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VDA:

Automobilindustrie strebt Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität an!

Donnerstag, 21 Januar 2016 15:40 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
BMW i8 Mirrorless BMW i8 Mirrorless Bild: BMW Group @ CES 2016, BMW i8 Mirrorless (01/16)

Berlin – Im Mai 2010 hatte die Bundesregierung die Nationale Plattform der Elektromobilität (NPE) ins Leben gerufen. Vertreter und Experten aus Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft beobachten und analysieren seitdem im Rahmen der Plattform die Entwicklung der Elektromobilität und der Elektrofahrzeuge in Deutschland. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung und Etablierung Deutschlands als Leitmarkt und Leitanbieter bis 2020, denn Klimaschutz, knapper werdende fossile Brennstoffe und ein erhöhter Mobilitätsbedarf durch steigende Bevölkerungszahlen erfordern neue Lösungen und alternative Antriebe. Zudem sollen Elektrofahrzeuge einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und zur Emissionsvermeidung leisten. Die NPE fungiert als beratendes Gremium für die Bundesregierung tätig und erstellt regelmäßig Fortschrittsberichte. Die deutsche Automobilindustrie treibt die Entwicklung der Elektromobilität und der Elektrofahrzeuge, die inzwischen fester Bestandteil der Fächerstrategie der deutschen Hersteller und Zulieferer sind, mit großem Engagement voran.

Mit Blick auf Forschung und Entwicklung (FuE) und folglich die Innovationsfähigkeit des Standorts Deutschland besitzt die Automobilbranche generell eine hohe Bedeutung, wodurch allein schon das Thema Elektromobilität zunehmend in den Fokus rücken dürfte. Die deutsche Automobilindustrie ist mit Abstand der größte Forschungs- und Entwicklungs-Investor für den Technologiestandort. Etwa zwei Drittel der FuE-Ausgaben erfolgten durch die Automobilhersteller, ein weiteres Drittel durch die Zulieferer. Nach Angaben der Europäischen Kommission (EU) nimmt die deutsche Automobilindustrie einen Spitzenposition ein, indem sie ein Drittel der gesamten weltweiten FuE-Ausgaben der Automobilbranche stemmt. Darüber hinaus sind die drei größten FuE-Investoren innerhalb der EU durchweg Unternehmen der deutschen Automobilindustrie. Neben der stetigen Optimierung der klassischen Verbrennungsmotoren sowie der Entwicklung alternativer Antriebe stellt vor allem das vernetzte und automatisierte Fahren einen großen FuE-Schwerpunkt dar.

Zur Debatte über die Förderung der Elektromobilität in Deutschland erklärte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie aktuell: „Es ist zu begrüßen, dass auch innerhalb der großen Koalition auf konkrete politische Entscheidungen zu verbesserten Rahmenbedingungen für die Elektromobilität gedrängt wird. Diese sind lange überfällig. Die deutsche Automobilindustrie hat mit ihren Herstellern und Zulieferern in den letzten Jahren über 14 Mrd. € in Forschung und Entwicklung der Elektromobilität investiert. Mit inzwischen 29 verschiedenen E-Modellen hat die deutsche Automobilindustrie das weltweit umfassendste und innovativste Angebot aller Industrienationen auf dem Markt und ist damit zu einem weltweiten Leitanbieter geworden. Jetzt müssen zügig die politischen Rahmenbedingungen für den weiteren Aufbau der Ladeinfrastruktur, die öffentliche Beschaffung und den Markthochlauf geschaffen werden. Die Erfahrung lehrt, angesichts niedriger Ölpreise, dass sich die Elektromobilität in jenen Ländern am schnellsten durchsetzt, in denen es nachhaltige Marktanreize gibt. Dafür kommen wirksame steuerliche Impulse ebenso in Betracht wie direkte Kaufanreize oder eine Kombination von beiden. So wichtig der effiziente Benziner und der Diesel in den nächsten Jahren bleiben, Deutschland sollte auch im Interesse des Klimaschutzes sich nicht damit zufrieden geben, mit seiner Industrie weltweiter Leitanbieter der Elektromobilität zu sein, sondern ebenfalls alles daran setzen ein Leitmarkt der Elektromobilität zu werden.“

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