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Außenwirtschaft stockt:

AHK World Business Outlook

Dienstag, 17 November 2015 16:51 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Außenwirtschaft stockt Außenwirtschaft stockt Bild: PIXABAY.COM

Magdeburg - Der AHK World Business Outlook im Herbst 2015 basiert auf einer regelmäßigen Umfrage den Mitgliedsunternehmen der Deutschen Außenhandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs), dessen Netz insgesamt rund 99 % der deutschen Warenaus- und Wareneinfuhren und über 98 % der Weltwirtschaft abdeckt. Die Einschätzungen der Unternehmen laut der aktuellen Umfrage 2015 zu ihren zukünftigen Geschäften sind weltweit rückläufig.  Nur noch 46 % der Betriebe rechnen mit höheren Umsätzen. Auch bei den Einschätzungen zum konjunkturellen Umfeld an ihren jeweiligen Auslandsstandorten zeigt sich eine getrübte Stimmung. Obwohl die Betriebe in den Eurozonenländern derzeit von einem schwächeren Euro profitieren, der zumindest kurzfristig in der Lage ist, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern, hat sich auch in dieser Währungsregion die Zuversicht geschmälert.

Ein Gutteil der positiven Werte in Europa ist auf Sonderfaktoren wie beispielsweise dem Einbruch des Ölpreises zurückzuführen, der seit etwa einem Jahr Unternehmer wie auch Verbraucher entlastet. Zudem verschaffte der schwächere Euro vielen Exporteuren aus der Eurozone Rückenwind. Nichtsdestotrotz - im Westen nichts Neues - steigt die Arbeitslosigkeit in Frankreich weiter, doch auch Osteuropa bietet kein zufriedenstellendes Bild. Trotz Abwendung eines Staatsbankrotts durch einen Schuldenschnitt in Höhe von 20 %, ist die Ukraine nach wie vor in einer ökonomisch prekären Lage. In den ersten vier Monaten 2015 lag die Industrieproduktion 22 % unter dem Vorjahreswert. Prognosen zufolge wird die Wirtschaft um mindestens zehn Prozent schrumpfen. Obwohl die türkische Lira im Vergleich zum Dollar ein Rekordtief nach dem anderem markiert, nahm der Export um 2,1 % ab. Doch selbst die deutschen Exporte sind in den Monaten Januar bis Juni 2015 noch einmal um 28 % geschrumpft.

Das Herunterkühlen der Investitionstätigkeit in China spüren gerade die deutschen Exporteure. Ebenso wachsen auch die Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsatz langsamer. Der Export stagniert und der Import verringert sich sogar. Der Importeinbruch Chinas zieht auch Japan, die zweitgrößte Volkswirtschaft Ostasiens, in Mitleidenschaft. Schwache Exporte und ein Rückgang beim Konsum sind derzeit ein Kennzeichen der japanischen Wirtschaft. Auch Südostasien kriselt im chinesischen Fahrwasser.  Südkoreas Ökonomie verzeichnete im zweiten Quartal dieses Jahres die schwächste Entwicklung seit sechs Jahren. Die AHK-Mitglieder in der Region Afrika, Nah- und Mittelost schätzen die Lage in ihren Betrieben so schlecht ein wie in fast keiner anderen Weltregion. Südafrikas Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gefallen. Die größte afrikanische Volkswirtschaft, Nigeria, leidet schwer unter dem Verfall des Ölpreises, der rund 80 % des Staatshaushalts finanziert und Kenia macht eine langsamere Entwicklung im Landwirtschaftssektor und im Tourismus zu schaffen.

Im letzten Jahr tat sich in Saudi-Arabien zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt wieder eine Finanzlücke im Haushalt auf und auch 2015 werden die Ausgaben die Einnahmen höchstwahrscheinlich übersteigen. Die kanadische Wirtschaft ist aufgrund niedriger Ölpreise in die Rezession gerutscht, dessen Wirtschaftskraft im zweiten Quartal um 0,5 % geschrumpft ist. In Brasilien rächt sich die Abhängigkeit von hohen Rohstoffpreisen und der Verfall des Real schwächt die Kaufkraft und damit die Binnennachfrage. Südamerika allgemein weist bei den Geschäftsperspektiven einen Minusrekord beim Vergleich aller Weltregionen in dieser Umfrage auf. - Alles in allem wird die Weltwirtschaft zunehmend eine Zone der ökonomischen Instabilität sowie sich die Globalisierung westlicher Prägung vielleicht doch nicht als der Weisheit letzter Schluss erweist...

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