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Frankfurt am Main - Gold, das glänzende Edelmetall geriet zwar in jüngster Zeit unter Druck, doch bleibt es angesichts der EZB-Druckerpresse dennoch eine Investmentperspektive. Tatsächlich wäre das Zentralbankmandat der Preisstabilität erfüllt, allerdings entwickelte sich in orwell´scher Neusprechmanier eine Deutungsveränderung, die erst bei jährlich ca. 2%iger Kaufkraftentwertung von „stabilen“ Preisen spricht... Die kreative Auslegung des Preisstabilitätsmandats der so deflationsphoben EZB soll seit der Euro-Einführung einen Kaufkraftverlust von gar 30 % zu verantworten haben. Angesichts dessen verwundert es, daß keine namhaften Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt die ketzerische Frage stellen, ob nicht ein klein wenig Deflation geradezu eine Korrektur einer Fehlentwicklung darstellen könnte.

Mittwoch, 10 September 2014 14:09

Gold – Abglanz oder glänzende Perspektive?

Frankfurt am Main - „Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles“, läßt Goethe im Faust Teil I seine Margarethe im Vers 2802 aussprechen. Doch wie verhält es sich heutiger Tage mit dem Edelmetall? Erleben wir den Abglanz des sogenannten „sicheren Hafens“ oder stehen glänzende Zukunftsperspektiven bevor? Im Vergleich zu den gängigen Kriterien und historischen Erfahrungen erscheint Gold derzeit wohl als eines der am wenigsten berechenbaren Investments zu sein. Es mangelt nicht an Krisenherden weltweit und die Notenbanken drohen eine Ölkrise zu verursachen, um ihre Gelddruckerpressen nicht heißlaufen zu lassen, aber dennoch reicht es für das Edelmetall seit geraumer Zeit bestenfalls für Seitwärtsbewegungen aus. Doch während selbst der Ölpreis zur Zeit krisenautistisch keinerlei Anstalten macht zu einer Bullenrallye auszuholen, durchbricht das Gold aktuell charttechnische Unterstützerlinien nach unten. Anläßlich des Septembermonats überrascht diese Entwicklung umso mehr, gilt dieser Monat doch traditionell als saisonaler Faktor für eine bullische Goldentwicklung. Doch selbst im goldenen Monat wurde das Metall mehr versilbert als erworben.

Frankfurt am Main - Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. warnt vor einem breit angelegten Programm der Europäischen Zentralbank zum Kauf von Bankkrediten. "Mario Draghi hat Recht, dass die Zentralbank mit ihren Maßnahmen an ihre Grenzen stößt, wenn die Euro-Staaten nicht die notwendigen Reformen umsetzen. Insbesondere Frankreich und Italien verschleppen die Reformen immer weiter und stellen laufend neue  Forderungen. Das Hauptproblem der Eurozone bleibt aber der Reformrückstau in Paris und Rom. Beide Regierungen erhalten auf den Märkten nur deshalb bessere Konditionen für 10jährige Staatsanleihen, weil in den Augen der Investoren Deutschland bürgt. Das gleiche gilt für die EZB-Programme. Deshalb darf die Haftung Deutschlands für die Schulden und die Reformunfähigkeit in Europa nicht überdehnt werden, auch nicht durch die EZB", unterstrich Kurt Lauk, Präsident des Wirtschaftsrates der CDU e.V..

Frankfurt am Main - Das bankenpolitische Dreisäulenmodell aus Privatbanken, öffentlich-rechtlichen und Genossenschaftsbanken scheint außerhalb Deutschlands nie so richtig verstanden worden zu sein. Und obwohl es als eine der wesentlichen Erfolgssäulen im Deutschen Wirtschaftsgetriebe angesehen werden darf, wurde es nicht selten seitens der internationalen Finanzwelt, aber auch durch die Brüsseler EU-Politik torpediert. Die bundesrepublikanische Politik ließ es an Rückendeckung zumeist vermissen, obgleich doch insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sparkassen oder die genossenschaftlich organisierten Banken aufgrund ihrer Bedeutung für die Kreditversorgung des jeweils regionalen Mittelstandes wesentlich zur gesunden Vielfalt diverser unternehmerischer Größenstrukturen in Deutschland beitrugen. Über Jahrzehnte waren in dieser Erkenntnis verankert daher  betreffend der Rechtsform der Anstalt des öffentlichen Rechts die Gewährträgerhaftung und Anstaltslast ein empirisch bewährtes Haftungssystem gemäß dem deutschen öffentlichen Verwaltungsorganisationsrecht. Zumindest solange bis eine Beihilfe-Klage der EU-Kommission vor dem EuGH Deutschland die Abschaffung dieses Haftungssystems aufzwang.

Frankfurt am Main - Mario Draghi senkte den EZB-Leitzins erneut auf ein historisches Rekordtief mit nun 0,05 %. Darüber hinaus wurde der Strafzins für Kapital, das die Banken bei der Notenbank hinterlegen erhöht sowie auch der zentralbankseitige Ankauf von ABS-Papieren angekündigt wurde. Es erscheint allerdings kaum vorstellbar, daß der Gouverneursrat der Bank ernsthaft davon ausgeht, mit seiner Entscheidung, den Leitzins um 0,1 Prozent zu senken, spürbare Effekte zu erzielen. Vielmehr zeigt sich doch schon längst, daß die Zentralbank ihr Pulver zinspolitischer Maßnahmen bereits verschossen hat. Hinsichtlich des negativen Einlagenzins und dem Aufkauf verbriefter Kredite wurde sogleich Kritik laut, ob der Gefahren eines Durchreichens des Kostendrucks auf die Sparer und bezüglich der ABS-Papiere mit Blick auf eine evtl. marktwirtschaftlich ungesunde Konkurrenz zu den institutionellen Anlegern am Markt. Beispiele aus der Schweiz oder aus Dänemark sind vorhanden, wo negative Zinsen durch Erhöhung von Kontogebühren und Kreditkosten ausgeglichen wurden.

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich einmal mehr nicht als Problemlöserin, sondern als Problemverursacherin betätigen. So strebt sie Presseberichten zufolge an, künftig neben den Staatsanleihen der Krisenstaaten auch Verbriefungen kaufen zu wollen, damit die Banken der Euro-Länder angeregt werden, Kredite an Unternehmen zu vergeben. Die Kreditverbriefungen, in der Finanzsprache Asset Backet Securities (ABS) genannt, gelten Experten zufolge als finanzielle Massenvernichtungswaffen. Für das Projekt hat sich die EZB offenbar den größten Vermögensverwalter der Welt, das Unternehmen Blackrock, als Berater gesichert.Blackrock verwaltet insgesamt 4,4 Billionen Dollar.

Dienstag, 26 August 2014 16:04

Die EZB verschärft die Eurokrise

Frankfurt am Main - Die Politik des billigen Geldes und der angeworfenen Notenpresse hat die Eurokrise nicht lösen können – im Gegenteil! Sie hat sie verschärft und verzögert, auch wenn das so offensichtlich noch nicht bemerkt wird. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrer fahrlässigen Politik eine Entwicklung in Gang gesetzt, die das Zusammenbrechen der Euro-Zone schon sehr bald zur Folge haben könnte. Banken können sich derzeit im Rahmen der Politik des billigen Geldes refinanzieren und damit hochverzinsliche Staatsschulden der Krisenstaaten kaufen. Sollte nun eine Bank erneut ins Straucheln geraten, drohen auch den Staatsanleihen starke Verluste.

Brüssel - Gemäß den Plänen der Europäischen Union sollen künftig sämtliche Banken der Eurozone, deren Bilanzsumme mehr als 30 Mrd. € bzw. 20 % der jeweiligen Landeswirtschaftsleistung ausmacht, von der EZB überwacht werden. Dergestalt fallen bis zu 200 Banken unter die direkte Kontrolle der EZB. Ab Herbst diesen Jahres beginnt diese gemeinsame Bankenaufsicht im Rahmen der sogenannten europäischen Bankenunion. Kerngehalt dieser Bankenunion ist eine vergemeinschaftete Finanzmarktaufsicht, ein gemeinsames Einlagensicherungssystem sowie eine gemeinsame Sanierung oder ggf. auch Abwicklung von Banken. Die im Rahmen dieser Bankenunion geltenden Haftungsregeln treten beim Haftungsweltmeister Deutschland aufgrund eines jüngsten Beschlusses der Bundesregierung bereits am 01. Januar 2015 und somit ein Jahr früher als in den übrigen EU-Ländern in Kraft.

Frankfurt am Main - Noch vor einigen Wochen wäre der Banco Espirito Santo (BES) eine zufriedenstellende Analyse ausgestellt worden und immerhin sind EZB-Prüfer auch am portugiesischen Bankenmarkt zu Werke, die Bücher zu sichten, ohne daß jedoch die Alarmglocken zu vernehmen gewesen wären. Stets werden die Probleme erst dann sichtbar, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Und selbst als die BES-Krise geradezu im sprichwörtlichen Sinne virulent zu werden drohte, spielte der portugiesische Ministerpräsident Pedro Passos Coelho die Problematik noch herunter, indem er behauptete, das angeschlagene Institut habe ausreichend Kapital für seinen Schuldendienst. Kaum war dieser Zweckoptimismus ausgesprochen, mußte die Krisenbank mit fast fünf Milliarden Euro europäischem Rettungsgeld unterstützt werden. Dies erhöhte weder das Vertrauen der Sparer in die Maßnahmen der politischen Krisenprophylaxe noch das Vertrauen der Banken untereinander.

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