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Frankfurt am Main - Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. warnt vor einem breit angelegten Programm der Europäischen Zentralbank zum Kauf von Bankkrediten. "Mario Draghi hat Recht, dass die Zentralbank mit ihren Maßnahmen an ihre Grenzen stößt, wenn die Euro-Staaten nicht die notwendigen Reformen umsetzen. Insbesondere Frankreich und Italien verschleppen die Reformen immer weiter und stellen laufend neue  Forderungen. Das Hauptproblem der Eurozone bleibt aber der Reformrückstau in Paris und Rom. Beide Regierungen erhalten auf den Märkten nur deshalb bessere Konditionen für 10jährige Staatsanleihen, weil in den Augen der Investoren Deutschland bürgt. Das gleiche gilt für die EZB-Programme. Deshalb darf die Haftung Deutschlands für die Schulden und die Reformunfähigkeit in Europa nicht überdehnt werden, auch nicht durch die EZB", unterstrich Kurt Lauk, Präsident des Wirtschaftsrates der CDU e.V..

Frankfurt am Main - Mario Draghi senkte den EZB-Leitzins erneut auf ein historisches Rekordtief mit nun 0,05 %. Darüber hinaus wurde der Strafzins für Kapital, das die Banken bei der Notenbank hinterlegen erhöht sowie auch der zentralbankseitige Ankauf von ABS-Papieren angekündigt wurde. Es erscheint allerdings kaum vorstellbar, daß der Gouverneursrat der Bank ernsthaft davon ausgeht, mit seiner Entscheidung, den Leitzins um 0,1 Prozent zu senken, spürbare Effekte zu erzielen. Vielmehr zeigt sich doch schon längst, daß die Zentralbank ihr Pulver zinspolitischer Maßnahmen bereits verschossen hat. Hinsichtlich des negativen Einlagenzins und dem Aufkauf verbriefter Kredite wurde sogleich Kritik laut, ob der Gefahren eines Durchreichens des Kostendrucks auf die Sparer und bezüglich der ABS-Papiere mit Blick auf eine evtl. marktwirtschaftlich ungesunde Konkurrenz zu den institutionellen Anlegern am Markt. Beispiele aus der Schweiz oder aus Dänemark sind vorhanden, wo negative Zinsen durch Erhöhung von Kontogebühren und Kreditkosten ausgeglichen wurden.

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich einmal mehr nicht als Problemlöserin, sondern als Problemverursacherin betätigen. So strebt sie Presseberichten zufolge an, künftig neben den Staatsanleihen der Krisenstaaten auch Verbriefungen kaufen zu wollen, damit die Banken der Euro-Länder angeregt werden, Kredite an Unternehmen zu vergeben. Die Kreditverbriefungen, in der Finanzsprache Asset Backet Securities (ABS) genannt, gelten Experten zufolge als finanzielle Massenvernichtungswaffen. Für das Projekt hat sich die EZB offenbar den größten Vermögensverwalter der Welt, das Unternehmen Blackrock, als Berater gesichert.Blackrock verwaltet insgesamt 4,4 Billionen Dollar.

Dienstag, 26 August 2014 16:04

Die EZB verschärft die Eurokrise

Frankfurt am Main - Die Politik des billigen Geldes und der angeworfenen Notenpresse hat die Eurokrise nicht lösen können – im Gegenteil! Sie hat sie verschärft und verzögert, auch wenn das so offensichtlich noch nicht bemerkt wird. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrer fahrlässigen Politik eine Entwicklung in Gang gesetzt, die das Zusammenbrechen der Euro-Zone schon sehr bald zur Folge haben könnte. Banken können sich derzeit im Rahmen der Politik des billigen Geldes refinanzieren und damit hochverzinsliche Staatsschulden der Krisenstaaten kaufen. Sollte nun eine Bank erneut ins Straucheln geraten, drohen auch den Staatsanleihen starke Verluste.

München - Der renommierte Chef des Münchner ifo-Instituts Prof. Hans-Werner Sinn, der jüngst mit „Die Target-Falle“ auch als Fachbuchautor auf sich aufmerksam machte, entwickelt sich immer mehr zu einem personifizierten Widerspruch zur gegenwärtigen Bundes- und Europapolitik. Sinn, der von Anfang an Kritik an der Euro-Rettungspolitik übte, verurteilt die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) unter Mario Draghi scharf. Die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen, die in keiner Weise eine marktgerechte Entwicklung darstellen, bezeichnet der erfahrene Ökonom als einen strukturpolitischen Fehlanreiz, der unrentable Unternehmungen im Markt hält und einen Strukturwandel behindert. Zudem prophezeit Sinn eine dadurch induzierte Fortsetzung der Schuldenwirtschaft sowohl auf staatlicher, als auch auf Bankenebene. Mit Blick auf die Privathaushalte sieht er zudem die Gefahr, durch billiges Geld eine gefährliche Schieflage im Immobiliensektor einzuleiten.

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