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Samstag, 20 Februar 2016 08:28

FinTech-Standort Deutschland

Berlin – FinTech ist der Sammelbegriff für die Neu- bzw. Weiterentwicklung von modernen technologischen Anwendungssystemen im bislang von den klassischen Bankinstituten dominierten Finanzdienstleistungsbereich. Seit erst wenigen Jahren versuchen sich junge FinTech-Startups darin, den traditionellen Finanzhäusern Marktanteile abzunehmen, indem sie auf den Wettbewerbsvorteil abzielen, ihre Geschäfte ohne Banklizenz betreiben zu können und somit die hohe Markteintrittshürde der Bankenregulierung umgehen. Aus Gesichtspunkten des Verbraucherschutzes ist dies keineswegs unumstritten. Die Investitionen in FinTech-Unternehmen belaufen sich auf weltweit inzwischen zweistellige Milliardenbeträge, wobei die USA mit einem Anteil von etwa 60 % eine führende Stellung einnehmen. Ebenso wie Großbritannien, das ca. die Hälfte des „FinTech 50“-Rankings aus dem Jahr 2014 auf sich verbuchen konnte. Deutschland hingegen kommt bislang nicht einmal auf einen Anteil von nur einem Prozent aller Investitionen. Dennoch sind die deutschen Banken bemüht, sich dieser Entwicklung zu stellen.

Berlin – Auf dem Neujahresempfang vor Journalisten in Berlin hat Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, die wichtigsten Herausforderungen für den Bankensektor im Jahr 2016 skizziert und insbesondere das Thema Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Banken angesprochen. Dabei wurde das Bild eines dramatischen und einschneidenden Jahres 2015 gezeichnet, verbunden mit einem Ausblick auf 2016, das aufgrund der nicht bewältigten Herausforderungen des letzten Jahres - so wörtlich – keine „Atempause“ gönnen werde. Geopolitische Krisen wie auch Friktionen innerhalb der EU belasten das Wirtschaftsklima.  Unsichere Regierungsbildungen in Südeuropa, Reformstau in Frankreich, anhaltende Schwierigkeiten in Griechenland, militärische Auseinandersetzungen im Mittleren Osten und die ungelöste Flüchtlingskrise ließen die Banken nicht unberührt und schließen ein „Business as usual“ aus. Die Wettbewerbssituation der Banken in Deutschland wird von der Branche als zunehmend schwieriger eingestuft.

Magdeburg - Die Digitalisierung schreitet in allen Bereichen unaufhaltsam voran, und die Gesellschaft ist gefordert, zu erkennen zu versuchen, wo sich Vorteile und wo sich die möglichen Nachteile lokalisieren lassen. Neben multimedialen Bildungskonzepten bestimmt aktuell auch die Debatte der Digitalisierung der Finanzwelt zunehmend die öffentliche Debatte, die dahingehend geführt wird, inwiefern der Finanzplatz Deutschland womöglich innovationsperspektivisch diesbezüglich ins Hintertreffen geraten könnte. Die Diskussion darüber kreist in erster Linie nicht um das interne IT-Management der klassischen Bankhäuser, sondern vielmehr um externe Dienstleister bzw. gar als Konkurrenz agierende Start-up-Unternehmen, die mit speziellen Produkten wie Kontoführungs-Apps und diversen digitalen Ablaufoptimierungen den Marktzugang suchen. Als subsumierender Fachterminus ist dabei von FinTechs in Politik, Wirtschaft und Medienbranche die Rede.