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Frankfurt am Main - Die betriebliche Altersvorsorge bereitet den Unternehmen im anhaltenden Niedrigzinsumfeld zunehmend Probleme und wirkt sich negativ auf die Investitionsfähigkeit aus. Dies bestätigen über 9000 Unternehmensantworten einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der feststellt, daß dieses Thema an Brisanz für die Zukunftsfähigkeit der Betriebe zugenommen habe. Die Niedrigzinsphase weist eindeutig zwei Seiten der Medaille auf: der leichteren Bedienung fremdkapitalbasierter Finanzierung steht das Problem der Aufstockung der Pensionsrückstellungen gegenüber, die aufgrund des Ausbleibens der ursprünglich kalkulierten Verzinsung erforderlich werden. Gesamtwirtschaftlich ist jedes dritte Unternehmen in Deutschland derzeit mit diesem Problem konfrontiert. Nach der getätigten DIHK-Umfrage revidiert aufgrund dieser Kostenbelastung jedes zehnte Unternehmen seine Investitionspläne nach unten.

Magdeburg - Anfang diesen Monats erfolgte unter der Bundestagsdrucksachennummer 18/5457 eine 48-seitige Unterrichtung hinsichtlich der Finanzstabilität in Deutschland, indem der diesbezügliche Ausschuß seinen zweiten Bericht abgab. Der Berichtszeitraum belief sich vom April 2014 bis März 2015. Dem Anfang 2013 eingerichteten Ausschuß, der quartalsweise tagt, gehören jeweils drei Vertreter des Bundesministeriums der Finanzen, der Deutschen Bundesbank, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie ein Vertreter der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung an. Laut Einschätzung des Ausschusses haben die Risiken für die Finanzstabilität aus dem makroökonomischen und internationalen Umfeld zugenommen. Als Ausgangspunkt für diverse potentielle Fehlentwicklungen wurden die anhaltend niedrigen Zinsen analysiert. Wobei jedoch auch nicht unerwähnt blieb, daß gleichwie einer fortdauernden Niedrigzinsphase ebenso auch ein abruptes Ansteigen der Kurzfristzinsen die GuV-Rechnungen der Bankinstitute, insbesondere diejenigen von nur kleiner bis mittlerer Größe, spürbar beeinträchtigen würde.

Berlin - Die Griechen haben in einer Volksabstimmung mit ungewöhnlich hoher Beteiligung mit großer Mehrheit Nein zu den Reformauflagen gesagt, von  denen die übrigen Euroländer weitere Finanzhilfen abhängig machen wollten. Haben die Griechen damit bewiesen, daß ihnen letztlich die Freiheit wichtiger ist als das Geld? Mit der Parole haben ihre neuen Führer sie zu der Abstimmung bewegt. Das kann Größe, nämlich Würde, zum Ausdruck bringen. Die kläglichen Erpressungsversuche der Geldgeber haben die Griechen zurückgewiesen. Die Euroretter haben eine deftige Niederlage erlitten. Deren beleidigenden Ratschläge an die vor kurzem gewählte Regierung, doch nicht etwa das Volk um eine Entscheidung zu fragen, sondern zur Vernunft zurückzukehren, haben die Griechen die Abfuhr erteilt, die eine solche Mißachtung des Souveräns, des Volkes, verdient. Der Geist der Demokratie im Lande, aus dem die Demokratie stammt, scheint stärker als die Sorge um das Geld. Das macht Hoffnung -  hoffentlich. Aber das Parlament der Hellenen hat heute in der Nacht den nicht wirklich belastenden Reformvorschlägen der griechischen Regierung zugestimmt.

 

Frankfurt am Main - Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die permanenten Ela-Kredite der EZB für angeschlagene griechische Banken scharf kritisiert und vor einer indirekten monetären Staatsfinanzierung Griechenlands durch die Euro-Notenbanken gewarnt. „Allen Parteien in den gegenwärtigen Verhandlungen sollte klar sein, dass das Eurosystem keine Brückenfinanzierung für Griechenland bereitstellen darf, auch nicht in Vorwegnahme späterer Auszahlungen von Hilfsgeldern“, so der Bundesbank-Chef.

Luxemburg - Der EuGH in Luxemburg entschied wie so häufig gemäß der Rechtseinschätzung des Generalanwalts, daß ein Staatsanleihenkauf zum Zwecke der Euro-Rettung seitens der EZB rechtens sei. Zur Verhandlung über den sogenannten OMT-Mechanismus (Outright Monetary Transanctions) kam es - neben zahlreicher Kritik - aufgrund von etwa 35000 Klagen in Deutschland vor dem Bundesverfassungsgericht, darunter auch vertreten Peter Gauweiler. Im Februar vergangenen Jahres gelangte dann Karlsruhe zu der Ansicht, daß mit dem OMT-Beschluß vom September 2012 eine Kompetenzüberschreitung der EZB stattgefunden habe, da dieser gemäß EU-Vertrag keine eigenständige Wirtschaftspolitik zugestanden sei und die Mitfinanzierung von Staatshaushalten untersagt ist. Der Freiburger Staatsrechtler Dietrich Murswiek - einer der namhaften Kritiker – stellte beispielsweise den OMT-Beschluß mit der Bereitstellung einer kostenlosen Kreditausfallversicherung gleich. In der Geschichte erstmalig gab das Bundesverfassungsgericht in diesem Falle eine Befassung zur Vorabentscheidung an den EuGH, behielt sich allerdings die Letztentscheidung vor. Nicht zuletzt mit Blick auf die Frage, inwieweit der OMT-Mechanismus die Haushaltsrechte des Bundestages beeinträchtigen würde.

Dresden - Im sächsischen Elbflorenz tagt inklusive des illustren Kreises von G 7 und Eurogruppe noch bis Sonntag die vormals als Troika bekannte Runde von Griechenlandgläubigern, konkret IWF, EZB und EU-Kommission, die nun als „Institutionen“ bezeichnet werden, um die weitere Kreditwürdigkeit Griechenlands - ungeachtet, ob es eine solche jemals besessen hat - zu beraten. Für Griechenland steht für den kommenden Monat Juni eine Kreditrückzahlung von 1,55 Mrd. € an den IWF an, 300 Mio. € davon werden bis zum 05.06. fällig, wobei fraglich ist, wie Athen dies stemmen will. Ebenso ist die Auszahlung noch möglicher Kredite in Höhe von  7,2 Mrd. € von einer einvernehmlichen Einigung aller drei Institutionen mit der griechischen Regierung bezüglich deren Reformpolitik abhängig. Am heutigen Freitag schließen die G 7-Vertreter ihren Teil der Beratungen ab, worüber Bundesfinanzminister Schäuble und Bundesbankpräsident Weidmann Bilanz ziehen werden. Zeitgleich befindet sich der wiedergewählte britische Premier David Cameron bei Kanzlerin Merkel in Berlin und ist bemüht, diese für seine EU-Reformpläne zu gewinnen, um einen Austritt seines Landes aus der EU im Zuge eines anstehenden Referendums abzuwenden.

Frankfurt am Main - Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, kurz WEF), eine der bekanntesten Stiftungen, hauptsächlich durch seine alljährlichen Treffen in Davos, hat aktuell einen interessanten Report veröffentlicht, in dem die zahlreichen Autoren aus diversen Unternehmen und Organisationen die Politik auf verschiedene Risiken innerhalb der Finanzmärkte aufmerksam machen. In dem unter der federführenden Moderation des WEF erstellten Bericht stellen die Verfasser fest, daß die Finanzmarktprobleme trotz der QE-Politik der Zentralbanken keineswegs als gelöst anzusehen sind. Diesbezüglich zeigte sich die Privatunternehmer, NGOs, Gewerkschafter sowie auch Banker und Vertreter des öffentlichen Sektors umfassende Plattform erstaunlich einig. Gerade bezüglich der so häufig als systemrelevant dargestellten Bankenlandschaft dürfte das WEF-Papier in seiner Einschätzung als durchaus kompetent einzustufen sein, da auch die seitens der EZB mit der Prüfung aller wichtigen Banken beauftragte Unternehmensberatung Oliver Wyman als Co-Autor fungierte.

Frankfurt am Main - Mario Draghi läßt die EZB die Zinsen nahe der Nulllinie festhalten, das Anleihenankaufprogramm unvermindert fortsetzen und die ELA-Notkredite für Griechenland nach wie vor nahezu wöchentlich ausweiten, aber dennoch verbesserte sich bislang die wirtschafts- und fiskalpolitisch bedenkliche Gesamtsituation ebenso wenig, wie sich die mit dieser Zentralbankpolitik verbundenen Risiken in Luft auflösten. Und obgleich Draghi nicht umhinkommt, einzuräumen, daß weder sein Vorhaben einer Anhebung der Inflation, noch konjunkturpolitisch innerhalb der Eurozone eine seiner Maßnahmen von Fortschritten gekrönt wurden, bekräftigte der EZB-Chef am Donnerstag in Washington, sein seit März diesen Jahres praktiziertes Wertpapierkaufprogramm unvermindert fortsetzen zu wollen. Draghi beteuerte, daß es nach der siebenjährigen Flaute eben noch einige Zeit in Anspruch nehmen würde, ehe die EZB-Programme zum Erfolg führen würden.Geht es nach Mario Draghi, wird die EZB noch bis September 2016 für monatlich 60 Mrd. € auf Einkauftour am Anleihenmarkt gehen. Eine marktverzerrende Wirkung dieser Maßnahme darf als sicher angenommen werden.

Frankfurt am Main - Vom Mittwoch, den 06. bis Freitag, den 08. Mai fand in Karlsruhe Europas größter Stiftungskongress unter dem Motto "Auf dem Weg nach Europa – Stiftungen in Deutschland" statt. Ausrichter war der Bundesverband Deutscher Stiftungen, der größte Dachverband Europas mit mehr als 4000 Mitgliedern bzw. sogar etwa 7000 inklusive der Verbindungen über Stiftungsverwaltungen. Zur Eröffnung begrüßt wurden die rund 1600 Gäste des über 100 Mrd. € repräsentierenden Verbandes in der Karlsruher Stadthalle neben dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Michael Göring noch vom Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Schwerpunktmäßig befaßte sich der Kongreß mit den Fragen eines Beitrags der Stiftungen zu einem stabilen Europa und zur Flüchtlingshilfe. Doch ist es gegenwärtig ausgerechnet eine der maßgeblichsten Institutionen Europas, nämlich die EZB, die dem Stiftungswesen nicht unerhebliche, häufig sogar existenzielle Probleme verursacht.

Frankfurt am Main - Die Angst vor Finanzblasen bzw. deren Platzen ist nicht allein ein Gefühl, daß Wirtschaftsexperten bekannt ist, denn spätestens nach der Finanz- und der Staatsschuldenkrise seit 2007/08 sind die wirtschaftlichen Dominoeffekte die Finanzblasen auslösen können als gesamtgesellschaftliches Problem in ein breiteres Blickfeld geraten. Kreditblasen, Immobilienblasen, Anleiheblasen, Ausweitung der Geldmenge M3 und so fort lauteten die letzten Jahre die diversen Warnmeldungen, die sich wechselseitig aufeinanderfolgten. Zu Übertreibungen und deren Bereinigungen kommt es im Marktgeschehen zwar ständig sowie auch bislang keine der ungesund erscheinenden Entwicklungen gewisser Anlageklassen einem abrupten Crash erlagen, jedoch sind die zum Teil sogar politisch mit zu verantwortenden potentiellen Gefahren über das vergangene halbe Jahrzehnt zu keinem Augenblick mehr zu leugnen gewesen.

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