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Außenwirtschaft:

Chinesische Konkurrenz nimmt zu!

Mittwoch, 16 Dezember 2015 03:22 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
China China

Berlin - Eine bestandsaufnehmende Studie, die gemeinsam von Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und Germany Trade & Invest (GTAI) erstellt wurde, weist aus außenwirtschaftspolitischer Sicht dem „Gelben Riesen“ eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. In den vergangenen fünfundzwanzig Jahren fanden enorme Verschiebungen der internationalen Warenströme statt. China etablierte sich zunehmend als Werkbank der Welt und stieg zum weltweit wichtigsten Exporteur auf. Dabei erhöhte es seine Anteile am Welthandel vor allem zu Lasten Japans, Deutschlands und den USA. Die drei kurzen Worte „Der Wettbewerb steigt“ umfasste das Fazit von DIHK-Außenwirtschaftschef, Volker Treier, als er an diesem Montag die  Ergebnisse einer Untersuchung zur Konkurrenzsituation zwischen China und Deutschland auf Drittmärkten zusammenfasste. Der Studie zufolge zählen inzwischen bereits mehr als 25 % der deutschen Unternehmen chinesische Betriebe zu ihren fünf bedeutendsten internationalen Wettbewerbern.

Die Studie basiert immerhin auf 240 in ausgewählten Auslandsmärkten befragten Betrieben, von denen 15 % bereits heute einen starken Einfluss auf den Umsatz im jeweiligen Markt verzeichnen, allerdings nahezu zwei Drittel von einer steigenden Konkurrenz durch chinesische Unternehmen ausgehen. Die Marktanteilsgewinne Chinas zeigen sich in allen Kernbranchen der deutschen Exporte. In der Elektronik exportierte China im Jahr 2013 mehr als neunmal so viel wie Deutschland und in der Elektrotechnik mehr als doppelt so viel. Hinzukommt, dass sich der Wettbewerbsdruck längst nicht mehr nur auf Billigpreisprodukte erstreckt, sondern zunehmend in andere Bereiche vordringt. Volker Treier und GTAI-Geschäftsführer Jürgen Friedrich machten in ihrer Analyse deutlich, dass mittlerweile chinesische Unternehmen auch im Mittelpreissegment ernst zu nehmende Konkurrenten seien. Jedoch ergab die Untersuchung, dass die deutschen Unternehmen nicht in einen Preiskampf einzutreten gedenken, sondern der neuen Herausforderung dadurch begegnen wollen, indem sie ihre bestehenden Stärken in der Forschung und Entwicklung sowie beim Vertriebsnetz ausbauen.

Im Niedrigpreissegment ist die chinesische Konkurrenz der Studie zufolge für rund 70 % der deutschen Unternehmen stark bis sehr stark. Und diese Entwicklung wird sich voraussichtlich noch einmal verstärken, da die chinesische Wirtschaft wegen der steigenden Löhne gezwungen ist, die Wertschöpfung zu erhöhen, sprich  effizienter zu werden und höherwertige Produkte herzustellen. Gleichzeitig unterstützt die chinesische Regierung über die Instrumentarien flexibel eingesetzter Exportkredite und/oder  Ausfuhrkreditversicherungen bis hin zur politischen und finanziellen Flankierung von Großprojekten im Ausland massiv die Internationalisierung der chinesischen Wirtschaft, mit dem Ziel, dadurch weitere Märkte zu erschließen. "Interessant ist, dass die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft eng mit dem Engagement ausländischer Unternehmen im Land zusammenhängt", erläuterte GTAI-Geschäftsführer Friedrich. "Ohne deren Know-how wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen." Nach wie vor sei fast die Hälfte aller Exporte Chinas auf Betriebe mit ausländischer Beteiligung zurückzuführen.

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