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VDMA:

Benachteiligung innovativer Jungunternehmen!

Mittwoch, 20 Januar 2016 05:39 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Quelle: de.wikipedia.org | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau - AEF-PDF

Berlin – Der Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) kritisiert eine Benachteiligung junger und innovativer Unternehmen bei Investitionen. Eine vom ifo-Institut im Auftrag der IMPULS-Stiftung des VDMA erstellte Studie kommt zu der zentralen Feststellung, dass Unternehmen, die Investitionen mit Eigenkapital finanzieren und geringere Chancen für eine Fremdfinanzierung haben, also insbesondere junge und innovative Unternehmen, aufgrund der geltenden Steuerregeln benachteiligt sind. Infolge des Studienergebnisses wäre die Politik gefordert, das erkannte Investitionshemmnis durch eine Finanzierungsneutralität der Besteuerung aufzuheben. Mit Blick auf den Maschinen- und Anlagenbau kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass sich die Investitionstätigkeit der Unternehmen insbesondere auf Kapazitätserweiterungen fokussiert. Daneben stellen Ersatzbeschaffungen ein bedeutendes Investitionsmotiv dar.

Im Zusammenhang mit besagter fehlenden Finanzierungsneutralität des deutschen Steuersystems machen die Autoren der Studie darauf aufmerksam, dass dies  zu einer Verzerrung der Investitionsentscheidungen und einer steuerlich getriebenen erhöhten Verschuldung der Unternehmen führt, die sich insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten zusätzlich destabilisierend auswirken kann.

Bei jungen Unternehmen, die für die Innovationstätigkeit eine besondere Bedeutung haben, kommt zusätzlich zum Tragen, dass sich die Beteiligungsfinanzierung steuerlich besonders ungünstig darstellt. Stellt ein Kapitalgeber einem Unternehmen neues Kapital durch Einlage bereit, unterliegen die Erträge als Gewinn auf Unternehmensebene der Körperschaft- und der Gewerbesteuer und werden bei Ausschüttung an den Anteilseigner als Dividenden zusätzlich durch die Abgeltungsteuer verringert. Auch bei einer Fremdfinanzierung werden die Zinseinkünfte, ebenso wie die Dividenden, auf Ebene des Kapitalgebers durch die Abgeltungsteuer belastet. Jedoch verringern die Fremdkapitalzinsen den Gewinn und somit die steuerliche Belastung auf Unternehmensebene. Insgesamt ergibt sich eine geringere Steuerbelastung als bei einer Beteiligungsfinanzierung.

Die Ergebnisse der Studie bestätigten auch, dass Unternehmen in Zeiten guter Finanzierungslage mehr investieren, während sie bei schlechter Finanzierung zurückhaltender sind. Rationalisierungs- und Ersatzbeschaffungsinvestitionen sind eher nicht von den Kapitalkosten beeinflusst. Hohe Kapitalkosten bremsen in erster Linie die Erweiterungsinvestitionen. Dr. Thomas Lindner, Vorsitzender des Kuratoriums der IMPULS-Stiftung hält im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland ein politisches Handeln dringend für geboten. Prof. Dr. Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie spricht sich mit Blick auf eine dringend benötigte Verbesserung der Investitionsanreize für die Einführung einer steuerliche Abzugsfähigkeit von Zinsen auf frisches Eigenkapital aus, wohingegen altes Eigenkapital in Unternehmen nicht steuerlich begünstigt werden sollte.

Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Januar 2016 05:42
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