlastung verweigern wollten. Die kurz vor der Hauptversammlung vorgenommene - mehr als lediglich kosmetischer Eingriff wahrgenommene – Veränderung auf der Vorstandsebene ließ keine stimmungsaufhellende Wirkung beim Aktionärstreffen verspüren.