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Wie die Chefs von Goldman Sachs und JP Morgan absahnen

Geldregen für Lloyd Blankfein und Jamie Dimon

Mittwoch, 28 Januar 2015 23:33 geschrieben von  Enno-Martin Cramer
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Magdeburg - Der Präsident des US-Investmentriesen Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hat im Jahr 2014 Bonuszahlungen in Höhe von 7,3 Millionen Dollar eingestrichen. Die Gratifikationen für den 1954 in New York geborenen Top-Banker erhöhten sich damit im Vergleich zum letzten Jahr um rund eine Million Dollar. Auch Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, der gemessen an ihrem Eigenkapital zweitgrößten Bank der Welt, konnte im letzten Jahr erstmals seit 2011 wieder in die Vollen greifen. Der Bonus des 1956 ebenfalls in New York geborenen Managers lag mit 7,4 Millionen Dollar sogar noch leicht über der Draufgabe für Blankfein.

Der CEO von Goldman Sachs hat allerdings beim Gesamtgehalt weiterhin die Nase vorn. Mit 24 Millionen Dollar verdiente er im letzten Jahr vier Millionen Dollar mehr als sein Kontrahent Dimon. Dessen Gesamtgehalt von 20 Millionen Dollar blieb in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, während Blankfein, der von Goldman Sachs bereits 2013 eine saftige Gehaltserhöhung von rund zehn Prozent bekam, eine Million Dollar mehr verdiente als 2014. Dass der Chairman von JP Morgan beim Verdienst nicht zulegen konnte, führen Brancheninsider vor allem auf eine milliardenschwere Fehlspekulation der amerikanischen Großbank in London zurück.

Goldman Sachs ist erst kürzlich für die hohen Bonuszahlungen an seine Manager kritisiert worden. Nach Angaben der „New York Times“ erhielten die 121 „risk takers“ der Investmentbank 2013 im Schnitt 4,7 Millionen Dollar. Gleich dahinter folgt Konkurrent JP Morgan, der an seine 209 Risikoträger durchschnittlich jeweils 2,2 Millionen Dollar auslobte. Gegenüber den Hunderten von Millionen und Milliarden, die manche Chefs von Hedgefonds oder Beteiligungsgesellschaften verdienen, sind die Gehälter und Boni für Blankfein, Dimon & CO. allerdings Peanuts.

Spitzenreiter ist hier David Tepper, der 1993 den Hedgefonds Appaloosa Management gründete und im vergangenen Jahr die unfassbare Summe von 3,5 Milliarden Dollar – rund zehn Millionen Dollar pro Tag – verdiente. Platz zwei der größten Absahner an der Wall Street belegt Steven Cohen von SAC Capital Advisors, der 2013 rund 2,4 Milliarden Dollar einstrich. Dicht darauf folgt John Paulson, Gründer und Präsident der Investmentgesellschaft Paulson & Co., mit 2,3 Milliarden Dollar. Paulson erlangte im Zuge der US-Subprime-Krise 2007 zweifelhafte Berühmtheit. Er hatte mit seinem Fonds rechtzeitig gegen den kurze Zeit späterabstürzenden Immobilienmarkt gewettet und strich damit rund 3,7 Milliarden Dollar Gewinn ein, während die Subprime-Krise zur weltweiten Finanzkrise auswuchs und unzählige Existenzen vernichtete. Gewinner der Krise waren vor allem Goldman Sachs und JP Morgan.

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