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Industrie 4.0:

Digitale Zukunft in Deutschland ungewiss!

Sonntag, 24 Januar 2016 01:14 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Digitale Zukunft in Deutschland ungewiss! Digitale Zukunft in Deutschland ungewiss!

Berlin – Seit Jahren diskutieren Politik und Medien über den Fortgang oder auch ausbleibenden Fortgang des Ausbaus der Breitband-Infrastruktur und trotz maroder Brücken war die sogenannte Datenautobahn häufig die meistdiskutierte Verbindung. Doch war es bislang überwiegend eine Frage der regionalen Standortwettbewerbsfähigkeit mit Blick auf Teilnahme an Ausschreibungen oder ähnlichem, das oftmals von im ländlichen Raum befindlichen Unternehmen nicht auf Augenhöhe mit denjenigen in gut ausgebauten Verdichtungsräumen wahrzunehmen war, geht es inzwischen um sogar um die künftige Abwicklung von Produktionsprozessen selbst. Die nächste ökonomische Revolution unter dem Schlagwort Industrie 4.0 verlangt nach tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, für die von den Wirtschaftsakteuren nun seitens der Politik die dementsprechenden Rahmenbedingungen gefordert werden. Dieses Thema begleitet auch das Weltwirtschaftsforum in Davos. Manche Wirtschaftsbranche artikuliert diesbezüglich jedoch Defizite in Deutschland, so beispielsweise der Maschinenbau.

Die Bundesregierung muss im Ausbau der digitalen Netze nach Ansicht des Maschinenbaus dringend ihre Hausaufgaben machen. “Während die vierte industrielle Revolution über dem Weltwirtschaftsgipfel von Davos schwebt, scheint Deutschland trotz aller Lippenbekenntnisse den Schuss nicht zu hören. Bislang haben Straßen und Schienenwege im globalen Standortwettbewerb entschieden, jetzt aber wird der digitale Netzanschluss entscheidend sein“, warnte jüngst der Hauptgeschäftsführer des Verbands des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) Thilo Brodtmann, der gewisse Sorge um die heimische Industrie, insbesondere für die zahlreichen mittelständischer Weltmarktführer im Maschinenbau hat. In einer digitalen Welt ist ein modernes, schnelles Datennetz nach Ansicht des VDMA unverzichtbar, ohne das in der Welt von Industrie 4.0 die sogenannten „Hidden Champions“ der deutschen Ökonomie schnell „vom Podest stürzen könnte“, so Brodtmann wörtlich. Diese nehmen aber innerhalb der deutschen Wirtschaft eine nicht unmaßgebliche Rolle ein.

Die deutsche Wirtschaftskraft lebt von Mittelständlern in der Fläche und Informationen in beliebiger Menge an jeden beliebigen Ort im Land werden, vor allem für den industriellen Mittelstand immer stärker zur Schlüsselfrage. Der VDMA stellt sich hinter die Forderung nach einem flächendeckendem Gigabitnetz bis spätestens 2015 als Grundvoraussetzung für eine deutsche Spitzenstellung und wünscht hierzu Klarheit seitens der Politik. Die aktuellen Ausbaupläne der Bundesregierung, die eine flächendeckende Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s vorsehen, greifen nach Ansicht des VDMA deutlich zu kurz. Mit seinen Ausbauplänen baut Minister Dobrindt aber nur digitale Kriechspuren und nicht die benötigten Überholspuren“, beklagt Brodtmann.

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