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Spannungsfeld Deflation-Inflation:

Hält die Geldentwertungs-EZB das Gold interessant?

Dienstag, 16 September 2014 17:21 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Goldbarren Goldbarren Quelle: pixabay.com

Frankfurt am Main - Gold, das glänzende Edelmetall geriet zwar in jüngster Zeit unter Druck, doch bleibt es angesichts der EZB-Druckerpresse dennoch eine Investmentperspektive. Tatsächlich wäre das Zentralbankmandat der Preisstabilität erfüllt, allerdings entwickelte sich in orwell´scher Neusprechmanier eine Deutungsveränderung, die erst bei jährlich ca. 2%iger Kaufkraftentwertung von „stabilen“ Preisen spricht... Die kreative Auslegung des Preisstabilitätsmandats der so deflationsphoben EZB soll seit der Euro-Einführung einen Kaufkraftverlust von gar 30 % zu verantworten haben. Angesichts dessen verwundert es, daß keine namhaften Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt die ketzerische Frage stellen, ob nicht ein klein wenig Deflation geradezu eine Korrektur einer Fehlentwicklung darstellen könnte.

Die Fondsverwalter Martin Mack und Herwig Weise halten in einem n-tv-Gastbeitrag dem „draghischen“ Inflationsgenerator am Beispiel der seit Jahren fallenden Preise in der Unterhaltungselektronik entgegen, daß sinkende Preise nicht zwingend in Kaufzurückhaltung münden müssen, da die genannte Branche bekanntlich geradezu boomt. Insbesondere mit der historischen Inflationserfahrung Deutschlands sollte man sich des deutschen Ökonomen Arthur Salz erinnern, der bereits 1932 auf die wesentlich häufigere Parallelität wirtschaftlicher Aufschwünge bei sinkenden Preisen, respektive  im Gegenzug inflationsbegleiteter Rezessionen in der Wirtschaftsgeschichte hinwies. Eine Erkenntnis, die im Übrigen die US-Notenbank von Minneapolis im Jahre 2004 in einer Studie bestätigte.

Darüber hinaus zeigt abseits einer einseitigen Verbraucherpreisbetrachtung ein Blick auf die Vermögenspreise vielmehr alles Andere als ein ausschließliches Deflationsszenario. Der Aktienindex atmet Höhenluft und die Immobilienpreise in den Ballungsgebieten kennen nur die Richtung nach oben. Weshalb also arbeitet die EZB-Politik mit solcher Vehemenz an mit Innovationspotential aufgeladenen Rahmenbedingungen? Am Ende begünstigt EZB-Chef Mario Draghi womöglich lediglich eine vielfache staatliche Insolvenzverschleppung.

Wie schützt sich aber der Sparer am besten gegen einen Damoklesdreiklang von Kaufkraftverlust mit Ansage, Anlageblasen und Währungsrisiken? Hier könnte - trotzdem es in jüngster Zeit immer wieder unter Druck geriet – der Grund zu suchen sein, warum physisches Edelmetall wie Gold oder auch sein „kleiner Bruder“ das Silber als Anlageprodukt nach wie vor im Gesichtskreis um Vermögensschutz bemühter konservativer Investoren bleibt. Aus kurzfristig spekulativer Sicht gehen erstaunlicherweise die weltweiten Krisen derzeit wirkungslos am Gold vorbei, doch dürfte die Ankündigung der Federal Reserve, die Anleihekäufe weiter zurückzufahren den Dollar gegenüber dem Euro weiter stärken, was aufgrund der Dollarnotierungen beim Gold Währungsspekulationen ermöglicht. Weiterhin bleibt als die spannende Frage auf der Tagesordnung: Welcher Wert währt?

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