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Berlin – Nicht zum ersten Mal und sicherlich auch nicht zum letzten Male werden der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Verbände der Molkereiwirtschaft - wie jüngst im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin - die Auswirkungen der derzeitigen Preiskrise diskutiert haben, um gemeinsame Ansatzpunkte zur Verbesserung der Wertschöpfung in der Milcherzeugung zu eruieren. Die Lage auf dem Milchmarkt ist nach wie vor äußerst angespannt, die Erzeugerpreise für die Milchbauern existenzgefährdend. Als Hauptproblemfelder sind gegenwärtig die unzureichende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Milchwirtschaft und die prekäre Liquidität der Milchviehbetriebe auszumachen. Die Verbandsspitzen erwarten sich auf Bundes- und EU-Ebene eine bessere Exportunterstützung mit Blick auf Zugang zu Drittstaaten, fordern darüber hinaus aber auch Initiativen, die zu einer Beendigung des russischen Importembargos führen.

Berlin – Quartalsweise wird mittels einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank das sogenannte „Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar“ ermittelt. Für das aktuelle Barometer befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 2.100 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine weiter verschlechterte wirtschaftliche Stimmungslage in der deutschen Landwirtschaft. Eine angespanntere Liquiditätslage in vielen Betrieben führt zu einem weiteren drastischen Rückgang der Investitionsbereitschaft. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen mit 3,3 Mrd. € weist auf einen erneuten Tiefpunkt hin. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum sind das 1,4 Mrd. €, gegenüber dem Stand von vor zwei Jahren sogar 3,0 Mrd. € weniger. Nur 28 % der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es noch 34 %, vor zwei Jahren 40 %. Die Investitionszurückhaltung betrifft alle Betriebsformen.