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Berlin - Trotz des außenpolitisches Muskelspiels, das sich die deutsche Bundesregierung seit Monaten gegenüber Russland leistet, hat es nicht nur die deutsche Wirtschaft hart getroffen, dass man im Auftrag der USA Sanktionen gegen Russland verhängte, sondern birgt auch enorme energiepolitische Risiken in sich.

Mittwoch, 01 Oktober 2014 21:35

Gerhard Schröder spricht auf dem Russlandtag

in Politik

Rostock - In seiner mit Spannung erwarteten Rede auf dem Russlandtag in Mecklenburg-Vorpommern hat Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) am Mittwoch dafür plädiert, Brücken zwischen Deutschland und Russland zu bauen. Mit Blick auf die Ukraine-Krise rief er dazu auf, die Spirale von Drohungen und Gewalt zu durchbrechen. „Es ist Aufgabe der heute in politischer Verantwortung Stehenden in Europa, der Ukraine und Russland, dies mit diplomatischen Mitteln zu erreichen“, so Schröder im Rostocker Hotel „Neptun“ vor rund 400 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Magdeburg - Der Vorsitzende der rechtsgerichteten Liberaldemokratischen Partei Russlands (LDPR), Wladimir Schirinowski, glaubt nicht an ein Fortbestehen der heutigen Ukraine. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung sagte er: „Die Ukraine als Staat hat in ihrer jetzigen Form keine Zukunft! Ich denke, dass sich ‚Novorossija‘ in einen separaten Staat verwandelt, danach werden die benachbarten Gebiete auch den Weg der Einigung finden und einen Staat schaffen, wie er vor hundert Jahren war.“

Magdeburg - Vor einer Woche erfolgte im Beisein von Russlands Präsident Wladimir Putin, Chinas Vizepremier Zhang Gaoli und Gazprom-Chef Alexej Miller im sibirischen Us Chatyn der erste Spatenstich des laut Putin derzeit „größten Bauprojekts der Welt“. Ab 2018 soll die russisch-chinesische Pipeline „Sila Sibiri“ („Kraft Sibiriens“) jährlich die gewaltige Menge von 38 Milliarden Kubikmeter russischen Erdgases ins Reich der Mitte bringen. Die Baukosten für die rund 4.000 Kilometer lange Gasleitung werden auf mehr als 50 Milliarden Euro geschätzt.

In einem Beitrag für die „Wirtschaftswoche“ hat sich die Unternehmerlegende Wolfgang Grupp gegen das Säbelrasseln gegen Moskau ausgesprochen und scharfe US-Kritik geübt. Der Text, der im Rahmen seiner regelmäßigen Kolumne „100 Prozent Grupp“ erschien, ist mit der klaren Aussage „Wladimir Putin ist kein Kriegstreiber“ überschrieben.

Der bekannte Chef des Textilherstellers Trigema wirft dem Westen vor, „schwere Fehler“ begangen zu haben und meint: „In der Ukraine-Krise darf sich Deutschland nicht von Amerika am Gängelband herum führen lassen, sondern muss das gute friedliche Zusammenwirken erhalten, das wir uns in den Jahrzehnten nach dem Krieg erarbeitet haben.“ Gleichzeitig betreibt der konservative Firmenpatriarch und Vater zweier Kinder Medienschelte: Deutsche Journalisten würden sich täglich darin überbieten, „teils offen, teils verpackt in den Worten ukrainischer Politiker“ Misstrauen gegen Russlands Präsidenten zu schüren. Grupps Appell lautet daher: „Die Hetze gegen Putin muss aufhören.“ Dieser habe „nicht agiert, sondern reagiert“, und zwar „auf die Tour der Amerikaner, die NATO an die Grenze Russlands heranzuführen."

Washington - Medien und westliche Politiker kannten den Schuldigen sofort: der russische Präsident Wladimir Putin, auf alle Fälle aber prorussische Kämpfer in der Ostukraine seien für den Abschuß der malayisischen Passagiermaschine MH17 am Donnerstag vor einer Woche verantwortlich gewesen, hieß es unmittelbar nach dem Unglück am Spätnachmittag des 17. Juli.

Berlin - Nach dem Abschuß einer Boeing 777 der Malaysia Airlines über dem bürgerkriegsgeschüttelten Osten der Ukraine am späten Donnerstag Nachmittag bleiben mehr Fragen als Antworten. Nach Angaben sowohl aus Rußland als auch aus der Ukraine wurde das Flugzeug von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen und zerschellte in von pro-russischen Milizen kontrolliertem Gebiet nahe Donezk auf dem Boden. Die Zahl der Opfer, unter ihnen auch 23 Amerikaner und vier Deutsche, wurde inzwischen auf 298 nach oben korrigiert.

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