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Bozen - Ungeachtet der zahlreichen militärischen bzw. terroristischen Krisenherde in den verschiedensten Teilen der Welt, glaubte man doch, daß es inzwischen Konsens geworden sei, anstelle von Kriegseintritten vielmehr das Ende kriegerischer Handlungen politisch zu würdigen. Die Formel „Nie wieder Krieg“ wurde quer durch die politische Landschaft wiederholend im Munde geführt. Doch in Italien scheint man offensichtlich davon etwas abzuweichen und fühlt sich bemüßigt, auch den ein oder anderen Kriegseintritt des Landes feierlich zu begehen. Aus Sicht Südtirols, das bekanntlich gemäß eines Geheimabkommens mit England, Frankreich und Rußland von 1915 im Diktat von Saint-Germain im Jahre 1919 bis zum Brennerpass von Italien annektiert wurde, ist es allerdings eine Demütigung, die ihres Gleichen sucht, den 100. Jahrestags des italienischen Kriegseintritts gegen Österreich, dem immerhin Südtirol ursprünglich angehört, feiern zu sollen.

Bozen - Am vergangenen Samstag, den 17.05. kamen in Vilpian die Mitglieder des Südtiroler Heimatbundes (SHB) zu ihrer 41. Bundesversammlung zusammen. Der SHB wurde am 09. Februar 1974 gegründet und strebt die Wiedervereinigung mit dem zur Republik Österreich gehörenden Ost- und Nordtirol durch Volksentscheid oder schrittweisen Vollzug an. Regelmäßig setzt er sich auch für die Rehabilitierung und die sozialen Belange ehemaliger Häftlinge aus den Reihen des Tiroler Freiheitskampfes ein. Nach der obligatorischen Gedenkminute für die im vergangenen Jahr verstorbenen Freiheitskämpfer, ließ es SHB-Obmann Roland Lang im Rahmen seiner Ansprache nicht an scharfer Kritik an der Politik der SVP mangeln, der er anpasserisches Verhalten vorwarf. Lang reagierte in seiner Rede auf die Versicherung des Landeshauptmanns gegenüber dem Südtiroler Schützenbund (SSB), keineswegs alles in Fragen des Brauchtums aufzugeben, überdeutlich mit der erwidernden Feststellung, daß mit Brauchtum allein noch lange keine Volkstumspolitik gegeben sei. Aus Sicht seines Bekenntnisses zum Volkstum bezeichnete der SHB-Obmann die Rethorik des Landeshauptmanns als schlichtweg lächerlich.

Dienstag, 12 Mai 2015 23:36

41 Mandate für Süd-Tiroler Freiheit

in Politik

Bozen - Die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit konnte bei den Gemeindwahlen vom Sonntag ihre Basisverankerung in den Gemeinderäten auf 41 Mandate ausbauen. Zudem ist die STF künftig auch in acht weiteren Gemeinden parlamentarisch vertreten, in denen sie erstmals Abgeordnete stellt. In einigen Gemeinden gelang es ihr erstaunliche Ergebnisse von knapp 20 Prozent oder darüber zu erzielen. In zwölf Gemeinden lag das Wahlergebnis im zweistelligen Bereich. In der Gemeinde Laurein gelangen beim kommunalen Erstantritt 19,8 % oder in Stilfs sogar 22,8 % und in Prad am Stilfserjoch erhielt der SFT-Bürgermeisterkandidat Alfred Theiner 201 Wählerstimmen. In Kastelbell-Tschars wurden mit einem 20,4 %-Ergebnis zwei Mandate hinzugewonnen. Ebenso in Schenna mit 17,5 %. Einzig im Ahrntal konnte man die Zahl der Mandate nicht halten. Als Stimmenkönig gilt Franz Simeoni, der in Neumarkt als Bürgermeisterkandidat 291 und als Gemeinderat 339 Stimmen in seiner Gemeinde auf sich vereinigen konnte.

Meran - Es gibt wohl kaum ein stärkeres identitätsstiftendes Element als die Sprache, und wenn Herder sagte, Völker seien die Gedanken Gottes, so ist Sprache wohl das Alphabet dieser göttlichen Gedanken. Unzweifelhaft aber ist Sprache mehr als nur reines Kommunikationsmittel, sondern vermittelt Zugehörigkeit und Zwiesprache über Generationen hinweg. Man könnte auch sagen, Sprache ist Wort gewordene Heimat. In speziellen Begriffsbildungen und grammatikalischen Wendungen spiegeln sich vielfach gewachsene Denkmuster und Anschauungssysteme wider. Nicht zuletzt deshalb organisieren sich viele Vereine, die sich der Sprach- bzw. Dialektpflege verpflichten. Von besonderer Bedeutung ist dies für ethnische Gruppen, die gegen ihren Willen zu Minderheiten in einem fremdnationalen Staat wurden. Wie wichtig die deutsche Muttersprache für die Süd-Tiroler seit der Annektierung ihres vaterländischen Stücks Heimat stets gewesen ist, war beeindruckend im Wirken der sogenannten Katakombenschulen während der Zeit einer regelrechten Sprachverfolgung seitens des italienischen Staats zu erkennen.

Bozen - Am 10. Mai finden in Süd-Tirol die Gemeinderatswahlen statt, an denen die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit mit einer Vielzahl eigener Kandidaten und Wahllisten von bis zu 14 Kandidaten vertreten sein wird. Insgesamt zeigen 138 Kandidaten, knapp ein Drittel davon Frauen, kommunal Flagge für Gesamttirol. Alle Kandidaturen wurden von der Wahlbehörde für zulässig befunden, was von einer professionell arbeitenden Organisation zeugt. Das Durchschnittsalter der Kandidaten beträgt gerade einmal 39 Jahre, was für einen Generationenquerschnitt der Tiroler spricht. In Stilfs stellt die Süd-Tiroler Freiheit mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren die überhaupt jüngste Liste auf. Die jüngste und älteste Kandidatur leisten zwei Damen: ist die erst 18-jährige Schnalserin Sandra Karnutsch und die Meranerin Magdalena Frei Lun mit 74 Jahren. In elf Gemeinden, darunter beispielsweise Stilfs und Schnals kandidiert die Selbstbestimmungs-Bewegung erstmals für die Ratssitze.

Triest - Die Süd-Tiroler Freiheit entsandte eine Delegation nach Triest, um dort mit Vertretern der Bewegung Freies Triest-Österreich und Movimento Trieste Libera Gespräche mit Bezug auf das Selbstbestimmungsrecht, den internationalen Freihafen von Triest und internationale Verträge zu führen. Man war bestrebt, vor dem kulturgeschichtlichen Hintergrund Jahrhunderte andauernder gemeinsamer freundschaftlicher Beziehungen mit dem Haus Österreich die Bande zu erneuern und  geschichtliche Anknüpfungspunkte in die Zukunft fortzuschreiben. Sowohl Süd-Tirol als auch Triest streben danach, in Freiheit ihre kulturelle Identität zu wahren und durch eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern. Einen Schwerpunkt der Gespräche bildeten Fragen um die doppelte Staatsbürgerschaft sowie die Nutzungsrechte des Freien Hafens von Triest. Die Movimento Trieste Libera fordert mit Verweis auf den Vertrag von Paris vom 10.02.1947 neben der im Zusammenhang mit dem Freihafen stehenden Verwirklichung der wirtschaftlichen und handelsrechtlichen Vorzüge für die Vertragsnation Österreich zudem die volle Anerkennung des Freien Territoriums Triest als souveräner Staat.

Bozen - Der Sänger der Südtiroler Deutschrock-Band Frei.Wild, Philipp Burger, hat in einem Interview mit dem „Nordbayerischen Kurier“ die Diffamierung von Patrioten als „Nazis“ beklagt. „In Deutschland wird jemand mit konservativen Werten als rechtsradikal bis Nazi bezeichnet“, so der Brixener.

Innsbruck - Der freiheitliche Südtirol-Sprecher, FPÖ-Nationalratsabgeordneter Werner Neubauer äußerte sich anläßlich des Vortrags von Prof. Daniel Turp, der eine Professur für Völkerrecht an der Universität Montréal innehat, auf der 8. ordentlichen Landesversammlung der Süd-Tiroler Freiheit in Bozen, mit deutlichen Worten zu einer gesamt-tiroler Verantwortung und Zielsetzung. Bezugnehmend auf die Ausführungen des Völkerrechtlers verlautbarte der freiheitliche Nationalratsabgeordnete wörtlich: "Damit ist ein weiterer Beweis erbracht, dass Italien das Recht der Südtiroler, die Selbstbestimmung anzustreben, anerkennen muss und dies sollte auch endlich die regierende SVP zur Kenntnis nehmen, statt sich ständig der Willkür Roms zu unterwerfen. Des weiteren hat Österreich als Schutzmacht die Südtiroler auf ihrem Weg zur Selbstbestimmung nach aller Möglichkeit zu unterstützen."

Bozen - Die Südtiroler Regierungspartei SVP schloß ohne Zustimmung des Landtags ein Finanzabkommen mit Rom ab, das Südtirol zu jährlichen Zahlungen von 475 Mio. € verpflichtet. Sie zog sich damit den Zorn der im Landtag vertretenen Süd-Tiroler Freiheit zu, die vehement kritisiert, daß es schon schlimm genug sei, seitens der SVP versäumt zu haben, die Einhaltung der bisherigen gültigen Finanzverträge, die mehr als nur einmal zu Lasten Südtirols gebrochen wurden, einzufordern. Es sei, so die Süd-Tiroler Freiheit, völlig unverständlich, freiwillig auf seine Rechte zu verzichten, indem alle Rekurse vor dem Verfassungsgerichtshof zurückgezogen werden. Mit deutlichen Worten spricht die Süd-Tiroler Freiheit in diesem Zusammenhang von einem Kuhhandel, der nicht nur Südtirol noch enger an Rom bindet, sondern darüber hinaus auch das Prinzip der Rechtsgültigkeit von Verträgen über Bord wirft, und bezeichnet diesen Alleingang der SVP als einen autonomiepolitischen Selbstmord, da dadurch ein Präzedenzfall geschaffen würde, der künftig weitere Brüche des Autonomiestatus befürchten ließe.

Bozen - Ungeachtet der Tatsache, daß Menschenrechte nicht von Parlamentsbeschlüssen abhängig sind und dessen ungeachtet, daß der österreichische Nationalrat in mehreren Beschlüssen, zuletzt 1992, sich ausdrücklich zum Selbstbestimmungsrecht der Südtiroler bekannte und dies für unverzichtbar erklärte, äußerte Österreichs 28-jähriger ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz in einem Interview diesen Jahres, die Angelegenheit sei insofern erledigt, da dieser Anspruch durch die bestehende Autonomie verwirklicht wäre. Aufgrund dieser aus arroganter Machtvollkommenheit resultierenden Äußerung gab der Südtiroler Heimatbund (SHB) bei dem renommierten Innsbrucker Völkerrechtsexperten Univ.-Prof. Dr. Peter Pernthaler ein wissenschaftliches Gutachten zu dieser Frage in Auftrag, das inzwischen vorliegt und der Öffentlichkeit in Form einer Broschüre zugänglich gemacht wird.

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