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Landmaschinen-Riese eröffnet neues Werk in Krasnodar

Claas setzt weiterhin auf Russland

Freitag, 19 Dezember 2014 21:22 geschrieben von  Enno-Martin Cramer
VARIO Schneidwerk in Raps (TUCANO 480, V 750) VARIO Schneidwerk in Raps (TUCANO 480, V 750) Quelle: claas-gruppe.com

Magdeburg - Der deutsche Landmaschinenhersteller Claas hat sich erneut zu seinen Geschäftstätigkeiten in Russland bekannt. Demnächst eröffnet das Unternehmen, das in der südrussischen Stadt Krasnodar schon seit 25 Jahren Traktoren und Mähdrescher produziert, ein neues Werk, mit dem die Produktionskapazitäten vor Ort verdoppelt werden sollen.

Obwohl Claas, unter anderem wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland, im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Gewinneinbruch von 46,7 Prozent verbuchen musste, sollen im kommenden Jahr noch einmal 40 Millionen Euro in das neue Werk fließen. „Wir stehen zu diesem Engagement“, so Lothar Kriszun, Sprecher der Konzernleitung des Landtechnikherstellers aus dem ostwestfälischen Harsewinkel. Als Familienunternehmen denke man nicht in kurzfristigen Zeitabläufen, sondern setze auf eine Normalisierung der Märkte innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre. Claas sei davon überzeugt, dass sein Bekenntnis zum russischen Markt auch aus Signal verstanden werde und sich langfristig positiv auswirken werde, so Kriszun.

Trotz der Gewinneinbußen und des deutlich schrumpfenden Marktes für Landmaschinen konnte die Claas-Gruppe ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr auf einem Niveau von rund 3,8 Milliarden Dollar halten. Für das Geschäftsjahr 2014/2015 peilt man einen Umsatz in etwa der gleichen Höhe an.

Claas ist mit seinen aktuellen Umsatzzahlen und rund 11.400 Mitarbeitern immer noch weltweit unangefochtener Spitzenreiter im Bereich der Landmaschinentechnik. Angesichts der in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegenen Vertriebs- und Verwaltungskosten hat das Management nun ein Effizienzprogramm aufgelegt, das bis 2018 rund 200 Millionen Euro einsparen soll.

Daneben setzt das 1913 gegründete Unternehmen, das ein Fünftel seiner Umsätze in Russland erwirtschaftet, weiterhin auf Forschung und Entwicklung: 212 Millionen Euro wollen die Westfalen in den kommenden Jahren investieren, um technisch an der Weltspitze zu bleiben. Mit fast 1,2 Milliarden Euro Eigenkapital (Eigenkapitalrendite: 38 Prozent) im Rücken und da man als nicht börsennotiertes Familienunternehmen nicht von Quartalszahlen getrieben wird, kann das Unternehmen auch kurzfristige Auftragsdellen und Gewinneinbußen verkraften.

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