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Obst und Gemüse im Schatten der Ukraine-Krise

Fruchthandel leidet unter russischem Importstopp

Dienstag, 23 September 2014 18:05 geschrieben von  Johann W. Petersen
Fruchthandel leidet unter russischem Importstopp Quelle: pixabay.com

Frankfurt am Main - Die deutschen Obstproduzenten leiden unter dem Einfuhrverbot, das Russland gegen entsprechende Waren verhängt hat. „2013 wurden EU-weit 2,2 Millionen Tonnen Obst und Gemüse nach Russland exportiert – das ist Ware für zwei Milliarden Euro“, erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbandes, Andreas Brügger, gegenüber der „Bild-Zeitung“.

Die überschüssige Ware belaste nun den europäischen Markt und lasse die Preise abstürzen. „Ich gehe davon aus, dass der eine oder andere daran pleitegehen wird“, so Brügger. Verschiedene Obstproduzenten hatten bereits gefordert, den Überschuss, um die Fruchtpreise stabil zu halten.

Weniger dramatisch sieht die Lage offenbar der Gérald Lamusse, Global Brand Manager der Branchenmesse „Fruit Logistica“. In einer Pressemitteilung wird er mit den Worten zitiert: „Das russische Embargo stellt die Branche vor große Herausforderungen, denn die Warenströme werden sich massiv verändern. Daraus ergeben sich Risiken, aber auch große Chancen für diejenigen, denen es gelingt, neue Märkte zu öffnen.“

Die „Fruit Logistica“, die im nächsten Jahr vom 4. bis 6. Februar in Berlin stattfinden wird, gilt als eines der weltweit bedeutendsten Foren für Produzenten, Zulieferer, Groß- und Einzelhändler sowie Dienstleister des Frucht- und Gemüsehandels. Auf der Messe treffen sich alljährlich mehr als 60.000 Einkäufer und Lieferanten aus aller Welt. „Damit bieten wir ein einzigartiges Forum, um neue Absatzkanäle zu erschließen, neue Geschäftskontakte aufzubauen und bestehende Beziehungen zu intensivieren“, so Lamusse. Für 2015 erwartet die „Fruit Logistica“ 2.600 Aussteller.

Moskau reagierte mit seinem Importstopp für Agrarprodukte aus der EU und anderen westlichen Staaten auf die Sanktionen, die gegen Russland verhängt wurden. Davon sind in Europa neben Deutschland vor allem Polen und die Niederlande, aber auch Russlands Nachbarstaaten Finnland und Litauen betroffen. Aus Litauen gingen zuletzt 32 Prozent aller Exporte in die Russische Föderation, darunter knapp ein Drittel der Agrarausfuhren. Nach einer Schätzung des Fernsehsenders RT sind von den Maßnahmen Waren im Wert von über 800 Milliarden Euro betroffen, was immerhin 2,5 Prozent des litauischen Bruttoinlandsprodukts ausmacht.

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