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Risikokapital

Dubai: Was bringt die Expo 2020 dem Projektfinanzierer Aras Group DWC LLC?

Dienstag, 11 Februar 2020 20:58 geschrieben von 
Logo der Expo 2020 in Dubai Logo der Expo 2020 in Dubai

Dubai – Die Augen international tätiger Unternehmer und Anleger sind in diesem Jahr besonders auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit dem Handels- und Finanzzentrum Dubai gerichtet. Die pulsierende Metropole im gleichnamigen Emirat erhielt im November 2013 den Zuschlag für die Ausrichtung der Weltausstellung 2020. Unter dem Motto „Connecting Minds, Creating the Future“ werden sich die Völker der Welt vom 20. Oktober 2020 bis 10. April 2021 in der arabischen Stadt der Superlative treffen. Die Ausrichter rechnen mit über 25 Millionen Besuchern. Zum ersten Mal findet die Expo im Raum Naher Osten, Ostafrika und Westasien statt. Im Mittelpunkt des Großereignisses stehen die Oberthemen Opportunity, Mobility und Sustainability als Garanten weltwirtschaftlichen Fortschritts. Der Ausstellungsort ist durch die geografische Lage in Dubai Süd, auf der Achse zwischen den Metropolen Dubai und Abu Dhabi sowie in direkter Nähe zu wichtigen Luft- und Seefrachtknoten, logistisch nahezu ideal.

Im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit sollen 80 Prozent der Expo-bezogenen Investitionen langfristig genutzt werden und das Gelände deshalb Ausgangspunkt für eine großangelegte Neuerschließung Dubais sein. Erklärtes Ziel ist es, das Konferenz- und Ausstellungszentrum dauerhaft als Veranstaltungsort in der Region zu etablieren und die hochmoderne Straßen- und Gebäude-Infrastruktur als Fundament für die Errichtung einer völlig neuen Stadt, Dubai South, zu nutzen. Marktkenner gehen davon, dass Unternehmens- und Immobilienfinanzierer wie die ortsansässige Aras Group DWC LLC hierbei eine große Rolle spielen werden. Auch Deutschland ist bei der Weltausstellung mit einem eigenen Pavillon vertreten. Den Zuschlag für dessen Organisation und Betrieb gab das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie seinerzeit der Koelnmesse GmbH. Am Campus Germany wird während der sechsmonatigen Dauer mit rund drei Millionen Besuchern gerechnet.

Dort dürfte sich auch der deutsche Darlehensvermittler und Investment-Profi Frank Kahn tummeln, um alte Kontakte aufzufrischen und neue zu knüpfen. Kahn ist die Rolle als Key-Account-Manager der Aras Group auf den Leib geschnitten. Der 67-Jährige kümmert sich weltweit um die Beziehungen zu Partnerunternehmen und die Ausweitung der Geschäftsbeziehungen. Für Deutschland bedeutet das, dass er insbesondere solchen Start-ups unter die Arme greift, die trotz einer innovativen Geschäftsidee partout keinen konventionellen Bankkredit erhalten und deshalb mit einer existenzgefährdenden Unterfinanzierung zu kämpfen haben. Hier tritt Frank Kahn als gewiefter Beschaffer von Risikokapital auf den Plan. Dabei soll er sich auf sehr gute Kontakte zu reichen und investitionsfreudigen Familien in der Golfregion stützen. Die Aras Group hat erkannt, dass immer mehr deutsche und europäische Unternehmen auf der Suche nach Finanzierungsalternativen zu den überbürokratisierten und risikoscheuen Geschäftsbanken sind, um ihre Wachstumsziele zu erreichen.

Die Dubaier Investmentgesellschaft erklärt dazu: „Im Idealfall finden diese Unternehmen einen Partner, der über seine Investoren nicht nur die richtige Finanzierung vermittelt, sondern gemeinsam mit seinen Darlehensnehmern das Konzept erarbeitet und sich im Hintergrund um eine Refinanzierung kümmert. Eine geeignete Alternative zum Bankkredit ist die Kooperation mit Anlegern aus dem Nahen Osten, die als Kreditgeber auftreten. So können Finanzierung und Konzeptentwicklung aus einer Hand kommen.“ Zu den Finanzierungsangeboten gehören unter anderem nachrangige Darlehen, stille Beteiligungen und Risikokapital.Vermutlich unter dem Einfluss von Kahn hat sich die Aras-Gruppe zuletzt immer mehr auf die Investmentberatung und das Angebot gewerblicher Finanzierungen konzentriert. Bei den Refinanzierungslösungen stützt man sich eigenen Angaben zufolge auf Versicherungsgesellschaften, Family Offices, Geschäftsbanken, europäische Leasinggesellschaften und Vermögensverwalter.

Von einer geschäftspolitischen Verengung kann trotz aller Spezialisierung keine Rede sein. Der international tätigen Unternehmensgruppe gehören die Aras Logistic and Distribution Ltd., die Aras Trading and Services Ltd., die Aras Consulting and Advisory Ltd., die Aras Properties Ltd. sowie die Aras Investment and Participation Ltd. an. Damit werden gleichermaßen die Sparten Transport und Logistik, Handelsdienstleistungen, Unternehmensberatung, Beteiligungen, Investments, Risikokapitalvergabe und Immobilien abgedeckt.

„Immobilien“ ist im Vorfeld der Weltausstellung ein wichtiges Stichwort. Vor genau einem Jahr intensivierte der arabische Projektfinanzierer seine eigenen Bauprojekte in den VAE und kündigte allein für 2019 Investitionen im dreistelligen Dollar-Millionenbereich an. Das Geld fließt unter anderem in ein Luxushotel, das als Altersresidenz dienen soll, sowie in Wohntürme, deren Wohneinheiten Investoren zum Kauf angeboten werden. „Hinzu kommen weitere eigene Projekte, zum Beispiel das Expo-2020-Projekt“, sagte Unternehmenssprecher Hassan Najjar anspielungsreich. Grundsätzlich wolle man mit der Finanzierung durch Investoren erreichen, dass eine Finanzierungsalternative zum klassischen Bankkredit genutzt werden könne. „Darüber hinaus besteht ein weiteres Ziel darin, eine Verbindung zwischen Arabien und Europa zu schaffen, sodass auch immer mehr europäische Unternehmen die Finanzierungsmöglichkeiten nutzen können.“

Aber der Blick ist nicht mehr nur auf Europa gerichtet. Auch einzelne Länder Afrikas haben eine boomende Start-up-Szene, die auf die unkomplizierte Bereitstellung von Wagniskapital angewiesen ist. Das „Handelsblatt“ konstatierte deshalb: „Afrika entwickelt sich zu einem der größten Start-up-Hubs der Welt. Während manche die Probleme fürchten, haben erste Investoren die Chancen erkannt.“ Der Aufbruchsgeist in Afrika überzeuge zunehmend auch deutsche Unternehmen, weiß das Blatt zu berichten und beruft sich dabei auf die Prognosen von Unternehmensberatern. „Die am schnellsten wachsenden und profitabelsten Unternehmen in Afrika sehen Herausforderungen typischerweise als Ansporn und unerfüllte Nachfrage als Möglichkeit zu wachsen“, formulieren McKinsey-Berater im Buch „Africas Business Revolution“.

Das sieht Aras-CEO Aschraf Mahmud offenbar ähnlich. Zusammen mit Hassan Nazar und Maria Zain will er Projektfinanzierungen in Afrika massiv fördern. Dabei kann sich Mahmud auf die Mitarbeit von Frank Kahn, von Relationship Manager Samira Zadeh, von Marketing Coordinator Akash Kumar sowie von Ibrahim Saadi (Audit Department) verlassen.

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