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E.on will Geschäft mit Kohle, Öl und Gas aufgeben

Hochverschuldeter Energiekonzern verkündet drastischen Wechsel zu Erneuerbaren Energien

Dienstag, 02 Dezember 2014 07:18 geschrieben von  Susanne Hagel
Hochverschuldeter Energiekonzern verkündet drastischen Wechsel zu Erneuerbaren Energien Quelle: E.on

Magdeburg - Der hochverschuldete Energiekonzern E.on will sich heute in einer Pressekonferenz zu seinen vorab bereits angekündigten Umbauplänen äußern. Angeblich plane der Konzern den Ausstieg aus dem Kohle-, Öl- und Gasgeschäft zugunsten von Erneuerbaren Energien.

"Die drastischen Veränderungen der globalen Energiemärkte, technische Innovationen und wachsende, individuellere Kundenerwartungen erfordern einen mutigen Neuanfang", so Aufsichtsratsvorsitzender Werner Wenning. Zukünftig werde man vollständig aus dem Geschäft mit der konventionellen Energieerzeugung, Atomkraft, dem Energiehandel und der Förderung von Rohstoffen aussteigen. Stattdessen wolle sich E.on auf Erneuerbare Energien,  Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren, wie einer Mitteilung des Konzerns zu entnehmen war. "Das bisherige breite Geschäftsmodell von Eon wird den neuen Herausforderungen nicht mehr gerecht. Deshalb wollen wir uns radikal neu aufstellen." Den Angaben zufolge wolle man die Abspaltung der konventionellen Energieträger in zwei Jahren realisieren. "Die drastischen Veränderungen der globalen Energiemärkte, technische Innovationen und wachsende, individuellere Kundenerwartungen erfordern einen mutigen Neuanfang", betonte Konzernchef Johannes Teyssen. Dafür würden im kommenden Jahr die Investitionen von vormals 500 Millionen Euro auf 4,8 Milliarden Euro erhöht. Auch seien keine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu befürchten, heißt es. Man wolle arbeitsplatzerhaltend umbauen. Wie genau das erfolgen soll, angesichts der Tatsache, dass der verbleibende Teil von E.on nur noch 40.000 Beschäftigte, und somit die Hälfte der aktuellen Mitarbeiterzahlen, haben wird, blieb offen.

Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Überalterung einiger Meiler brechen Energiekonzernen wie E.on immer mehr Geschäfte weg. Entsprechend der derzeitigen Politik werden bald immer mehr Kraftwerke stillgelegt werden. E.on versuchte bisher beide Sparten abzudecken, forciert nun aber die drastische Trennung. "Beide Ansätze unterscheiden sich so grundlegend voneinander, dass die Fokussierung in zwei getrennten Unternehmen die besten Zukunftsperspektiven bietet", so E.on-Chef Teyssen. E.on hatte sich in diesem Jahr hochverschuldet: mit rund 31 Milliarden Euro steht der Konzern in den roten Zahlen. Vor allem Wertberichtigungen der südeuropäischen Kraftwerke würden zu einem "erheblichen Konzernfehlbetrag im Geschäftsjahr 2014" führen. E.on verkaufte bereits  für rund 2,5 Milliarden Euro seine Spanien- und Portugalgeschäfte an das australische Unternehmen Macquarie und prüfe zudem den Verkauf auch des italienischen Geschäfts, sowie das Explorations- und Produktionsgeschäft in der Nordsee. Man wolle deshalb für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 den Aktionären eine feste Dividende von 50 Cent je Anteilschein auszahlen. Das sind zehn Cent je Papier weniger als im Vorjahr.

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