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Es fehlt an intelligenten Stromzählern

Energiewende mit weiterer Baustelle

Mittwoch, 01 Oktober 2014 07:00 geschrieben von  Torsten Müller
Stromzähler historisch Stromzähler historisch Quelle: lbme.nrw.de

Berlin - Die Energiewende sollte das Projekt der aktuellen Bundesregierung werden. Deswegen hat man sich auch dazu entschlossen, sie nicht im Umweltministerium, sondern im Wirtschaftsministerium anzusiedeln.

Doch immer mehr Baustellen treten zutage. Sie droht immer teurer zu werden, vor allem, weil die Lasten ungerecht verteilt sind. Verbraucher und kleine Unternehmen müssen immer mehr EEG-Umlage zahlen, während Energiefresser davon befreit werden. Es fehlen bis zum heutigen Tage tausende Kilometer an Leitungsnetz, um den Strom von der Produktionsquelle zum Verbraucher zu befördern. Und Deutschland hinkt den eigenen, recht ambitionierten Versprechen meilenweit hinterher.

Eine weitere Baustelle drohen die so genannten Smart Meter zu werden. Durch diese „intelligenten“ Stromzähler sollten die Verbraucher von schwankenden Strombörsenpreisen profitieren. Ziel der Smart Meter sollte es sein, dass in kurzen Zeitabständen geprüft wird, wie viel Strom zu einem bestimmten Zeitpunkt im Netz verfügbar ist, sodass die Endkunden bei einem Überangebot von sinkenden Strompreisen profitieren könnten. Doch der Einbau dieser Smart Meter dürfte sich deutlich verschieben. Eine zentrale Richtlinie wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr fertiggestellt.

Bis zur Erstellung der Richtlinie kann die Massenproduktion der Geräte nicht beginnen, sodass auch die Lieferung sich deutlich verzögern dürfte. Bereits im Jahr 2007 wurde die Idee eines „intelligenten Stromnetzes“ von der Bundesregierung ins Spiel gebracht, doch bis heute ist das Projekt aus den Kinderschuhen nicht herausgekommen.

Zahlreiche Experten sind der Auffassung, dass ein großer politischer Fehler die Übertragung von weitreichenden Kompetenzen an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) war, das damit völlig überfordert sei.

Die Unternehmensberatung Ernst & Young hat bereits im Jahr 2013 festgestellt, dass die Kosten des Einbaus intelligenter Stromzähler deutlich höher als der potentielle Nutzen seien. Aber Ernst & Young wies auch darauf hin, dass der große Vorteil der Stromzähler ein Zuwachs an Versorgungssicherheit wäre, was möglicherweise den Bau weiterer Stromleitungen überflüssig machen würde.

Die Energiewende ist in vielerlei Hinsicht offenbar nicht zu Ende gedacht. Sie erweist sich als teuer, wenig effizient und bisher nicht wirklich als ökologischer Fortschritt. Möglicherweise liegt das daran, dass es überhaupt kein echtes Konzept gibt, die Bundesregierung sich stattdessen von Emotionen und Wahlkalkülen leiten lassen hat, ohne die relevanten Fakten zu berücksichtigen.

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