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Terrorismusbekämpfung

Daimler lässt künftig Mitarbeiter regelmäßig überprüfen

Montag, 05 Januar 2015 16:05 geschrieben von  Susanne Hagel
Logo der Daimler AG Logo der Daimler AG Quelle: daimler.com

Magdeburg - Um den Vorgaben der EU und der USA zu entsprechen, überprüft der Autokonzern Daimler künftig alle drei Monate alle seine Mitarbeiter anhand der entsprechenden Sanktionslisten der Europäischen Union sowie der Vereinten Nationen.

Dies geht aus einer Konzernbetriebsvereinbarung vom 12. November 2014 hervor, die dem Unternehmen das Recht einräumt, "zur Terrorismusbekämpfung" ab dem 1. Dezember vergangenen Jahres Name, Anschrift und Geburtsdatum sämtlicher 280.000 Beschäftigter abzugleichen und die Daten anschließend sechs Jahre lang aufzubewahren. Weiterhin werden auch alle künftigen Mitarbeiter, die sich auf einen Arbeitsplatz im Daimlerkonzern bewerben, entsprechend durchleuchtet. Für leitende Angestellte gelte eine gesonderte Regelung, die faktisch den gleichen Inhalt habe, wie die Konzernleitung mitteilte. Sollte bei einer der Überprüfungen einer der Daimlermitarbeiter auf den Sanktionslisten entdeckt, werde dieser laut Betriebsvereinbarung freigestellt,  "das Entgelt wird nicht ausbezahlt, und alle weiteren Leistungen sind zurückzuhalten". "Soweit erforderlich" werden zudem die "zuständigen Behörden" informiert.

Wie der Daimler-Rechtsvorstand Christine Hohmann-Dennhardt erklärte, erfülle der Konzern somit "zwingende" gesetzliche Vorgaben der EU sowie der USA, die künftig auch andere Unternehmen einführen werden. "Die Daimler AG trägt in angemessener Weise dafür Sorge, dass die sanktionsrechtlichen Vorgaben des Gesetzgebers berücksichtigt werden", so der Konzernsprecher Florian Hofman. "Nach diesen Vorgaben sind wir, wie andere Unternehmen auch, verpflichtet, gelistete Personen zu melden." Der Daimlerkonzern habe die Überprüfungen nur besonders frühzeitig umgesetzt. Auch Hofman betonte ausdrücklich, wie wichtig dem Daimlerkonzern die Sicherheit und die Vertraulichkeit der Mitarbeiterdaten seien. Der Konzern sei sich der "Verantwortung bewusst" und versprach einen sorgfältigen Umgang mit den Daten. Die Persönlichkeitsrechte blieben beim "Abgleich von Beschäftigten- und Bewerberdaten gewahrt, so Hohmann-Dennhardt.

 

Der Betriebsrat des Konzern ist mit den Durchleuchtungsmaßnahmen ebenfalls einverstanden. Wie dessen Vorsitzender Jörg Spies erklärte, sei das Programm sogar "ein Leuchtturm zum Schutz der Beschäftigten". Natürlich dürfe es keinen Zweifel daran geben, dass die bestehenden Gesetze und Vorschriften eingehalten werden.

Letzte Änderung am Montag, 05 Januar 2015 16:15
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