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Berlin – Angesichts der nicht enden wollenden Flüchtlingskrise rückt das Thema eines nationalen Grenzschutzes innerhalb des Schengen-Raums zunehmend in den Fokus. Und ebenso das konzeptionslose Versagen ausnahmslos aller im Bundestag vertretenen Parteien, die Grenzen gegen weitere illegitime Überschreitungen von Asylbewerberströmen zu sichern. Doch ausgerechnet die Führungsriege der sich als Alternative bezeichnenden AfD lieferte gegenüber der bekanntermaßen wenig objektiven Mainstream-Presse in dieser Frage alles andere als einen professionell versierten Kompetenzbeweis. Auf ihre Vorstellungen zum Schusswaffengebrauch im Rahmen der Grenzsicherung angesprochen, gab man sich gemessen an der Bedeutung eines solchen Themas sehr unüberlegt. Sich auf diese Frage im Sinne einer Befürwortung des Schusswaffengebrauchs überhaupt einzulassen, wenn im Kontext von Kindern die Rede ist, wie bei Beatrix von Storch der Fall, oder der hypothetischen Frage, wenn „ein Flüchtling“ den von Parteichefin Petry geforderten „Grenzzaun überstiegen hat“ - als ob angesichts solcher Szenarien keine anderen dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz entsprechenden Möglichkeiten der Abwehr bestünden - stellt keinen politisch seriösen Qualitätsbeweis dar.

Berlin – Der erst jüngst offiziell in den Ruhestand verabschiedet ifo-Chef Prof. Hans-Werner Sinn bezeichnete anlässlich der Sitzung des VDMA-Hauptvorstands die Flüchtlingsfrage als aus seiner Sicht aktuell größte politische Herausforderung, angesichts der jedoch die Politik in einer Schockstarre verharre und die Orientierung verloren habe. Sinn, der zwar keineswegs als ein radikaler Zuwanderungsgegner gilt, kritisierte das aktuelle Vorgehen der Bundesregierung heftig und warf den handelnden Personen mangelndes ökonomisches Grundverständnis und eine fehlende Verantwortungsethik vor. Sinn prognostizierte zusammenfassend eine starke Einwanderung in das deutsche Sozialsystem und aufkommende Verteilungskonflikte, insbesondere zwischen bereits hier lebenden sozial schwachen Haushalten und neuen Flüchtlingen. Konkret fordert er von der Politik mehr Entwicklungshilfe vor Ort in den Krisenländern, eine Verteilungsquote in Europa, Transitlager an den EU-Außengrenzen, und eine rigide Rückführungspolitik im Mittelmeerraum und ein Punktesystem zur Positivauswahl von Migranten.