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Kostenschub durch EEG

Explosion der Stromerzeugerpreise

Freitag, 10 Oktober 2014 14:34 geschrieben von  Johann W. Petersen
Kohlekraftwerk Kohlekraftwerk

Wiesbaden – Die Strompreise sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes innerhalb der letzten 14 Jahre regelrecht explodiert. Derzeit liegen Erzeugerpreise für Strom rund 35 % höher als Anfang des Jahres 2000. Ganz besonders hart trifft die Strompreisexplosion die privaten Haushalte: Hier haben sich die Preise über den Zeitraum von Januar 2000 bis August 2014 nahezu verdoppelt (+ 92 %). Auch industrielle Großabnehmer (+ 76 %) und kleinere Gewerbebetriebe (+ 79 %) müssen deutlich mehr bezahlen. Die Preise für Weiterverteiler lagen dagegen im August 2014 rund 4 % unter den Preisen von Januar 2000.

Das Statistische Bundesamt berichtet weiter: „Den bislang höchsten Stand hatte der Strompreis über alle Abnehmergruppen hinweg im Juli 2008 erreicht: Damals hatte der Preis um 61 % über dem Wert von Januar 2000 gelegen. Vor allem eine verstärkte Nachfrage von Finanzinvestoren auf den Rohstoffmärkten und Konflikte in Nahost hatten für extreme Preise auf den Großhandelsmärkten und im Börsenhandel für Strom gesorgt. Besonders stark waren die Preise für industrielle Großabnehmer (Sondervertragskunden) (+ 68 %) und Weiterverteiler (zum Beispiel Stadtwerke oder Versorgungsunternehmen) (+ 76 %) gestiegen. Private Haushalte hatten im Juli 2008 hingegen nur rund 41 % mehr für Strom gezahlt, kleine Gewerbebetriebe sogar nur 30 %. Hier hatte dämpfend gewirkt, dass die Versorger Strom für kleinere Letztverbraucher längerfristig und in Raten beschaffen.“

Mit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 fielen die Großhandelspreise für Strom wieder deutlich. Für die privaten Haushalte und kleinen Gewerbebetriebe bedeutete dies allerdings keine Erholung, da sich für sie der Strom durch staatliche Belastungen wie die Stromsteuer und die Umlage für die erneuerbaren Energien noch einmal verteuerte, nämlich um mehr als ein Drittel (36 % bzw. 38 %). Viele Industrieunternehmen konnten hingegen von den gesunkenen Großhandelspreisen profitieren, da sie von der EEG-Umlage befreit wurden oder sich direkt an den Strombörsen versorgen konnten. Im August 2014 mussten industrielle Kunden für Strom nur rund 5 % mehr bezahlen als im Juli 2008.

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