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Partech als Lead-Investor gewonnen

Exporo AG: Dr. Björn Maronde ist einer der Köpfe der Hamburger FinTech-Schmiede

Montag, 16 September 2019 18:45 geschrieben von 
Dr. Björn Maronde ist Marketing-Vorstand der Exporo AG Dr. Björn Maronde ist Marketing-Vorstand der Exporo AG Quelle: Exporo AG

Hamburg – Dr. Björn Maronde ist einer jener Macher hinter dem Immobilienfinanzierer Exporo AG. Wenn Projektgesellschaften des Immobiliensektors ihren Kapitalbedarf aus verschiedenen Gründen nicht durch klassische Bankkredite decken wollen, müssen sie die benötigten Investitionsmittel auf anderem Wege einwerben. Immer häufiger bedienen sie sich spezieller Crowdinvesting-Plattformen, auf denen sich Kleinanleger zusammentun und mit ihrer gebündelten Finanzkraft in den Immobilienmarkt investieren. Das war bislang im Wesentlichen institutionellen Anlegern und reichen Privatinvestoren vorbehalten. Für die Bereitstellung von Kapital erhalten die Crowdinvesting-Anleger meist hohe Zinsen bei überraschend kurzen Laufzeiten.

Nach Gründung der Hamburger Exporo AG initiierten Simon Brunke, Björn Maronde, Julian Oertzen und Tim Bütecke im Jahr 2014 ihre gleichnamige Plattform für digitale Immobilieninvestments. Der Online-Marktplatz vermittelt Kapital zwischen privaten Investoren und professionellen Projektträgern ganz zweckgebunden für die Entwicklung und Revitalisierung bestimmter Immobilien. Inzwischen hat das FinTech 204 Immobilienprojekte erfolgreich mitfinanziert und dafür mehr als 498 Millionen Euro Kapital vermittelt. Mehr als 171 Millionen Euro wurden nach eigenen Angaben schon an die Anleger zurückgezahlt. Die Schwarmfinanzierer sprechen selbstbewusst von einer Erfolgsquote von hundert Prozent.

Dr. Björn Maronde, Vorstand für Vertrieb, Marketing und IT, erklärt das Geschäftsmodell Anlegern im persönlichen Gespräch gerne so: „Neben der klassischen Immobilienkapitalanlage machen neue Anlageformen eine unkomplizierte und direkte Investition in Immobilien möglich. Beim Crowdinvesting für Immobilien ist ausgeschlossen, dass Sie sich um die Verringerung von Leerständen, die Bonität von Mietern oder permanente Reparaturen kümmern müssen. Sie können sich online über das Portal von Exporo an attraktiven Immobilienprojekten beteiligen, die Handhabung ist denkbar einfach, das Investieren verläuft transparent. Sie erhalten im Vergleich zu herkömmlichen Immobilienanlagen eine höhere Rendite.“ Der studierte Jurist mit einem zusätzlich erworbenen MBA betont: „Durch kleine Anlagebeträge sind Sie in der Lage, Ihr Immobilieninvestment breit über viele Projekte zu streuen. Jeder Anleger entscheidet selbst, für welche Immobilien er Geld bereitstellt. Privatanleger wissen so genau, welches Projekt sie finanzieren.“

Die Exporo AG setzt auf Immobilien als wertbeständige Sachwerte, die nicht nur der kurzfristigen Renditeerzielung, sondern auch der Altersvorsorge und dem Inflationsschutz dienen. Grundsätzlich bietet man zwei Anlagemodelle an: Bei „Exporo Bestand“ kann man sich mit einer Summe ab 1.000 Euro eigentümergleich an Bestandsimmobilien beteiligen und von Mietüberschüssen und Wertsteigerungen profitieren. Zugesagt wird eine jährliche Rendite von drei bis sechs Prozent. Bei „Exporo Finanzierung“ beteiligt man sich an den Immobilienobjekten erfolgreicher Projektentwickler und verdient am Projekterlös mit. In diese Investments mit einer überschaubaren Laufzeit von 12 bis 36 Monaten kann man schon ab 500 Euro einsteigen und mit einer Jahresverzinsung von vier bis sechs Prozent rechnen. Mit anderen Worten: Die Investmentmodelle „Exporo Bestand“ und „Exporo Finanzierung“ ermöglichen es jedem, mit Mindesteinsätzen von 1.000 Euro beziehungsweise 500 Euro zu Immobilieninvestoren zu werden und sich ein eigenes Portfolio aufzubauen.

Der große Markterfolg gibt Vorstandschef Simon Brunke und Marketing-Vorstand Björn Maronde recht: Im Juni gaben sie bekannt, dass Exporo eine Finanzierungsrunde über 43 Millionen Euro abgeschlossen hat. Daran beteiligten sich der neue Lead-Investor Partech Growth sowie die bisherigen Investoren e.ventures, Heartcore und HV Holtzbrinck Ventures. Bruno Crémel, General Partner bei Partech, sagte zu seinem finanziellen Engagement: „Der Immobilieninvestmentmarkt für Privatanleger ist nicht nur ein riesiger, sondern auch einer der ineffizientesten Märkte. Viele haben versucht, diesen aus verschiedenen Richtungen zu revolutionieren, aber nur sehr wenige haben es geschafft, alle wichtigen Erfolgsfaktoren in diesem Bereich zu kombinieren. Björn Maronde, Julian Oertzen und Simon Brunke, denen wir bei Partech seit vielen Jahren folgen, haben ein vielseitiges Team mit dem richtigen Kompetenzmix zwischen Technologie, Regulierung und Immobilienexpertise zusammengestellt, und das macht Exporo unserer Meinung nach so einzigartig und erfolgreich.“ Man sei sehr stolz darauf, durch die Partnerschaft mit Exporo zu diesem Umbruch in der Immobilienbranche beizutragen und freue sich auf die weitere Kooperation mit den Hamburger Investmentvermittlern, so Crémel.

Für die Exporo AG ist die finanzielle Unterstützung durch Partech ein großer Sicherheits- und Imagegewinn. Die global aktive Investmentgesellschaft mit Büros in San Francisco, Paris, Berlin und Dakar bietet Unternehmen kontinentübergreifend Kapital, operative Erfahrung und strategische Unterstützung in der Seed-, Venture- und Growth-Phase an. Die Investitionen haben eine Größenordnung von 200.000 bis 50 Millionen Euro und richten sich an zahlreiche Technologieunternehmer aus den Bereichen Software, digitale Marken und Dienstleistungen, Hardware und Deep Tech. Von Partech unterstützte Firmen haben bereits mehr als 20 Börsengänge und über 50 größere M&A-Transaktionen mit führenden internationalen Unternehmen abgeschlossen. Auf der Internet-Seite des Investmenthauses wird genau beschrieben, nach welchen Partnern man Ausschau hält: „Die Teams, nach denen wir suchen, verfügen über eine erfolgreiche Kombination aus umfassender Technologie- oder Marktkenntnis, Geschäftssinn, Struktur, Engagement, Ehrgeiz, Ehrlichkeit, Großzügigkeit und Exzellenz. Wir bewundern Gründer, die immer lernen und bereit sind, neue Grenzen zu erkunden. Sie zeigen uns den Weg, wir geben unser Bestes, um ihnen zu helfen, manchmal, indem wir sie herausfordern, aber immer unterstützen.“ Diesen hohen Ansprüchen wird der Exporo-Vorstand offenbar gerecht.

Die 43 Millionen Euro aus der genannten Finanzierungsrunde, deren Umsetzung noch von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Deutschen Bundesbank nach §2c KWG abgesegnet werden muss, will die Exporo AG strategisch investieren. Ziel ist es, die Marktführerschaft in Deutschland bei digitalen Immobilienanlagen noch auszubauen. Dazu wird die Plattform weiterentwickelt und mit neuen Angeboten wie einem Portfoliobuilder und einem Handelsplatz in Echtzeit ergänzt. Mit einem Fokus auf europäische Nachbarländer wird überdies die internationale Expansion vorangetrieben. Derzeit ist Exporo nur auf dem deutschen und österreichischen Immobilienmarkt aktiv. Noch 2019 will man digitale Immobilieninvestments auch in den Niederlanden anbieten und 2020 dann in Frankreich durchstarten, erklärte jüngst Vorstandschef Simon Brunke. Bis Jahresende wird die Mitarbeiterzahl wohl auf 180 steigen. Eingestellt werden sollen vor allem innovative Köpfe für die Sparten Real Estate, Vertrieb und IT.

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