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New Development Bank:

BRICS-Staaten machen sich von IWF unabhängig!

Freitag, 24 Juli 2015 17:01 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Logo des IWF Logo des IWF Quelle: wikimedia.org

Frankfurt am Main - IWF und Weltbank haben nicht nur Freunde im „global village“, sondern werden aufgrund ihrer Einflußnahme in nationalstaatliche Belange, respektive der oftmals geopolitisch ausgerichteten Dominanz der USA innerhalb dieser Institutionen ebenso oft kritisch beäugt. Insbesondere im Zuge einer sich machtpolitisch multipolarer entwickelnden Welt und dem Wiederaufflammen des sogenannten „Kalten Krieges“ traten gewisse Diskrepanzen wieder offenkundiger zu Tage. Nicht zuletzt sind es die Schwellenländer, die sich lediglich als wirtschaftliche Kennziffer der Industrienationen im Sinne von „emerging markets“ empfanden, jedoch nicht in ihren eigenen traditionell soziokulturellen Interessen ernst genommen fühlen. Schlußendlich führte die in gewissen Erdteilen zunehmende Kritik an der Kreditvergabepolitik des IWF seitens der BRICS-Staaten, die da sind Brasilien, Rußland, Indien, China und Südafrika, zur Gründung einer alternativen Entwicklungsbank,  - der New Development Bank. Symbolisch bedeutsam war die Errichtung der Bank am 70. Jahrestag des Bretton-Woods-Abkommens, dem Grundstein von Internationalem Währungsfonds und Weltbank verkündet worden.

Am vergangenen Dienstag nahm nun die Bank in Schanghai offiziell ihre Arbeit auf, zu dessen erstem Präsident der Inder Kundapur Vaman Kamath, vormals Vorstandsvorsitzender der größten indischen Privatbank ICIC sowie des größten indischen IT-Dienstleistungsunternehmens Infosys, bestellt wurde. Die BRICS-Staaten, in denen immerhin 40 % der Weltbevölkerung leben, beabsichtigen 91,5 Milliarden Dollar als Devisenreserve aufzubauen, um sich von kurzfristigen Entwicklungen auf den Finanzmärkten unabhängiger zu machen. Mit einem Anteil von knapp 40 Prozent hat China mit Abstand die Führung unter den Geldgebern. Rußland ist mit 20 Prozent vertreten. Darüber hinaus war China auch die treibende Kraft bei der Gründung der - gleichfalls im Wettbewerb zu IWF und Weltbank stehenden – multilateralen Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) im vergangenen Jahr, deren Sitz bisweilen ebenfalls noch in Schanghai angesiedelt ist. Auch hier zielt die Volksrepublik darauf ab, mit 30 % größter Anteilseigner am Institut zu werden, um dadurch seiner Rolle als weltweit zweitgrößte Wirtschaftsmacht Ausdruck zu verleihen. Obgleich die USA eine Beteiligung an diesem Bankinstitut ablehnten, verfügt das Institut über 50 Gründungsländer.

In Schanghai ist zudem eine der beiden großen Börsen des Landes angesiedelt, sodaß sich die Stadt an der Mündung des Yangtse mehr und mehr zu einem der großen Finanzzentren nicht nur Ostasiens aufschwingt. - Nicht ausgeschlossen, daß die wirtschafts- und finanzpolitischen Karten bereits neu gemischt werden und die globale Dominanz Uncel Sams und dessen Greenback sein Monopolstellung verlieren könnte...

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