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US-Wirtschaft:

Desaströser Arbeitsmarkt zeigt wirtschaftliche Instabilität der USA auf

Mittwoch, 12 August 2015 17:55 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Flagge der USA Flagge der USA Quelle: PIXABAY.COM

Washington - In Sachen Krisenpolitik aufgrund instabiler Volkswirtschaften braucht der Blick keineswegs nur auf Griechenland und Südeuropa gerichtet werden, sondern darf durchaus auch einmal die Datenlage der Europa so gerne Empfehlungen aussprechenden Sanktionslokomotive aus Übersee eingehend analysiert werden. Ein Blick hinter die offiziell verlautbarten Statistik-Kulissen läßt dann vielleicht auch auf die Motivation gewisser weltpolitischer Richtungsentscheidungen der Großmacht USA schließen. Desöfteren schon verlautbarte der ehemalige stellvertretende US-Finanzminister und frühere Mitherausgeber des Wall Street Journal Dr. Paul Craig Roberts kritische Analysen zur US-amerikanischen Politik, und so auch aktuell bei King World News hinsichtlich der Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarktes, womit er den Meldungen einer Erholung der US-Wirtschaft entschieden widerspricht.

Die Erwerbsquote ist in den USA seit Jahren rückläufig, nur werden in den meisten Wirtschaftsnachrichten in der Regel Kennziffern genannt, die auf eine optimistische Lageeinschätzung schließen lassen. So läßt sich beispielsweise anhand der sogenannten U.3-Kennziffer die Arbeitslosenquote - derzeit 5,3% - durchaus regierungsfreundlich darstellen, wenngleich sie auch einer real gegebenen Problematik nicht entsprechen mag. All jene, die, womöglich vielfach aus Resignation, sich nur vier Wochen für keinen Arbeitsplatz mehr beworben haben, werden in dieser statistischen Erfassung schon nicht mehr geführt. Weit aussagekräftiger ist dabei die weniger oft genannte Kennziffer U.6, die auch jene seit weniger als einem Jahr erfolglos auf Stellensuche befindlichen Arbeitslosen impliziert, wodurch bereits eine doppelt so hohe Arbeitslosenquote ausgewiesen wird. Am interessantesten ist allerdings der Umstand, daß in den USA 1994 eine einschneidende Veränderung der methodischen Ermittlung der Arbeitslosenquote vorgenommen wurde. Seitdem werden Langzeitarbeitslose nicht mehr als arbeitssuchend geführt. Allerdings mißt das regierungsunabhängige „Shadowstats“ die US-Arbeitslosigkeit weiterhin nach der damaligen Methodik, dergemäß die USA für Juli 2015 eine Arbeitslosenquote von 23% aufweisen. Dies entspricht annähernd derjenigen der Great Depression von 1929/30. Soviel zur Erholung der amerikanischen Wirtschaft!

Zudem hatten gegenwärtig im Juli diesen Jahres in den USA mehr als 27 Millionen Menschen Teilzeit-Jobs, und davon 6,3 Millionen mangels einer Vollzeitstelle. Über sieben Millionen bestreiten ihren Alltag mit mehreren Teilzeit-Jobs. Einen Beschäftigungszuwachs gab es nur in der Alterskohorte über 55 Jahren, in Bezug auf die Jüngeren ging seit 2009 das Arbeitsangebot um mehrere Millionen zurück. Der ehem. Vize-Finanzminister der USA Dr. Roberts stellt fest, daß die angebliche wirtschaftliche Erholung Amerikas offensichtlich an jenen im besten Arbeitsalter vorbeigeht. - Vielleicht erlebt ja die Welt bereits eine Weltmacht am Wanken...

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