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Frankfurt am Main - Trotz zahlreicher teurer Maßnahmen bekommt die Europäische Zentralbank (EZB) die vermeintlich zu niedrige Inflation nicht in den Griff. Laut EZB-Chef Mario Draghi sollen künftig weitere Instrumente genutzt werden. Auch die Geldschleusen könnten noch weiter geöffnet werden. Draghi sagte dazu vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments: „Wir müssen weiter auf der Hut sein, was Abwärtsrisiken für unseren Inflationsausblick angeht.“

Donnerstag, 23 Oktober 2014 19:11

EZB beginnt mit Pfandbrief-Käufen

Frankfurt am Main - Heimlich, still und leise hat die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang der Woche mit dem Ankauf von Pfandbriefen, sogenannten Covered Bonds, begonnen. Nach Angaben der Agentur Bloomberg soll es sich dabei um französische Papiere mit kurzer Laufzeit von der Société Générale und BNP Paribas sowie spanische Pfandbriefe handeln. Die Zentralbank selbst wollte sich zum Volumen der Käufe und zur Herkunft der Papiere bislang nicht äußern.

Frankfurt am Main - Wenn sich der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag mit dem 2012 aufgelegten EZB-Anleihekaufprogramm „Outright Monetary Transaction“ (OMT) befasst, betritt er juristisches Neuland, denn erstmals leisten die Luxemburger Richter Amtshilfe für ein nationales Verfassungsgericht bei der Auslegung europäischen Rechts.

Frankfurt am Main - Die Pläne des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, Ramschanleihen der europäischen Krisenstaaten aufkaufen zu wollen, geraten zunehmend in die Kritik. Der Chef der Bundesbank, Jens Weidmann, warnt davor, dass der Aufkauf dazu führen könnte, dass Kreditrisiken „auf die Notenbank und damit den Steuerzahler verlagert“ werden.

Neapel - Die Tagung des EZB-Rats in Neapel hat am 02. Oktober genau die vorab von vielen namhaften Ökonomen befürchteten Ergebnisse zu Tage gefördert. Bundesbankpräsident Jens Weidmann wurde - wie abzusehen war – von seinen Ratskollegen überstimmt. Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand, in welchem Maße die EZB abgesehen von der Dauerniedrigzinspolitik ihr angekündigtes Ankaufprogramm von Kreditverbriefungen gestalten möchte. In der anschließenden Pressekonferenz teilte EZB-Präsident Mario Draghi mit, daß bereits Mitte Oktober mit dem Ankauf von Pfandbriefen begonnen und im Verlaufe des vierten Quartals der Ankaufstart von Kreditverbriefungen nachfolgen werde. Der Umfang des beschlossenen Programms ist enorm, möchte doch Mario Draghi innerhalb von nur zwei Jahren die gigantische Summe von bis zu einer Billion Euro in den Markt pumpen. Inflationsgefahren fürchtet Draghi nicht, da er vielmehr bestrebt ist, eine solche dezidiert zu importieren. Gegenüber dem Dollar hat der Euro in den letzten fünf Monaten bereits rund zehn Prozent an Wert verloren.

Frankfurt am Main - Der Euro wertet im Vergleich zum Dollar stetig ab, was Mario Draghi von der EZB Freunde bereiten dürfte, erhofft sich dieser dadurch Rückenwind für die Exportwirtschaft. Doch so mancher Ökonom beurteilt die währungspolitische Situation etwas kritischer. Derzeit steht der Euro bei 1,26 $, erreichte jedoch am gestrigen Tage bereits seinen Zweijahrestiefststand unterhalb dieser Marke, den er ohne die negativen US-Daten vermutlich nicht verlassen hätte. Und beurteilt man die vergangene Entwicklung, dürfte dieser Euro-Abwertungstrend sich noch einige Zeit verfestigen. Dieser Trend ist nicht allein aus der Retrospektive herzuleiten, sondern vielmehr aus den abzuleitenden Zukunftsprognosen der Absichtserklärungen bzw. Andeutungen der Zentralbanker. Während EZB-Präsident Mario Draghi bis 2016 zinspolitisch an der Null-Linie entlang fahren möchte, wird jenseits des großen Teichs eine gegenläufige Entwicklung angenommen. Die US-Notenbank, war zu vernehmen, zielt zwischen März und Juli 2015 auf eine erste Zinsanhebung ab. China und Japan schlagen vermutlich den Weg einer weiteren Niedrigzinspolitik gleich der EZB ein, im Gegensatz zu Großbritannien, wo wiederum eine Zinsanhebung erwartet wird.

München - Wenn der renommierte Wirtschaftswissenschaftler und Chef des ifo-Instituts Hans-Werner Sinn sich zu aktuellen Entwicklungen der Weltwirtschaft äußert, wird das vielerorts sehr ernst genommen. Er gilt trotz seiner einflussreichen Stellung als Querdenker, der sich auch nicht scheut, heilige Kühe zu schlachten. So hat er bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass der Euro nicht zum Götzen erhoben werden dürfe und es durchaus legitim sei, darüber nachzudenken, den Euro zu verlassen.

Mittwoch, 17 September 2014 22:06

Droht nun Schrottpapierkauf durch EZB?

Frankfurt am Main - Die EZB-Politik hat zwar in Bezug auf die europäische Staatsschuldenkrise bislang nicht wesentlich mehr erreicht, als den südeuropäischen Pleitestaaten, wie beispielsweise Portugal oder allen voran Griechenland die Platzierung weiterer Staatsanleihen, sprich die Fortsetzung ihrer Schuldenpolitik zu ermöglichen, doch holt sie dennoch erneut zu einer großen Finanzmarktrettungsaktion aus, um die Bankbilanzen, die sie eben erst in Folge ihrer sog. „Streßtests“ sichtete, zu entlasten. Offenbar war das, was man dabei zu Gesicht bekam so wenig sehenswürdig, daß man sich zu weiteren bankenpolitischen Sanierungsprogrammen genötigt sah, wenngleich doch Sinn und Zweck der wie Sauerbier angepriesenen europäischen Bankenunion nicht permanente Rettungsaktionen, sondern geordnete marktgerechte Abwicklungen sein sollten. Vermutlich ist Letzteres aber aller Ankündigungsrhetorik zum Trotz nicht so einfach, nachdem versäumt wurde, die „too big to fail“-Systemrelevanz durch Schaffung kleinerer Einheiten zu beseitigen. Hat sich also zu 2008 nichts geändert, mit Ausnahme, daß ein Großteil des Pulvers für Rettungsmaßnahmen verschossen wurde?

Frankfurt am Main - Gold, das glänzende Edelmetall geriet zwar in jüngster Zeit unter Druck, doch bleibt es angesichts der EZB-Druckerpresse dennoch eine Investmentperspektive. Tatsächlich wäre das Zentralbankmandat der Preisstabilität erfüllt, allerdings entwickelte sich in orwell´scher Neusprechmanier eine Deutungsveränderung, die erst bei jährlich ca. 2%iger Kaufkraftentwertung von „stabilen“ Preisen spricht... Die kreative Auslegung des Preisstabilitätsmandats der so deflationsphoben EZB soll seit der Euro-Einführung einen Kaufkraftverlust von gar 30 % zu verantworten haben. Angesichts dessen verwundert es, daß keine namhaften Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt die ketzerische Frage stellen, ob nicht ein klein wenig Deflation geradezu eine Korrektur einer Fehlentwicklung darstellen könnte.

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