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Berlin – Die Situation landwirtschaftlicher Betriebe hat sich seit Jahren verschlechtert und insbesondere für Schweinezüchter und Milchbauern ist die derzeitige Entwicklung oftmals sogar als existenzgefährdend zu bezeichnen. Insbesondere Letztgenannte benötigten politische Entlastungsprogramme, die deren Einkommens- und Liquiditätsprobleme zu beheben hülfen. Dies bestätigte auch Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), der auf dem Landesbauerntag in Sachsen-Anhalt von einer Marktkrise sprach und Bürgschaftsprogramme, steuerliche Entlastungen, Nachbesserungen im Kartellrecht sowie ein konsequenter Abbau von Bürokratie forderte. Der Bauernverbandspräsident Rukwied warnt vor Strukturbrüchen und verweist auf Wertschöpfungsverluste, die sich mittlerweile auf mehrere Milliarden Euro beliefen. Neben dem Lebensmitteleinzelhandel, der mit seiner Niedrigpreisstrategie bei Lebensmitteln die Grundlage der bäuerlichen Landwirtschaft in Deutschland gefährdet, kann auch das Freihandelsabkommen TTIP zum Problem für die deutsche Landwirtschaft werden.

Dienstag, 01 März 2016 23:28

MIV-Milchgipfel in Brüssel

in Politik

Brüssel – Vergangene Woche fand in der bayerischen Vertretung in Brüssel mit mehr als 200 Teilnehmern der Branche nebst hochrangigen Vertretern aus EU-Kommission und EU-Parlament der MIV-Milchgipfel statt. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion debattierten der MIV-Vorsitzende Peter Stahl, der bayerische Staatsminister Helmut Brunner, der stellvertretende Generaldirektor der GD AGRI (Kommission) Joost Korte, MdEP Ulrike Müller und MdEP Herbert Dorfmann über das Thema „Die Europäische Milchwirtschaft im Spannungsfeld globaler Entwicklungen“. Auch wenn allgemein eine Rückkehr zur Milchquote abgelehnt und vielmehr die  Marktteilnehmer in die Verantwortung genommen wurden, privatwirtschaftliche Lösungen zu finden, wurde dennoch die Notwendigkeit politischer Rahmenbedingungen betont. Einige Landwirte unter den Teilnehmern wiesen den Vorwurf von sich, Ursache der Überproduktion zu sein, da beispielsweise in gewissen Regionen eine Ausweitung der Produktion aufgrund der geographischen Begebenheiten gar nicht möglich sei. Darüber hinaus machten diese deutlich, zusammen mit den Molkereien auch die Last von politischen Beschlüssen wie dem Russland-Embargo zu tragen.

Berlin – Einer aktuell verabschiedeten Erklärung des deutschen Bauernverbandes ist in wesentlichen Punkten die Einschätzung der gegenwärtigen Entwicklung des Agrarsektors und die Forderung der deutschen Landwirtschaft an die nationale und internationale Politik zu entnehmen. Deren Bedeutung ist abgesehen vom gesellschaftlichen Beitrag der Landwirtschaftsbetriebe auf kultur- und umweltfachlichem Gebiet vor allem aufgrund des direkten Zusammenhangs mit unserer Ernährungssituation hinsichtlich Versorgungssicherheit, Preisentwicklung und Qualität nicht gering zu schätzen. In den vergangenen 20 Jahren haben sich die deutschen Agrarausfuhren mehr als verdreifacht, die Importe verdoppelt, wobei Deutschland dabei stets Nettoimporteur von Agrarprodukten und Lebensmitteln ist. Nach wie vor ist der heimische Markt mit einem geschätzten Absatzanteil von etwa 75 % der Dreh- und Angelpunkt für die deutsche Landwirtschaft. Rund 20 % der Erzeugung gehen in die Länder der Europäischen Union, lediglich der verbleibende Teil in Drittlandsmärkte.