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Magdeburg - Bis zum 31. November ist in der „Kleinen Galerie“ die Ausstellung „Rhythmen“ zu besuchen, die einen der bekanntesten Bestandteile der Bibel in weltlicher Darstellung vergegenwärtigt. Mit dem Thema „Hohelied der Liebe“ überträgt der Künstler Peter Weidl Motive des Alten Testaments in die Neuzeit und orientalische Darstellung in das Abendland. Er bedient sich daher Tuschezeichnungen, Aquarelle und Skulpturen. Als selbstgesetzte Zielstellung gibt der Künstler an, das Allgemeingültige aus den Bibelversen herausgearbeitet haben zu wollen. Offensichtlich versteht er unter dem Allgemeingültigen das Wesentliche, auf dessen Kern der Künstler die Darstellung der Verse in seiner Gestaltungssprache entkleiden will. Die maximale Reduktion ist eines der beiden Hauptmerkmale der Werke Weidls. Das zweite Gestaltungselement, dessen er sich bedient, ist die Bewegung. Dem Künstler gelingt es dadurch, passend zum Motiv der Liebe, einer lebenswirklichen Spannung zwischen zwei gegensätzlichen Polen Ausdruck zu verleihen. Durch die angewandte Technik gewinnen seine Kunstwerke einerseits etwas sehr Dynamisch-Kraftvolles, aber wirken andererseits gleichzeitig auch äußerst fragil. Attribute, die beide ungeschmälert der Liebe zugeschrieben werden können. Entgegen der in den Bibelversen durchklingenden, opulenten, orientalischen Üppigkeit entspricht Peter Weidls Prinzip der Reduktion der analytischen Weltschau des europäischen Abendlandes, die im faustischen Geist zu erkennen trachtet, was die Welt im Innersten zusammenhält.