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Daniel Bahr bringt sich beim Krankenversicherer ins Trockene

Ehemaliger Gesundheitsminister wechselt zur Allianz

Mittwoch, 01 Oktober 2014 06:32 geschrieben von  Susanne Hagel
Ehemaliger Gesundheitsminister wechselt zur Allianz Quelle: allianz.com

München - Der 37-jährige FDP-Politiker und Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr wird Vorstandsmitglied in der Allianz-Tochter Private Krankenversicherung (APKV).

Nur knapp ein Jahr nach dem Ausscheiden seiner Partei aus dem Bundestag werde er, Angaben der Allianz zu Folge, ab dem 1. November zunächst als Generalbevollmächtigter der APKV die Bereiche Leistungsmanagement und Zentrale Vertriebskoordination übernehmen und nach einer nicht näher bestimmten Einarbeitungszeit schließlich in den Vorstand berufen werden.

Der schnelle Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft stößt auf heftige Kritik durch Lobbyismusgegner. "Bahr reiht sich damit ein in die lange Liste von Mitgliedern der schwarz-gelben Bundesregierung, die ohne Karenzzeit oder nach nur kurzer Wartezeit zu Unternehmen oder Verbänden gewechselt sind", so etwa der Sprecher von Lobbycontrol, Timo Lange. Seine Organisation fordert schon lange die Einführung einer gesetzlich festgelegten Karenzzeit für Politiker, die in die Wirtschaft wechseln. Christian Bäumler, Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft, halte es für "politisch unerträglich, dass ein Politiker in die Branche wechselt, für deren Regulierung er zuständig war. Dies zerstört das Vertrauen der Bürger in die Integrität der Politik." Auch er schließt sich der Forderung nach einer Karenzzeit für den Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft an. Da in der Europäischen Union eine gesetzliche Karenzzeit von zwei Jahren für ausscheidende EU-Kommissare vorgesehen sei, halte er diese Zeitspanne auch für deutsche Politiker für angemessen.

Bahr indes wies die Lobbyismusvorwürfe zurück. Vielmehr sehe er es als logisch an, im Gesundheitswesen zu bleiben, nachdem er viele Jahre auf diesem Gebiet gearbeitet hat. Die verstrichene Zeit halte er für "hinreichend". Im Anschluss an sein politisches Ausscheiden im September 2013 arbeitete der ehemalige Gesundheitsminister unter anderem für die Denkfabrik "Center for American Progress", die die US-Regierung bei Obamas geplanter Gesundheitsreform beratend unterstützt. Für die FDP wolle sich Bahr künftig nur noch ehrenamtlich kümmern, eine Rückkehr der Partei auf Bundesebene schließe er jedoch nicht aus.

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