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Bauwirtschaft:

Bauprognose 2016 mit Licht und Schatten

Freitag, 15 Januar 2016 21:37 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Bauprognose 2016 mit Licht und Schatten Bauprognose 2016 mit Licht und Schatten Bild: PIXABAY.COM

Berlin – Die Präsidenten des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, Prof. Thomas Bauer und Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, stellten in diese Woche anlässlich der Jahresauftakt-Pressekonferenz der beiden Bauspitzenverbände in Berlin ihre Bauprognose 2016 vor. Spürbare Impulse erwarten sie im Wohnungsbau und im öffentlichen Bau, weshalb sie auch - aus heutiger Sicht, wie sie ausdrücklich betonen - mit einem Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von 3,0 % rechnen. Allerdings setzen die Branchenverbände hierfür einige politische Rahmenbedingungen voraus, die erst noch umzusetzen wären. Ebenso kritisieren sie so manche Entwicklung. Mit Blick auf den Wohnungsbau erklären die Verbände, dass eine anhaltende Binnenwanderung sowie die steigende Zahl an Flüchtlingen die Fertigstellung von jährlich mehr als 400.000 Wohnungen erforderlich mache. Dies könnte in der Tat ein zuversichtlich stimmendes Konjunkturprogramm für die Branche sein, doch hängt dies immer noch von der Frage ab, wer dies letztendlich bezahlen wird.

Die Bereitstellung des Bundes von Fördermitteln für den sozialen Wohnungsbau für die Jahre 2016 bis 2018 auf jeweils einer Milliarde Euro sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Verbandschefs wiesen darauf hin, dass selbst die Kommunen hier eine Verdoppelung fordern. Zudem wünschen die Bauspitzenverbände eine generelle Erhöhung der linearen AfA, die mit derzeit 2 %  von der Baubranche als nicht mehr zeitgemäß erachtet wird. „Eine generelle Erhöhung der Abschreibung im Mietwohnungsneubau ist daher ein notwendiger Schritt, um mehr Mietwohnungen auf den Markt zu bringen, die mit mittleren Einkommen bezahlbar sind“, so die beiden Präsidenten. Allerdings stehen besagte Forderungen im Widerspruch zu den Steuerschätzungen des Bundes, die dieser seinen Etataufstellungen zugrunde gelegt hat.

Der Wirtschaftsbau hat laut HDB und ZDB die an ihn gerichteten Erwartungen 2015 nicht erfüllt und wohl nur das Vorjahresniveau erreicht. „Die deutsche Wirtschaft investiert zu wenig. Daher sehen die Aussichten auch für 2016 nicht wesentlich besser aus, erklärten Bauer und Loewenstein. Die Baugenehmigungen im Wirtschaftshochbau hätten zu Beginn des vierten Quartals 2015, bemessen nach Baukosten, bei -3 % gelegen. Einen anhaltend hohen Rückstand hätten dabei die Genehmigungen für Fabrik- und Werkstattgebäude (-17 %) ausgewiesen. Der Auftragseingang im Hochbau stecke seit Monaten bei -5 % fest. Die kommunalen Investitionen würden durch das 3,5 Mrd. Euro starke Programm des Bundes für finanzschwache Kommunen zwar steigen, jedoch kritisieren die beiden Verbände, dass der Straßenbau als wesentliche Baustelle des kommunalen Investitionsstaus unberücksichtigt bleibe. Gerade mit Blick auf die kommunalen Investitionen bestehe allerdings die Sorge, dass sich der Investitionsstau bis 2020 eher noch verschärfen werde.

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