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Wohnraumpolitik:

Bauwirtschaft fordert zahlreiche Maßnahmen für den Wohnungsbau!

Freitag, 29 Januar 2016 00:51 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Bauwirtschaft fordert zahlreiche Maßnahmen für den Wohnungsbau! Bauwirtschaft fordert zahlreiche Maßnahmen für den Wohnungsbau!

Berlin –  Auf der gemeinsamen Veranstaltung „Serielles Bauen – vom Prototyp zur Serie“ in Berlin vertraten der Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Dipl.-Ing. Marcus Becker, und der Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Axel Gedaschko, übereinstimmend die Auffassung, dass bis 2020 in Deutschland zusätzlich mindestens 140.000 neue Mietwohnungen benötigt würden, um um den zunehmenden Bedarf an kostengünstigem Wohnraum vor allem in unseren Ballungszentren zu decken. Der Gesamtbedarf, so zumindest die Einschätzung der Branchenvertreter, beliefe sich auf 400.000 Wohnungen, wovon allein 80.000 auf den sozialen Wohnungsbau entfielen. Um diese wohnungsbau- wie auch sozialpolitische Herausforderung zu meistern, müssten Bau- und Wohnungswirtschaft stärker auf die Vorteile seriellen Bauens setzen, so die Empfehlung der Verbandsführer.

In einer aktuellen Umfrage erklärten über 70 % der befragten GdW-Unternehmen, Interesse an Typenbau und Typengenehmigungen zu haben. Rund 50 % der Befragten planen, künftig seriell oder modulare Elemente beim Bau einzusetzen. Soll serielles Bauen unter Gewährleistung von hoher Qualität und zu tragbaren Kosten sowie adäquat zu erwünschten Entwicklung von Stadtquartieren erfolgen, muß dem eine frühzeitige Kooperation von Bauwirtschaft, Planern und Wohnungsunternehmen zugrunde liegen. Darüber hinaus haben die Verbandsvertreter natürlich auch Erwartungen an die Politik. Diese beziehen sich nicht allein auf die Forderung, die geplanten Mittel für die soziale Wohnraumförderung bis 2020 von einer auf zwei Milliarden Euro anzuheben. Ebenso würden als Alternative zu den Abschreibungsmöglichkeiten eine gleichwertige Investitionszulage für Wohnungsunternehmen und die befristete Wiedereinführung der degressiven Abschreibungen für Mietwohnungen als förderlich angesehen.

Vorsorglich warnen die Branchenvertreter jedoch davor, dass die Länder ergriffene Fördermaßnahmen der Bundesebene nicht durch gleichzeitige Anhebung der Grunderwerbsteuer konterkarieren dürften. Zudem müssten über eine gezielte Liegenschaftspolitik schnell und unkompliziert Grundstücke für den Wohnungsbau bereitgestellt werden. Im administrativen Bereich gelte es zu eruieren, welche Kostensenkungseffekte sich durch bauordnungsrechtliche Anpassungen erzielen ließen. Statt jedoch über einzelne Vorschriften in zig verschiedenen Landesbauordnungen zu diskutieren, sollten wir längerfristig zu einer bundeseinheitlichen Musterbauordnung kommen, wie sie die Baukostensenkungskommission des Bundesbauministerium empfohlen hat“, fordern die Präsidenten.

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