www.derfflinger.de

Freigegeben in Wirtschaft

Projekt- und Unternehmensfinanzierungen aus Dubai sehr gefragt

Aras Group: Aschraf Mahmud und Frank Kahn locken europäische Start-ups mit Risikokapital

Freitag, 06 März 2020 21:34 geschrieben von 

Dubai – Vor 13 Jahren bezeichnete das „Handelsblatt“ Dubai als den „neuen Fixpunkt der arabischen Wirtschaft“ und analysierte: „Medienstadt, Festivalstadt, Health-City: Mit immer neuen Projekten zieht Dubai Firmen aus aller Welt an. Das Emirat lebt aber vor allem vom internationalen Vertrauen in seine Stabilität. Für deutsche Firmen könnte der Boom gerade erst begonnen haben.“ Die Prognose bewahrheitete sich. Immer mehr deutsche Unternehmen zog es in die Wirtschaftswunder-Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Dubai entwickelte sich zum leuchtenden Handels- und Finanzdrehkreuz zwischen Afrika, Asien und Europa. Viele westliche Unternehmen haben die dortigen Häfen längst in die eigenen Lieferketten integriert. Seit der Veröffentlichung des „Handelsblatt“-Artikels vollzog die dortige Wirtschaft dank massiver in- und ausländischer Investitionen einen rasanten Strukturwandel. Dafür spricht allein schon der deutlich gesunkene Anteil der Erdölförderung am Bruttoinlandsprodukt. Die Modernisierung und Diversifizierung der Wirtschaft hat die Bedeutung des „schwarzen Goldes“ immer weiter zurückgehen lassen. Heute sind der Handel, das verarbeitende Gewerbe, die Transport- und Logistikbranche, der Tourismus, Finanzdienstleistungen und der Immobiliensektor die ökonomischen Stützpfeiler des Emirates.

Es ist wohl kein Zufall, dass in genau diesen Erfolgsbranchen die ortsansässige Aras Group DWC LLC tätig ist. Die global bestens vernetzte Unternehmensgruppe deckt schwerpunktmäßig die Bereiche Warenhandel, Logistik, Immobilienfinanzierung, Unternehmensberatung, Beteiligungen und Investments ab. Mit ihren Tochtergesellschaften Aras Logistic and Distribution Ltd., Aras Trading and Services Ltd., Aras Consulting and Advisory Ltd., Aras Properties Ltd. sowie Aras Investment and Participation Ltd. hat sich der Firmenverbund entsprechend breit aufgestellt. Bei ihrer Investitionstätigkeit stützt sich die Aras-Gruppe auf ein leistungsstarkes Finanzierungsnetzwerk aus Banken und Investmentfonds.

Mit ihren milliardenschweren und architektonisch ausgefeilten Mega-Projekten hat die Baubranche maßgeblich zur internationalen Anziehungskraft der Golf-Metropole für Touristen und Investoren beigetragen. Überdies trägt die Weltausstellung, die vom 20. Oktober 2020 bis zum 10. April 2021 in Dubai und damit erstmals in der arabischen Welt stattfindet, zu einem neuerlichen Bauboom bei. Die Ausrichtung der internationalen Leistungsschau ist ein Kraftmotor für die örtliche Wirtschaft, die auch langfristig von den Expo-Investitionen in die Infrastruktur profitieren soll.

Da überrascht es nicht, dass auch die Aras-Gruppe kräftig in den regionalen Immobilienmarkt investiert hat. Anfang 2019 gab man bekannt, allein in diesem Jahr eine hohe dreistellige Millionensumme in eigene Bauprojekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu investieren. Dazu gehört ein besonderes Hotelprojekt mit einem Gesamtvolumen von etwa 200 Millionen US-Dollar. Der noble Hotelbau soll als Altersresidenz dienen und Luxus mit altersgerechtem Wohnen verbinden. Zudem lässt man einen Wohnturm errichten, dessen 100 Wohnungen interessierten Investoren zum Kauf angeboten werden. Unter Einbindung von Banken und finanzkräftigen Privatinvestoren sollen zudem nicht weniger als 1.300 hochwertige Wohneinheiten bereitgestellt werden. Aras-Sprecher Hassan Najjar erklärte dazu: „Hinzu kommen weitere eigene Projekte, zum Beispiel das Expo-2020-Projekt. Grundsätzlich möchte die Aras Group mit der Finanzierung durch Investoren erreichen, dass eine Finanzierungsalternative zum klassischen Bankkredit genutzt werden kann. Darüber hinaus besteht ein weiteres Ziel darin, eine Verbindung zwischen Arabien und Europa zu schaffen, sodass auch immer mehr europäische Unternehmen die Finanzierungsmöglichkeiten nutzen können.“

Damit unterstreicht die Aras Group ihren Anspruch, nicht nur als Projektfinanzierer im Immobilienmarkt wahrgenommen zu werden. Seit einiger Zeit nimmt der Finanzdienstleister besonders europäische und deutsche Start-ups mit Kapitalproblemen in den Blick. Auch in Dubai hat sich längst herumgesprochen, dass Unternehmensgründer in Deutschland immer größere Schwierigkeiten haben, Bankkredite zu bekommen. Sie verfügen in der Regel nicht über die banküblichen Sicherheiten, die bei Kreditfinanzierungen vorausgesetzt werden. Auch fehlt ihnen eine ausreichende Eigenkapitalbasis, um die Unternehmensentwicklung aus eigener Kraft vorantreiben zu können. Die meisten Start-ups suchen deshalb händeringend nach Finanzierungsalternativen, um überhaupt den Geschäftsbetrieb am Laufen halten und zentrale Projekte anstoßen zu können.

Jetzt kommt das Wagnis- oder Risikokapital ins Spiel. Unter einer Risikokapitalfinanzierung werden zeitlich begrenzte Kapitalbeteiligungen an innovativen, aber auch riskanten Unternehmungen bezeichnet. Durch solche Beteiligungen wird die Eigenkapitalausstattung der Firmen nachhaltig verbessert. Und da genau dieses Eigenkapital die Verluste trägt und den Gläubigern gegenüber haftet, trägt fremdes Risikokapital beziehungsweise Venture Capital maßgeblich dazu bei, konventionelle Kreditspielräume zu erweitern und so die gefährliche Unterfinanzierung zu überwinden.

Bei der Aras Group gilt der Deutsche Frank Kahn als ebenso gewiefter wie diskreter Vermittler von Wagniskapital. Er soll schon mehreren Start-ups durch die Beschaffung arabischen Risikokapitals die Existenz gerettet haben. Kein Wunder: Der Key-Account-Manager gilt als Netzwerker, der beste Beziehungen zu reichen Familien aus dem Nahen und Mittleren Osten hat. In diesen Kreisen hält man Kapitalbeteiligungen in Deutschland für eine hochinteressante Investmentform.

Auf Nachfrage erklärt Aras-Finanzexperte Ibrahim Saadi, wie das mit der Risikokapital-Bereitstellung funktioniert: „Der Wert der Risikodarlehen der Aras Group liegt in den meisten Fällen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich, auch wenn es sich bei Aras nicht um eine Bank, sondern um einen Investor handelt. Über einen Nachrangdarlehensvertrag, der inzwischen auch die Anforderungen seitens der deutschen BaFin erfüllt, wird die Aras Group durch die Investitionen zu einem stillen Beteiligten an dem jeweiligen Unternehmen. Auf diese Weise lassen sich transparent und kostengünstig Großprojekte finanzieren, wobei es keine Einschränkungen bezüglich Standort und Branche des kreditsuchenden Unternehmens gibt.“ Dabei schließt der Kapitalnehmer den Finanzierungsvertrag nicht mit dem jeweiligen Refinanzierer, sondern direkt mit der Aras Group ab.

Aras-CEO Aschraf Mahmud ließ vor Kurzem durchblicken, dass er stärker auf den Wachstumsmarkt Afrika setzen und auch dort mit Projekt- und Unternehmensfinanzierungen erfolgreich sein will.

Artikel bewerten
(6 Stimmen)