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Konjunktur – Problemzone Euro-Zone:

Erneuter Rückgang in Deutschland bei Industrieaufträgen!

Donnerstag, 05 November 2015 22:11 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Erneuter Rückgang in Deutschland bei Industrieaufträgen! Quelle: PIXABAY.COM

Frankfurt am Main - Man möchte doch glauben, dass nach jahrelanger Rettungspolitik innerhalb der Euro-Zone diese langsam in ein nachhaltiges ökonomisch prosperierendes Stadium eingetreten sein sollte und sich die vielfach bemühten Vorteile für Deutschland offenkundig realisieren. Nur ist es ausgerechnet die Euro-Zone, die nicht enden will, eine währungs- wie auch wirtschaftspolitische Problemzone zu sein. Aufgrund der Flüchtlingsinvasion spricht man öffentlich zwar kaum mehr von den wirtschaftlichen Problemfällen innerhalb der EU, doch heißt dies nicht, dass diese durch verschweigen auch verschwinden. Die deutsche Industrie verzeichnete im September zum dritten Mal in Folge einen Rückgang der Aufträge. Und zwar entgegen den von Reuters befragten Ökonomen, die mit einem Zuwachs von 1,0 % rechneten.

Bereits im Juli brachen die Aufträge um 2,2 % ein und im August fielen sie erneut um 1,8 %. Indem dieser Trend bis zum Ende des dritten Quartals anhielt, verzeichnet die deutsche Industrie somit eine Negativ-Serie, wie es sie vor zuletzt vier Jahren gab. Ob diese ökonomische Datenlage angesichts der ausufernden Asylbelastungen und unter Zugrundelegung der brandaktuellen Prognose von SPD-Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, bis 2019 mit einer Million mehr an Hartz-IV-Empfängern aus dem Zuwandererklientel rechnen zu müssen, die Annahme rechtfertigt, „Wir schaffen das“, wie Kanzlerin Merkel tönt, sei einmal dahingestellt. Insbesondere für die politischen EU-Euphoriker sollte besonders interessant sein, dass die Auftragseinbrüche vornehmlich auf die stark nachlassende Nachfrage aus den Ländern der Euro-Zone zurückzuführen sind. Speziell die Aufträge aus der Euro-Zone gingen im September um deutliche 6,7 % zurück. Ebenso von Bedeutung dürfte sein, dass die Aufträge für Investitionsgüter mit einem Minus von 2,9 % gemessen am gesamten Auftragsrückgang überproportional rückläufig waren, was Rückschlüsse auf die zu erwartende wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone zulässt. Der Chefvolkswirt des Bankhaus Lampe, Alexander Krüger, wird dahingehend auch mit der Einschätzung zitiert: "Die Aufträge zeigen derzeit ihr hässliches Gesicht. Das wird sicherlich die Investitionen im vierten Quartal belasten." Demnach noch kein Ende dieses Negativtrends in Sicht.

Die vormaligen Beschwichtigungen des Bundeswirtschaftsministeriums zu den schwächer werdenden Industriedaten, es würde sich dabei lediglich um ein Sommerloch handeln dürften sich vermutlich als starke Untertreibung herausstellen. Zwar ließe sich propagandistisch im Vergleich zum Augusteinbruch das Septemberergebnis noch euphemistisch als abnehmendes Minuswachstum verkaufen, doch muss ernsthaft die Frage gestellt werden, wohin die Reise geht, wenn womöglich absehbar die Schwellenländer aufgrund einer Zinswende bei der amerikanischen Federal Reserve in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Wie ansteckungsgefährdet ist die deutsche Wirtschaft dann gegenüber aufflammenden weltwirtschaftlichen Krisen?

Letzte Änderung am Freitag, 06 November 2015 03:19
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