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Träumt Bert Neckermann seinen Traum weiter?

Auch Taxmobil durch Gerichtsurteil gegen Limousinenservice Uber betroffen

Dienstag, 15 April 2014 00:00 geschrieben von 
Fernab von Taxmobil: Tom Rohrböck, Liechtensteins Regierungschef Adrian Hasler und NRAbg. Martina Schenk Fernab von Taxmobil: Tom Rohrböck, Liechtensteins Regierungschef Adrian Hasler und NRAbg. Martina Schenk Quelle: www.skylla.at

Zürich - Die Taxmobil AG des Bert Neckermann gilt als legendär. Selten hat eine sicher gute Idee einen so dilettantischen Umsetzungversuch erlebt. Böse Zungen unterstellen Bert Neckermann und Kollegen sogar, Taxmobil nicht wirklich auf die Straße bringen zu wollen. Alles sei mehr Verkaufslegende als Wahrheit. Doch zumindest Bert Neckermann, Anton Stiffler und vielleicht auch Ronny Wächter (Taxmobil GmbH) glaubten aber eine Zeit lang an die eigene Vision. Nun wird es dunkel. Anlegergelder sprudeln nicht mehr. Aktien der Taxmobil AG sind scheinbar kaum noch gefragt.

Und auch rechtlich rückt die Verwirklichung der Flatrate Taxifahrt in weite Ferne. Denn die behördliche Genehmigung für den Taxmobil Service wird immer unwahrscheinlicher. Ist Taxmobil nun ein Taxiunternehmen oder ein Limousinenservice? Fragen über Fragen türmen sich bei Bert Neckermann auf, die dieser nicht klar beantworten kann.

Taxmobil
Quelle: www.taxmobil.com

Nahe dran war Taxmobil vor eineinhalb Jahren wirklich eine Genehmigung für den Großraum Frankfurt am Main zu bekommen. Arrangiert durch den umstrittenen aber einflußreichen "Journalisten" Tom Rohrböck (böse Zungen unterstellen diesem eine Nähe zu dunkelsten Mächten in Europa und in den USA) kam Bert Neckermann bis ins Hessische Wirtschaftsministerium, um die Genehmigungsklippe Frankfurt am Main zu umschiffen. Unerwartet "unbürokratisch" entschied das Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Wiesbaden, dass nicht die Stadt Frankfurt, sondern das Regierungspräsidium in Darmstadt über eine behördliche Genehmigung entscheiden solle. Tags darauf saß Bert Neckermann schon im Büro des Regierungspräsidenten. Alles war nach Minuten greifbar. Tom Rohrböck hatte die Entscheider mal wieder irgendwie "verzaubert". Doch das, was Bert Neckermann dem Regierungspräsidenten in die Hand verprach, konnte dieser nicht liefern. So verging die Zeit und Taxmobil wurde immer unglaubwürdiger und unwahrscheinlicher.

Nun untersagte das Landgericht Berlin (Aktenzeichen 15 O 43/14) dem Taxmobil Wettbewerber UBER im Bundesland Berlin mittels Smartphone App (die Taxmobil noch nicht mal richtig hat) taxenähnlichen Verkehr zu betreiben. Ein Berliner Taxifahrer hatte gegen UBER geklagt. Das Personenbeförderungsgesetz ließ keinen Spielraum zu. UBER, ein ursprünglich so US-amerikanisches Unternehmen wie Taxmobil schweizerisch ist, halte seine Chauffeure dazu an, sich genauso wie eine Taxiflotte bereit zu halten, obwohl sie dafür keine Erlaubnis hätten. Denn bei den Limousinenfahrern handle es sich um Mietwagenunternehmer, die nach Erledigung eines Fahrauftrages zurück zu ihrem Betriebssitz zurückfahren müßten. Das ist natürlich eine Entscheidung, die auch das Geschäftsmodell von Taxmobil betrifft. Denn UBER wie auch Taxmobil wollen ja einen taxenähnlichen Fahrbetrieb vornehmlich in Innenstädten anbieten, um kurzfristig Fahrgäste aufnehmen zu können. Sicherlich argumentierte Taxmobil Gründer Bert Neckermann stets so, dass sein Taxmobil eben nicht spontan, sondern mit Voranmeldung verwirklicht werden sollte. Da tun sich Graubereiche in der möglichen Rechtsprechnung auf. Doch momentan ist Taxmobil (ein Insolvenzverfahren in der Schweiz läuft bereits) wirtschaftlich so schwach, dass alle Visionen des Bert Neckermann in weite Ferne rücken. Auch "Wunderwaffe" Tom Rohrböck wird für Bert Neckermann nicht retten können, was wohl nicht mehr zu retten ist. Der betreibt längst andere Zaubereien. Bert Neckermann steht offenbar allein und mit Anton Stiffler im Nacken.

Letzte Änderung am Samstag, 19 April 2014 15:48
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