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Finanzdienstleister aus Mettmann hat beste Kontakte in die Vereinigten Arabischen Emirate

Daniel ten Brinke und die Projektfinanzierungen mit der Eagle Group

Dienstag, 23 März 2021 23:25 geschrieben von 
Daniel ten Brinke ist CEO der Eagle Investment & Consulting GmbH Daniel ten Brinke ist CEO der Eagle Investment & Consulting GmbH Quelle: Facebook

Mettmann – Im Januar 2017 sorgten Ina ten Brinke-Schubert und ihr Sohn Daniel ten Brinke für Schockwellen in der SPD und viel Bewegung in der Parteienlandschaft Mettmanns. Beide erklärten nämlich ihren Austritt aus der SPD-Stadtratsfraktion und begründeten ihren Schritt mit Differenzen in der Verkehrspolitik, zum Beispiel der „Netztrennung“ beziehungsweise der Sperrung der Innenstadt für den PKW-Verkehr.

Aber auch die persönliche Chemie zu den sozialdemokratischen Fraktionskollegen schien nicht mehr gestimmt zu haben und machte den persönlichen Umgang immer konfliktträchtiger. Mutter und Sohn glaubten, eine Entscheidung treffen zu müssen und zogen einen politischen Trennungsstrich. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: „Wir werden Ratsmitglieder bleiben und zeitnah eine eigene Fraktion im Mettmanner Stadtrat gründen. Wir werden unser Ratsmandat nutzen, um nun diejenigen Inhalte politisch einbringen und abarbeiten zu können, für die wir bei der letzten Kommunalwahl kandidiert haben und von denen wir der festen Auffassung sind, dass sie die Menschen in unserer Stadt bewegen.“ Dazu zählten sie insbesondere die Förderung günstigen Wohnraums: „Hier werden wir umgehend die Initiierung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft beantragen, um darüber die Förderung des sozialen Wohnungsbaus zu forcieren.“ Als weitere Themen nannten sie den Ausbau des Stadtmarketings, mehr Wirtschaftsförderung und die Einführung einer Gesamtschule.Daniel ten Brinke zeigte sich überzeugt, dass die Bürger kein Verständnis für parteipolitisches Gezänk haben. Der Ausgang der vorangeganenen Bürgermeisterwahl habe gezeigt, dass die Menschen der Kreisstadt viel Interesse an den wirklich wichtigen Themen vor Ort hätten. Wegen parteipolitischer Inszenierungen und Blockaden seien viele jedoch von den Parteien frustriert und suchten neue Angebote.

Ina ten Brinke-Schubert und Daniel ten Brinke haderten noch 2017 mit der vorangegangenenBürgermeisterwahl vom September 2015, als die SPD-Kandidatin Andrea Rottmann mit nur 1.599 Stimmen und 11,8 Prozent ein desaströses Ergebnis einfuhr. „Da haben wir uns beide gefragt, was denn passiert jetzt in der SPD. Müssen wir uns nicht dringend personell und inhaltlich neu aufstellen?“ Aber eine selbstkritische Fehleranalyse und daraus folgende Erneuerung blieb die örtliche SPD in den Augen der beiden Freigeister schuldig. Da in der Wahlperiode alle zwei Jahre ein neuer Fraktionsvorsitzender zu wählen ist, löste Florian Peters die glücklose Bürgermeisterkandidatin Rottmann ab. „Das war einer von vielen Gründen für uns, aus der SPD auszutreten“, betonten Mutter und Sohn. Florian Peters erklärte daraufhin recht einsilbig: „Wir bedauern den Austritt, können aber damit leben.“ Das roch nach Schönrednerei, schließlich fehlten der SPD fortan zwei Ratsstimmen, und der Austritt der beiden stadtbekannten politischen Schwergewichte bescherte Partei und Fraktion reichlich Negativpresse.

Durch die Beibehaltung ihrer Mandate konnten die SPD-Aussteiger eine eigene Fraktion bilden, der sie den Namen „Bürger für Mettmann“ (BfM) gaben. „Es haben sich schon viele gemeldet, die bei uns mitmachen wollen“, sagte Ina ten Brinke-Schubert vor vier Jahren. Viele Bürger fänden es gut, dass man bei ihnen nicht in eine Partei eintreten müsse, um mitmachen zu können. Die Zeit bis zur Kommunalwahl im Herbst 2020 wollte die zweiköpfige Fraktion nutzen, um neue Mitstreiter zu gewinnen. Die „Bürger für Mettmann“ verschrieben sich neben der Förderung des Wohnungsbaus vor allem dem Widerstand gegen die Sperrung des Jubiläumsplatzes für den Autoverkehr. Die SPD hatte den entsprechenden Ratsbeschluss mitgetragen. „Das ist eine Entscheidung, die wir noch jahrelang spüren werden“, warnte Daniel ten Brinke. „Ich kann das bei meinen Wählern in Mettmann-Süd nicht vertreten und ihnen dann erklären, warum sie bald durch die halbe Stadt fahren müssen, um zum Baubetriebshof zu kommen.“

Obwohl die beiden Protagonisten schwungvoll in die Fraktionsarbeit starteten, sprang der Funke auf Mettmanner nicht so recht über. Die Facebook-Seite der „Bürger für Mettmann“ – Selbstbeschreibung: „Wir sind eine Fraktion im Mettmanner Stadtrat, die, frei von jeder Parteizugehörigkeit, Politik für die Menschen in Mettmann machen möchte“ – gefällt nur 75 Personen und wurde zuletzt am 5. Juli 2017 aktualisiert. Dort stand zur Verschiebung des verkehrspolitischen Ratsbürgerentscheids: „Die BfM-Fraktion hat den Antrag auf einen Ratsbürgerentscheid in der gestrigen Ratssitzung zurückgezogen, um ihn im Herbst/Winter erneut im Rat zu stellen. Es handelt sich also um eine Verschiebung und nicht um eine endgültige Rücknahme.“ Zur Kommunalwahl am 13. September 2020 traten die „Bürger für Mettmann“ gar nicht an, obwohl das 10,9-Prozent-Ergebnis für die Liste „Zur Sache! Mettmann“ ein großes Wählerpotenzial jenseits der etablierten Parteien zeigt.

Das Ausscheiden aus der Kommunalpolitik scheint Daniel ten Brinke aber gut verkraftet zu haben. Die freigewordenen Zeitkapazitäten nutzt er für den Ausbau seines unternehmerischen Engagements. So ist er vertretungsberechtigter Geschäftsführer der Eagle Investment & Consulting GmbH mit Postfach in Mettmann. Die Eagle Group ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die ihre geschäftlichen Kernkompetenzen bündeln, um Kunden ein großes Spektrum an Leistungen und Services bieten zu können. Dabei geht es vor allem um Firmen- und Projektfinanzierungen, Projektentwicklungen in den Bereichen Immobilien und erneuerbare Energien sowie die Vermittlung von Vermögensverwaltungen. Die Unternehmensgruppe unterstützt expandierende Firmen und junge Projektentwickler mit einer soliden Finanzplanung und der Akquise von Eigen- und Fremdkapital. Kapitalanleger im Immobilienbereich setzen auf die besondere Krisensicherheit von Sachwerten und weitere Vorteile wie die guten Abschreibungsmöglichkeiten. Hier bietet Daniel ten Brinke genauso seine Dienste an wie bei der Förderung klimafreundlicher Energiegewinnung. Die Eagle Group kann von der Planung und dem Anlagenbau über die Kapitalakquise bis hin zur Unterhaltung eine breite Expertise im Bereich der erneuerbaren Energien vorweisen. In puncto Vermögensverwaltung offeriert der Mettmanner Finanzdienstleister Unternehmensbeteiligungen im Rahmen von Nachrangdarlehen oder Investitionen bei Partnern, die mit Tagesgeldzinsen in Höhe von 3,2 Prozent locken.

Als Unternehmensanspruch formuliert man, „zum Kreis der vertrauenswürdigsten und weltweit renommiertesten Finanzberatungsunternehmen zu gehören“ und beruft sich auf die Werte von Kundenorientierung, Transparenz, Meritokratie und Solidarität. Angestrebt werde eine offene und respektvolle Beziehung zu allen Geschäftspartnern und Mitarbeitern. Der CEO der Eagle International Group scheint besonders gute Beziehungen in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zu pflegen. Am 21. März teilte er bei Facebook mit: „Finanzierungsgesellschaft des Kunden gegründet. Gespräche finalisiert. Mittlerweile sind auch Immobilienvorhaben in Deutschland über VAE-Investoren finanzierbar! Kunde überglücklich! Ich auch. Jetzt nach Deutschland und weiter in die Schweiz. Nächste Woche wieder nach Dubai.“ Im März 2018 war dem deutschen Netzwerker eine besondere Ehre zuteilgeworden: „Ich war eingeladen an einer Hochzeitsfeier der Herrscherfamilie von Dubai teilzunehmen. Es wurde live im Fernsehen übertragen. Ich war einer von zwei Ausländern und ja: als Hellhäutiger im schwarzen Anzug fällt man hier unter etwa 1.000 Arabern ein wenig auf.“

Dass Daniel ten Brinke trotz seiner vielen unternehmerischen Aktivitäten das politische Geschehen weiterhin genau verfolgt, lässt sich an einem Kommentar zum Ausgang der jüngsten hessischen Kommunalwahl ablesen. Am Abend des 14. März gratulierte er einem siegreichen SPD-Kandidaten: „Dass mein alter Kumpel und Weggefährte aus Nordhessen, Torsten Warnecke, die Landratswahl in Hersfeld-Rothenburg gewonnen hat, macht mich extrem glücklich! Ihr kennt eben Leute – und so gewinnt man Wahlen! Herzliche Gratulation aus Dubai, lieber Torsten!“

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