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Ausstieg aus der Atomkraft

Eon fordert Millionen als Schadenersatz für Zwangspause nach Fukushimakatastrophe

Donnerstag, 02 Oktober 2014 22:25 geschrieben von  Susanne Hagel
Eon fordert Millionen als Schadenersatz für Zwangspause nach Fukushimakatastrophe Quelle: eon.de

Magdeburg - Nachdem es im März 2011 im japanischen Fukushima durch ein Erdbeben zu einer Nuklearkatastrophe kam, wurden auch in Deutschland für drei Monate die sieben ältesten Atomkraftwerke vorübergehend stillgelegt. Unter anderem traf dies die Meiler Unterweser und Isar 1 des deutschlandweit größten Energieversorgers Eon. Nun klagt dieser gegen Bund und mehrere Länder auf Schadensersatz in Höhe von rund 380 Millionen Euro.

Nach mehrfachen gescheiterten Versuchen auf eine außergerichtliche Einigung, habe man nun Klage am Landgericht Hannover eingereicht. 

Die Bundesregierung habe noch keine offizielle Stellungnahme bekannt gegeben. Es heißt bisher lediglich aus dem Umweltministerium: "Wir nehmen jedoch mit Verwunderung und Bedauern zur Kenntnis, dass der große gesellschaftliche Konsens zu Atomausstieg und Energiewende bei den Energiekonzernen offenbar noch nicht angekommen ist." Neben Eon hatte bereits RWE gegen die Zwangspause seines Atomkraftwerks Biblis geklagt. Die Forderungen an das Land Hessen und den Bund liegen bei 235 Millionen. Doch Eon kündigte bereits an, die Kette an Klagen nicht abreißen zu lassen. Auch gegen die im Atomgesetz festgeschriebene standortnahe Zwischenlagerung des anfallenden Atommülls werde man gerichtlich vorgehen. "Wir sehen uns nicht verpflichtet, die Kosten für eine sachlich nicht begründbare alternative Zwischenlagerung zu übernehmen", so ein Sprecher des Konzerns mit Verweis auf das bewährte Gorleben. Da die gewünschte standortnahe Zwischenlagerung ausschließlich politisch motiviert sei, solle der Staat auch die anfallenden Mehrkosten übernehmen.

Letzte Änderung am Donnerstag, 02 Oktober 2014 22:29
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