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Finanzierungsanträge von Projektgesellschaften

Frank Kahn und Aras Group setzen auf breitgefächerte Projektfinanzierungen mit arabischem Risikokapital

Freitag, 17 Mai 2019 03:04 geschrieben von 

Dubai – Im November 2013 bekamen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den Zuschlag für die Weltausstellung 2020 in Dubai. Vom 20. Oktober 2020 bis zum 10. April 2021 wird die Expo erstmals im Großraum Naher Osten, Nordafrika und Südasien stattfinden. Die Expo 2020 steht unter dem Motto „Vernetzung der Köpfe, Schaffung der Zukunft“, das in die drei Themen Mobilität, Nachhaltigkeit und Chancen unterteilt ist. Das insgesamt 438 Hektar umfassende Expo-Gelände befindet sich im Stadtteil Dubai South in der Nähe des Al Maktoum International Flughafens. Die Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer beschreibt das Gelände so: „Durch die geografische Lage in Dubai South, auf der Achse zwischen den Metropolen Dubai und Abu Dhabi, sowie in direkter Nähe zu bedeutenden Luft- und Seefrachtknoten, ist der Ausstellungsort logistisch und operativ einmalig aufgestellt. Darüber hinaus dient das Gelände als Ausgangspunkt für die Erschließung eines gesamten neuen Entwicklungsschwerpunktes in Dubai. Die erwarteten 25 Millionen Besucher können mit der bis dahin erweiterten Metro, einem dedizierten Buszubringerdienst (Expo Rider) sowie per Individualverkehr durch ausreichend Parkplätze zum Ausstellungsareal anreisen.“

Die Verantwortlichen wollen 80 Prozent aller Expo-bezogenen Infrastruktur-Investitionen langfristig bewahren und nutzen. So soll die städtische Nutzfläche im Anschluss an die Weltausstellung mehr als verdoppelt und Dubai als internationales Veranstaltungszentrum etabliert werden. Die Expo ist nichts Geringeres als der Ausgangspunkt für die Errichtung einer völlig neuen Stadt – gemeint ist Dubai South.

Projektgesellschaften wie der ortsansässigen Aras Group DWC LLC bieten sich deshalb beste Chancen für renditeträchtige Immobilieninvestments. Das global gut vernetzte Unternehmen ist neben der Immobiliensparte in den Sektoren Investments, Beteiligungen, Unternehmensberatung, Warenhandel und Logistik tätig. Zum Firmenverbund gehören die Aras Investment and Participation Ltd., die Aras Logistic and Distribution Ltd., die Aras Trading and Services Ltd., die Aras Consulting and Advisory Ltd. sowie die Aras Properties Ltd. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass die Aras Group massiv Investorengelder für zwei Vorzeige-Immobilienprojekte in Dubai einwirbt: das „Warsan Village“ und „The Pulse“. Hierbei geht es um exklusive Apartment-Anlagen und Häuser in der arabischen Finanzmetropole.

Das Warsan Village grenzt direkt an die International City und liegt in der Nähe der Sheikh Mohammed bin Zayed Road als berühmtester Autobahn der VAE. Aras beschreibt das Bauvorhaben so: „Warsan Village ist eine in sich geschlossene Gemeinschaft, die speziell für ein ruhiges, entspanntes Familienleben entwickelt wurde, indem sie eine einzigartige Kombination aus Komfort, natürlicher Schönheit und Komfort vereint. Das Wohnelement dieser Entwicklung wird 936 zweistöckige Stadtwohnungen mit jeweils 187 Quadratmetern einschließlich der Terrassen umfassen.“ Das Projekt beinhaltet auch zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Cafés, ein 10.000 Quadratmeter großes Clubhaus und eine 1.000 Quadratmeter große Moschee. Im Süden der Stadt, wo der Al Maktoum International Airport liegt und sich das Hauptgeschehen der Weltausstellung abspielen wird, soll unter dem Namen „The Pulse“ ein neuer städtischer Raum entstehen, der Einzelhandel, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen mit einem neuen Lifestyle-Konzept verbindet. Nach Angaben der Aras Group umfasst das Pulse-Projekt auch großzügig gestaltete Reihenhäuser. Die Gebäude sollen Paaren und Familien modernste Wohnmöglichkeiten bieten und dem Wohnbezirk den Charakter einer Musterstadt verleihen.

Nach Medienberichten hat die Aras Group bis Herbst 2018 Anlagekapital in Höhe von 816,5 Millionen US-Dollar für fast 100 Projekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten vermittelt. Davon soll insbesondere der Immobiliensektor, der Bereich der erneuerbaren Energien, das Gastgewerbe, die Schiffsbranche und die Start-up-Szene profitiert haben. Über die Finanzkraft des Projektunterstützers und Investmentanbieters wundert sich nicht, wer diese Stellungnahme der Aras Group kennt: „Wir haben Zugang zu verschiedenen Kreditgebern in verschiedenen Kreditmärkten, sodass wir die wettbewerbsfähigsten Lösungen für ein Geschäft finden können. Unser Netzwerk von Finanzierern umfasst Banken, Investmentfonds und mehrere Regierungsstellen. Wir haben Subventionen erhalten, um unterschiedliche Projekte zu finanzieren und Start-ups zu fördern. Im Laufe der Zeit haben wir in mehrere internationale Projekte investiert, die heute große Erfolgsgeschichten sind.“ Aras verweist auf Azizi Developments LLC und Nakheel Properties, die man als Schlüsselinvestoren gewonnen habe. Nakheel ist ein staatliches Projektentwicklungs- und Immobilienunternehmen, das im Auftrag der Regierung des Emirats Dubai agiert.

In diesem Jahr will die Unternehmensgruppe ihre Immobilieninvestments in der Golfregion sogar noch verstärken. Unternehmensvertreter Hassan Najjar spricht von einem Investitionsvolumen im hohen dreistelligen Millionenbereich. Fast 200 Millionen US-Dollar sollen allein in ein großes Hotel als noble Altersresidenz fließen. Geplant ist überdies der Bau eines „Wohnturmes“ mit 100 Wohneinheiten, die Investoren käuflich erwerben können, und ein Großprojekt mit rund 1.300 Wohneinheiten. „An den aktuellen Projekten wird deutlich, dass die Aras Group ihre Aktivitäten in der Region VAE, speziell in Dubai, in diesem Jahr noch einmal deutlich ausweiten wird. Hinzu kommen weitere eigene Projekte, zum Beispiel das Expo-2020-Projekt,“ erklärt Hassan Najjar. Grundsätzlich wolle die Aras Group mit der Finanzierung durch Investoren Alternativen zum klassischen Bankkredit anbieten. Auch habe man das Ziel, „eine Verbindung zwischen Arabien und Europa zu schaffen, sodass auch immer mehr europäische Unternehmen die Finanzierungsmöglichkeiten nutzen können“.

Eigenen Angaben zufolge beschäftigt die Aras Group inzwischen mehr als 110 Mitarbeiter. Die Qualifiziertesten von ihnen bekommen täglich Dutzende Finanzierungsanträge von Projektgesellschaften auf den Tisch, die es auf Seriosität, Nachhaltigkeit und Rentabilität zu prüfen gilt. Ist die Vorprüfung positiv ausgefallen, besprechen die Aras-Experten mit den Projektträgern die konkreten Finanzierungsmöglichkeiten. Erst wenn der Kommunikations- und Geschäftsplan endgültig steht, bekommt der Kunde die Projektgelder in Tranchen ausgezahlt.

Als großer Strippenzieher bei der Beschaffung von Aras-Kapital gilt der Deutsche Frank Kahn. Der Key-Account-Manager vermittelt arabisches Geld nach Europa und europäisches in die arabischen Länder. Ihm verdanken mehrere deutsche Start-ups, die bei hiesigen Banken abgeblitzt sind, die Deckung ihres Kapitalbedarfs und damit ihre unternehmerische Existenz. Hinter Kahn sollen sehr kapitalkräftige Familien aus den Golfstaaten stehen, die durch großzügige Bereitstellung von Risikokapital ihren wirtschaftlichen Einfluss in Europa erhöhen wollen.

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