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674 Tonnen Gold

Deutsches Gold wird zurückgeholt

Montag, 22 Dezember 2014 16:14 geschrieben von  Torsten Müller
Goldbarren Goldbarren Quelle: pixabay.com

Frankfurt am Main - Viele Deutsche haben darauf gewartet: das deutsche Gold, das seit Jahrzehnten im Ausland lagert, soll nach Deutschland zurückkehren. Viele Deutsche sind skeptisch, ob das deutsche Gold im Ausland denn sicher sei und für den Krisenfall auch greifbar wäre.

Bisher lagert das Gold in Paris, London und New York. Seit 2013 hat die Bundesbank damit begonnen, das deutsche Gold zurück in die Frankfurter Zentrale zu holen. Spätestens im Jahr 2020 soll die Hälfte des Goldes wieder in Deutschland sein. Ende des Jahres 2013 war es noch nicht einmal ein Drittel. Dennoch sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann nun: „Wir sind voll im Plan. Das Gold kommt hier an.“

Der Bundesrechnungshof hatte gefordert, dass im Ausland eine genaue Bestandsaufnahme gemacht werde. Auch regelmäßige Kontrollen hielt er für notwendig. Öffentlicher Druck sei aber nicht der Grund der Rückverlagerung gewesen. Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Bundesbank-Vorstandes dazu wörtlich: „Das Lagerstellenkonzept beruht auf einer autonomen Entscheidung des Bundesbank-Vorstandes. Diesen Beschluss setzen wir jetzt um.“

Auch wenn die Bundesbank immer wieder beteuert, dass man „voll im Zeitplan“ liege, muss doch verwundern, dass man mit der Rückverlagerung kaum vorankommt. So kamen im Jahr 2013 nur 37 Tonnen von 674 Tonnen in Frankfurt an. Anfang des laufenden Jahres hieß es, dass im Jahr 2014 30 bis 50 Tonnen Gold aus New York und 50 Tonnen aus Paris nach Deutschland zurückverlagert werden sollen. Die Notenbank hat sich bisher nicht dazu geäußert, ob das gelungen ist.

Thiele beruhigt derweil die zahlreicher werdenden Skeptiker: „An der Integrität der Fed bestehen nicht die geringsten Zweifel. Das haben die bisher durchgeführten Transporte bestätigt.“ Ein Teil des Goldes bleibt allerdings in New York und London, wie Thiele erklärt: „Gold kann im Krisenfall beliehen oder in eine andere Währung getauscht werden. Deshalb bleibt ein Teil des Goldes in den Lagerstätten in New York und London.“ Paris soll in den kommenden Jahren als Lagerort komplett aufgelöst werden.

Die Bundesbank weist heute den zweitgrößten Goldschatz nach dem der USA auf. Die Goldreserven wieder nach Deutschland zurückzuholen, ist nicht nur eine Frage des Misstrauens, sondern eine Frage von Souveränität und Handlungsfähigkeit.

Letzte Änderung am Montag, 22 Dezember 2014 16:25
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