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Kapitalspritzen für Unternehmensgründer in Europa und Afrika

Aras Group: Profitieren Projektfinanzierer Aschraf Mahmud und Frank Kahn von Expo 2020 in Dubai?

Dienstag, 21 Januar 2020 23:35 geschrieben von 

Dubai – Im Herbst ist es soweit: Dann richtet Dubai unter dem Motto „Connecting minds, creating the future“ die Weltausstellung 2020 aus. Mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) hat 2013 erstmals ein arabisches Land den Zuschlag für die Expo erhalten. Dubai ist schon heute eine moderne und internationale Metropole mit einem ausgezeichneten Ruf unter Investoren. Alles spricht dafür, dass die Expo vom 20. Oktober 2020 bis zum 10. April 2021 nicht nur rund 25 Millionen Besucher aus aller Welt anlockt, sondern dem Finanzzentrum und Handelsdrehkreuz eine noch positivere Wirtschaftsentwicklung beschert. Experten rechnen fest damit, dass die „Expo-Dividende“ das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt noch lange tragen wird.

Die gesamten Expo-Investitionen kurbeln die örtliche Wirtschaft in einer Größenordnung von mehr als 122 Milliarden AED oder umgerechnet 33,4 Milliarden US-Dollar an, wie der Bericht „The Economic Impact of Expo 2020 Dubai“ des globalen Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) darlegt. Allein in den sechs Monaten der geöffneten Weltausstellung wird die größte Werbeveranstaltung der arabischen Welt voraussichtlich 1,5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der VAE beitragen. Der Umfang der Investitionen beispielsweise in die Bauwirtschaft und Dienstleistungsbranche wird dem EY-Bericht zufolge zu einer wirtschaftlichen Dividende führen, von der kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verschiedener Branchen auf Jahre hinaus zehren werden.

„Dieser unabhängige Bericht zeigt, dass die Expo 2020 in Dubai eine entscheidende langfristige Investition in die Zukunft der VAE ist, die zwischen 2013 und 2031 mehr als 120 Milliarden Dirham in die Wirtschaft einbringen wird“, jubelte Najeeb Mohammed Al-Ali. Der Exekutivdirektor des Dubai Expo 2020-Büros erläutert: „Die Veranstaltung wird nicht nur Millionen von Menschen auf der ganzen Welt dazu ermutigen, die VAE im Jahr 2020 zu besuchen, sondern auch Reisen und Tourismus anregen und die wirtschaftliche Diversifizierung für die Jahre nach der Expo unterstützen, wodurch ein nachhaltiges wirtschaftliches Erbe hinterlassen wird, das dazu beiträgt, dass die VAE ein führendes Reiseziel für Geschäfte, Freizeit und Investitionen bleiben.“

Vom Expo-Hype dürfte in erheblichem Maße auch die in Dubai ansässige Aras Group DWC LLC profitieren. Zu der international bestens vernetzten Unternehmensgruppe gehören die Aras Logistic and Distribution Ltd., die Aras Trading and Services Ltd., die Aras Consulting and Advisory Ltd., die Aras Properties Ltd. sowie die Aras Investment and Participation Ltd. Damit werden die Geschäftsfelder Transport und Logistik, Warenhandel und Immobilien, Beteiligungen und Unternehmensberatung, Projektfinanzierungen und andere Investments abgedeckt. Über sich selbst sagt der Unternehmensverbund: „Die Kunden profitieren von einem hohen Maß an Flexibilität, Vernetzung sowie interkultureller Kommunikation. Einfache Lösungsansätze führen dabei zur gewünschten individuellen Finanzierung, die nicht selten aus Millionenkrediten im Bereich zwischen zehn und mehreren Hundert Millionen Euro besteht. Die Aras Group beteiligt sich an Gesellschaften, investiert in Großprojekte und kann inzwischen sogar BaFin-konforme Nachrangdarlehensverträge anbieten.“ Ende 2018 wurde bekannt, dass die Aras-Gruppe bis dato Investorengelder in Höhe von 816,5 Millionen US-Dollar für rund 100 Projekte in den VAE vermittelt hat. Das Geld soll renditeträchtig in den Immobilienmarkt, in den Erneuerbare-Energien-Sektor, in das Gastgewerbe, in Raffinerien, in den Schiffsbau und in innovative Start-ups geflossen sein.

Gerade deutsche Start-ups leiden unter chronischem Kapitalmangel, weil die Banken kaum noch Wagniskapital für mutige Jungunternehmer bereitstellen. In der amerikanischen Start-up-Szene ist diese Form der Unterfinanzierung unbekannt, weil in den USA mit viel mehr Risikofreude in neue Firmen, Produkte und Geschäftsideen investiert wird. Hier hat die Aras Group einen Ansatzpunkt gefunden, um sich vor allem in Deutschland als Finanzierungsgesellschaft zu etablieren. Weil es selbst Unternehmensgründer mit innovativen und erfolgversprechenden Ideen immer schwerer haben, klassische Bankkredite zu bekommen, hat sich Aras auf die Vermittlung solch dringend benötigten Risikokapitals spezialisiert.

Dabei stützt man sich laut Medienberichten auf ein Netzwerk von Banken, Fondsgesellschaften, Versicherern und sogar Regierungsstellen. Hinter den Kulissen soll der deutsche Investment-Profi Frank Kahn die Fäden ziehen. Dem Key-Account-Manager der Dubaier Firmengruppe werden beste Kontakte zu wohlhabenden Familien in der Golfregion und anderen Kreditgebern nachgesagt. Er selbst meidet die Öffentlichkeit und steht für Presseanfragen nicht zur Verfügung – das ist eine Diskretion, die gleichermaßen von Kapitalgebern wie Kapitalempfängern geschätzt wird. Die Risikokapital-Vergabe der Aras Group liegt in vielen Fällen im hohen zweistelligen Millionenbereich. Wie man hört, soll die Kapitalbeschaffung durch Kahn mehreren Start-ups das Überleben in der schwierigen Anfangsphase gesichert haben.

Unternehmenssprecher Hassan Najjar sagt: „Grundsätzlich möchte die Aras Group mit der Finanzierung durch Investoren erreichen, dass eine Finanzierungsalternative zum klassischen Bankkredit genutzt werden kann. Darüber hinaus besteht ein weiteres Ziel darin, eine Verbindung zwischen Arabien und Europa zu schaffen, sodass auch immer mehr europäische Unternehmen die Finanzierungsmöglichkeiten nutzen können.“ Aras-Finanzexperte Ibrahim Saadi ergänzt, dass man sich um möglichst kundenindividuelle Finanzierungslösungen bemühe und dabei direkt als Investor auftrete. Der Kunde schließe seinen Vertrag mit der Aras Group und nicht mit einem Refinanzierer ab.

Chief Executive Officer Aschraf Mahmud ist entschlossen, nicht nur das Engagement in Deutschland – Stichwort Start-up-Förderung – auszubauen, sondern mit lohnenden Projektfinanzierungen auch in Afrika Fuß zu fassen. Nicht wenige afrikanische Staaten glänzen schon seit Jahren mit überdurchschnittlich starkem Wirtschaftswachstum und früher nicht für möglich gehaltener politischer Stabilität. CEO Mahmud und seine Führungsmannschaft aus Hassan Nazar, Maria Zain, Frank Kahn, Ibrahim Saadi, Samira Zadeh und Akash Kumar wittern hier große Chancen als Finanzdienstleister.

Aber erst einmal dürften sie hoffnungsvoll auf die Attraktivitätssteigerung Dubais durch die Weltausstellung blicken. Damit ist die Aras Group nicht allein. Auch die Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer schwärmt von einer weiteren Verbesserung des Investitionsklimas: „Die Expo 2020 dient als Ausgangspunkt für die Errichtung einer völlig neuen Stadt, Dubai South, die als Grundlage zur Entwicklung Dubais hin zur Wissensgesellschaft dient. Im Anschluss an die Expo soll hier ein Ökosystem entstehen, das insbesondere die strategisch wichtigen Wirtschaftsbereiche Logistik, Tourismus, Bauwirtschaft und Bildung beherbergen wird.“

Letzte Änderung am Mittwoch, 22 Januar 2020 00:40
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