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DIHK:

Beschäftigungsentwicklung verliert an Fahrt!

Mittwoch, 02 Dezember 2015 17:45 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. Quelle: DIHK

Magdeburg - Nachdem die Daten des Statistischen Bundesamtes zur Wirtschaftsleistung im dritten Jahresquartal durchaus nicht allzu viel Euphorie erzeugten, ja zuweilen unter namhaften Ökonomen kritische Beurteilungen hervorriefen, gewinnt die Frage nach der zu erwartenden Beschäftigungsentwicklung an Bedeutung. Zudem unter dem Gesichtspunkt, ob das Millionenheer an Flüchtlingen, womöglich nebst nachfolgendem Familiennachzug, künftig in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden kann. Der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) tätigte nun öffentlich seine aktuelle Beschäftigungsprognose, die jedoch auf ein Auslaufen der positiven Arbeitsmarktentwicklung der jüngsten Zeit hindeutet. Erlebten wir vielleicht doch nur ein künstlich erzeugtes konjunkturelles Strohfeuer, welches drohende Krisenszenarien nur verzögerte, aber nicht verhinderte?

Die Jobaussichten in Deutschland sind nach Einschätzung des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK) nicht mehr ganz so gut wie in den vergangenen Jahren. Vor allem in der Industrie macht sich die rückläufige Auslandsnachfrage bemerkbar. Laut DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben verliert die Beschäftigungsentwicklung im Jahr 2016 gemessen an den konjunkturell vergleichbaren Jahren zuvor an Fahrt. Dies lässt sich zumindest aus der aktuellen Konjunkturumfrage des Industrieverbands ableiten. Wegen der schwächeren Exportkonjunktur sei insbesondere die Industrie betroffen, so Wansleben. So werden es zwar im kommenden Jahr nach DIHK-Erkenntnissen vor allem Unternehmensdienste, insbesondere Forschungs- und Entwicklungsdienstleister, Architektur- und Ingenieurbüros sowie die Sicherheitswirtschaft sein, die noch einstellen wollen, wobei gerade dies jedoch die ersten Branchen sein dürften, die nach Absatz- und Produktionsrückgängen der Industrieunternehmen aufgrund ihrer Interdependenz einer beschäftigungspolitischen Kehrtwende folgen dürften. Bei den Gesundheits- und Sozialdiensten ergab die Umfrage, dass der Bedarf an qualifizierten Kräften vielfach nicht zum Qualifikationsstand vieler Arbeitsloser passe.

Aufmerksam machen sollte folgende Feststellung des DIHK-Hauptgeschäftsführers: "Flüchtlinge kommen zumindest kurzfristig ebenfalls kaum als Fachkräfte in Betracht, sodass die Arbeitslosigkeit trotz wachsender Beschäftigung steigen dürfte." Das Mantra einer optimierten Ausnutzung der Potenziale von Frauen und Älteren krankt aber seit jeher an seiner ins Auge stechenden Begrenztheit, so daß sich die Frage geradezu aufdrängt, warum nicht endlich eine demographiepolitische Familienpolitik gefordert wird, wenn ohnehin gewusst wird, dass kurz- und mittelfristig auf dem Wege der Migration die Fachkräfteproblematik nicht zu lösen ist. Warum dann überhaupt die kulturpolitischen Nebenwirkungen einer Zuwanderungspolitik in Kauf nehmen, die familienpolitisch nicht aufträten? - Vielleicht darf auch die buchhalterische Welt der ökonomischen Interessen künftig nicht nur als isoliertes Feld von Finanzkennzahlen betrachtet werden...

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