www.derfflinger.de

Straßburg - Der zurückliegende AfD-Bundesparteitag hat die Partei in Aufruhr versetzt. Der geschlagene Ex-Vorsitzende Bernd Lucke ist mittlerweile ausgetreten und trägt sich mit dem Gedanken, eine neue Partei zu gründen. Er lehne die Ansichten, die in der Partei offenbar mittlerweile mehrheitsfähig sind, aus tiefster Überzeugung ab. Er wolle sich nicht als „bürgerliches Aushängeschild“ der Partei missbrauchen lassen. Nach der Wahl sind nur noch zwei der 13 Bundesvorstandsmitglieder dem wirtschaftsliberalen Flügel zuzuordnen.

Köln - Am Dienstag wies das Bundesschiedsgericht der AfD die Initiatoren der Parallelorganisation „Weckruf 2015“ an, ihren Verein umgehend aufzulösen. Die Gruppierung wurde vor einiger Zeit von Anhängern des wirtschaftsliberalen Flügels um Parteichef Bernd Lucke und den Europaabgeordneten Hans-Olaf Henkel ins Leben gerufen, um Unterstützer für deren Kurs zu sammeln. Lucke hatte es immer wieder in Abrede gestellt, mit dem „Weckruf“ eine Parteispaltung zu betreiben.

Frankfurt am Main - Die Konflikte in der AfD haben ein Stadium erreicht, in denen es mit der jetzigen Führung keine nachhaltig wirksamen Kompromisse zwischen dem liberal-konservativen Flügel um Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel und dem freiheitlich-patriotischen Flügel um Björn Höcke und Alexander Gauland mehr geben kann. Die Hauptschuld an dieser dramatischen Entwicklung trägt nach meiner Auffassung Lucke, der es nicht verstanden hat und ganz offensichtlich auch nicht verstehen will, dass es die Aufgabe eines Parteiführers ist, integrierend und nicht polarisierend zu wirken.

Berlin - Der Umgang innerhalb der AfD wird immer sonderbarer. Nach zahlreichen Skandalen, innerparteilichen Affären und gegenseitigen Verleumdungen hat der AfD-Vize Hans-Olaf Henkel seinen Rückzug aus dem Bundesverstand der Partei verkündet. Besonders für Bundessprecher Bernd Lucke dürfte das eine empfindliche Schwächung bedeuten, galt Henkel doch als einer seiner prominentesten Unterstützer. Beide gehören dem wirtschaftsliberalen Flügel der AfD an und lehnen sämtliche Kontakte der Partei zu nationalen, patriotischen oder islamkritischen Gruppen vehement ab.

Straßburg - Mit ihm wollte die AfD ihre internationale und europapolitische Kompetenz unter Beweis stellen: Hans-Olaf Henkel. Der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) hat aber offenbar die Lust an der Politik verloren. Seit Monaten glänzt er in Straßburg und Brüssel durch Abwesenheit. Die ersten beiden Monate des laufenden Jahres weilte er fast ausschließlich in Chicago, seit März macht er mit seiner Frau einen Amazonas-Trip. Erst im Laufe des Aprils wird er zurückerwartet. Man darf gespannt sein, wohin es ihn dann verschlägt – sicher nicht in die „Niederungen“ des Europäischen Parlaments.

Berlin - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat jeglichen Überlegungen, die eine Rückkehr der Griechen zur Drachme vorsehen, eine Absage erteilt. „Die Europäische Kommission vertritt die Auffassung: Es wird niemals einen Grexit geben“, so Juncker in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“. „Das Land ist und bleibt Mitglied der Währungsunion.“

Hamburg - Auf Anhieb 6,1 Prozent im roten Hamburg, der erste Parlamentseinzug in einem westdeutschen Bundesland – eigentlich hätte die AfD allen Grund, die Sektkorken knallen zu lassen und sich zu freuen. Doch auf der Führungsebene ist man sowohl in Hamburg als auch im Bund enttäuscht. Ganz nach dem Motto: Es wäre mehr drin gewesen.

Magdeburg - Die AfD wird weiterhin von internen Problemen geplagt. Nachdem der Vizevorsitzende Hans-Olaf Henkel öffentlich kundtat, dass er sich für einen Teil der Mitgliedschaft schämt, hatte ihn sein Stellvertreterkollege Alexander Gauland dafür heftig kritisiert. Nicht ohne Grund vermuten Beobachter der Partei einen drohenden Machtkampf zwischen dem wirtschaftsliberalen Flügel um Henkel und dem eher konservativen Flügel um Alexander Gauland.

Seite 1 von 2