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Athen - Nachdem lange Zeit Alexis Tsipras das Problemkind bei den Griechenland-Verhandlungen war, übernimmt nun Christine Lagarde diese Rolle, indem der IWF beginnt, aus dem einstimmigen Chor der vormaligen Troika auszuscheren. Erst jüngst  teilte der IWF den EU-Regierungschefs in einem Papier seine abweichende Einschätzung der griechischen Finanz- und Wirtschaftsverfassung mit. Doch auch nach den grundsätzlichen Übereinstimmungen der EU-Verhandlungsführer für ein an Reformvorgaben gekoppeltes drittes Hilfspaket in Höhe von 86 Mrd. €, erkennt der IWF keine ein solches Engagement rechtfertigende Perspektive hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit Griechenlands. Merkels offen zur Schau getragener Wunsch, den IWF mit im Boot zu haben, erhöht nun Lagardes Einfluß. Von daher nimmt es nicht Wunder, daß der IWF wissen läßt, sich zunächst nicht an einem dritten Hilfspaket für den Pleitestaat zu beteiligen, es sei denn, es würde zusätzlich zu den griechischen Reformen eine weitere Bedingung des IWF erfüllt: ein weitreichender Schuldenerlaß!

Berlin - Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. fordert eine aufrichtige Auseinandersetzung in der Diskussion über die Finanzkrise in Griechenland. „Wir brauchen dringend mehr Offenheit und Realismus in der Griechenland-Krise. Drei Punkte sind dabei entscheidend: Kein Abweichen vom Prinzip der Konditionalität, kein weiteres Entfernen der EZB von ihrer Kernaufgabe und mehr Erhrlichkeit in der Debatte", erklärte der Präsident des Wirtschaftsrates, Kurt J. Lauk, auch in der Huffington Post.