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Berlin - Im Windschatten transatlantischer Vorgaben schlagen bundesdeutsche Außenpolitiker markigere Töne an. In einem PR-Projekt des Auswärtigen Amtes, das am heutigen Dienstag mit einer per Livestream übertragenen Auftaktveranstaltung offiziell gestartet wird, plädieren sie unverblümt für eine „neue Abschreckungspolitik gegenüber Rußland” und sagen dem „Vielvölkerstaat” wegen separatistischer Bestrebungen in einigen Regionen eine „Zerreißprobe” voraus. Auch „Kunst-Staaten” wie Mali seien „nicht stabilisierbar”; sie sollten deshalb „gesprengt” werden, schreibt ein emeritierter Professor der Münchner Bundeswehr-Universität in einem Beitrag für „Review 2014”.

Das Projekt zielt nach eigenem Eingeständnis darauf ab, die öffentliche Diskussion über die Berliner Außenpolitik zu intensivieren. Beklagt wird in diesem Zusammenhang ausdrücklich, in der Bundesrepublik sei „eine pazifistische Ideologisierung” festzustellen, die sich „wie Mehltau über die außenpolitische Handlungsfähigkeit” lege.