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Neue Studie des DIW

Deutsche Superreiche noch reicher als vermutet

Donnerstag, 12 Februar 2015 20:45 geschrieben von  Johann W. Petersen
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Magdeburg - Nach einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) besitzt das reichste Prozent der Bevölkerung in Deutschland rund ein Drittel des gesamten Privatvermögens. Die auf Schätzungen basierenden Berechnungen übertreffen damit die Zahlen aus dem jährlich aktualisierten Sozio-Ökonomischen Panel (SOEP), in dem mehrere Tausend Haushalte zur Art und Höhe ihrer Einkünfte befragt werden. Demnach sollen die Superreichen „lediglich“ ein Fünftel des gesamten Privatvermögens in Deutschland halten.

Anders als in Ländern, in denen es etwa eine Vermögensteuer gibt, kann das DIW hierzulande nicht auf offizielle Daten zurückgreifen. Das Institut erklärte dazu in einer Pressemitteilung: „Da als Grundlage die nur bedingt überprüfbare Milliardärsliste des Forbes-Magazins dient, rechneten die DIW-Verteilungsexperten Christian Westermeier und Markus Grabka mit zwei verschiedenen Szenarien.“ Die Liste des US-Magazins führt alle Menschen mit einem geschätzten Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar auf. Im Jahr 2013 standen mehr als 50 Deutsche auf der Liste. Diese Angaben glichen die Wissenschaftler für die Studie mit anderen Statistiken ab.

„Der Unterschied zwischen unserer Gesamtschätzung und den anderen verfügbaren Daten ist in allen Szenarien erheblich“, so das Fazit von Westermeier und Grabka. Der Anteil des reichsten Prozents der deutschen Haushalte steige von 18 Prozent auf Basis des SOEP auf mehr als 30 Prozent (je nach Szenario zwischen 31 und 34 Prozent). Die reichsten zehn Prozent vereinigen den DIW-Schätzungen zufolge 63 bis 74 Prozent des Privatvermögens auf sich. Das Gesamtvermögen der Deutschen liege demnach um rund drei Billionen Euro höher. Die Studie des DIW wurde im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erstellt.

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