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Schwächen einer Volkswirtschaft

Große Unterschiede bei den Arbeitskosten in Ost und West

Donnerstag, 24 Juli 2014 14:47 geschrieben von  Susanne Hagel
Bundesagentur für Arbeit Bundesagentur für Arbeit Quelle: wikipedia.org

Berlin - Noch immer klaffen wirtschaftlich große Unterschiede zwischen Ost und West. Es fehlt an großen Unternehmen in den neuen Bundesländern, was sich laut Statistischem Bundesamt auch in den Arbeitskosten niederschlägt. Den Angaben der EU-Arbeitskostenerhebung für 2012 zufolge mache der Unterschied 27-38% aus: während sie vor zwei Jahren durchschnittlich 23,45 Euro über alle Branchen hinweg im Osten des Landes betrugen, lag der Wert in den alten Bundesländern bei 31,94 Euro.

Die Gründe, weshalb der Osten auch nach 25 Jahren so hinterherhinkt, seien mannigfaltig. Zu wenig Großunternehmen, aber auch fehlende Forschung und Entwicklung seien neben der Zahlung geringerer Löhne die Hauptgründe. Die tarifliche Angleichung sei zwar großteils gelungen, man müsse aber bedenken, dass auch in Bereichen wie beispielsweise Metall- und Elektroindustrie in Ost länger als in West für das gleiche Geld gearbeitet werden müsse. Rund die Hälfte der Arbeitnehmer arbeiten deutlich unterhalb ihres Tarifs, weil die Firmen keine Tarifbindung haben.

Die Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den Bruttolöhnen, weiteren Lohnbestandteilen wie Sonderzahlungen und vermögenswirksamen Leistungen, Aufwendungen der Arbeitgeber im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung und dem Arbeitgeberanteil für die Sozialversicherungen, welche entsprechend niedriger bei geringerem Lohn ausfallen.

IWH-Experte Ludwig kommt nicht umhin die deutlichen Unterschiede bei den Arbeitskosten als ein „Zeichen der wirtschaftlichen Schwäche Ostdeutschlands und vor allem der Strukturschwäche der neuen Bundesländer" zu bewerten. Für ihn sei "der wirtschaftliche Aufholprozess ist ins Stocken geraten. Der Abstand zwischen Ost und West zementiert sich“.

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