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Alexander Zacke und Georg Untersalmberger

ISA Auctionata Auktionen AG mit agressiver Markteting-Strategie

Donnerstag, 03 Juli 2014 18:14 geschrieben von 
ISA Auctionata Auktionen AG mit agressiver Markteting-Strategie Quelle: (Screenshot) auctionata.de

Berlin - Die "ISA Auctionata Auktionen AG" (HRB 155814 B) vom feinen Berliner Kurfürstendam macht verstärkt mit aufwendiger und kostspieliger Internetwerbung auf sich aufmerksam. Man versteht sich als großes Auktionshaus für exklusive Kunst. Doch hält die ISA Auctionata Auktionen AG auch was sie verspricht?

Die Gesellschaft wird durch ihre Vorstände Alexander Zacke, Georg Untersalmberger, Jan Thiel, Susanne Zacke und Christof Schminke vertreten.

Das Berliner Unternehmen ISA Auctionata Auktionen AG, gemeinhin als „Auctionata“ bekannt, sieht sich als "Erfinder" der Online-Live-Auktion und hat mittlerweile rund 60.000 registrierte Kunden aus über 100 Ländern. Dabei werden die Auktionen der Kunstwerke, deren Wert zuvor durch einen professionellen Schätzungsdienst ermittelt wurde, per Livestream ins Internet übertragen.

Auctionata ist wie Ebay eine Aktiengesellschaft. Sechs Investoren stehen dahinter. Die Firma wurde 2012 von Alexander Zacke und Georg Untersalmberger mit Kapital der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und der Otto Group gegründet. Im vergangenen März ist das Venture-Capital-Unternehmen Earlybird mit 20,2 Millionen US-Dollar eingestiegen. Mittlerweile beschäftigt die Firma über 140 Mitarbeiter und hat neben der Berliner Hauptniederlassung Büros in London und Zürich, eine Zentrale für die USA in New York soll bald folgen.

Das Unternehmen hält den Rekord des höchsten Preises für ein Online-Versteigertes Werk in Höhe von über 1,8 Millionen Euro und auch den für die höchste Online-Uhrenversteigerung für knapp 500.000 Euro. Der Service ist zu 100 Prozent onlinebasiert, von der Bewertung und Schätzung bis zur Versteigerung. Auctionata hat über 60.000 Nutzer, mit einer Zuwachsrate von etwa 150 Nutzer am Tag. Bisher wurden über 15.000 Objekte mit einem Warenwert von etwa 33 Mio. Euro erfolgreich akquiriert.

Negative Schlagzeilen machte das Unternehmen durch ein sehr agressives Online-Marketing-Modell: wer einmal auf die Webseite von Auctionata geht, erhält durch die Algorithmen permanent Werbung auf die Suchseiten wie Google. Da wird mit Begriffen wie „Auktionshaus München“ geworben, obwohl es diese Häuser – außer der Berliner Zentrale – in Wirklichkeit gar nicht gibt. Wer auf die Seite des jeweiligen Auktionshauses klickt, bekommt lediglich mitgeteilt, dass die Auktionen „ausschließlich von erfahrenen und lizenzierten Auktionatoren durchgeführt“ werden. Auch eigene Gütesiegel werden von der Firma scheinbar frei erfunden, um die eigene Glaubwürdigkeit zu untermauern; genau damit aber bewegt sich die Firma am Rande der Seriosität.

Das üble Marketingkonzept hat dazu geführt, dass in Berlin und Wien Klagen gegen das „Key-Word-Advertising“ von Auctionata eingereicht wurden. Hierbei ging es darum, dass die Firma über Yahoo und Bing monatelang Anzeigen schalten lies, die eine geschäftliche Verbindung zwischen dem Kunsthandelsportal und renommierten anderen Unternehmen/Auktionshäusern suggerierten.

Das Landgericht Berlin sah es als erwiesen an, dass Auctionata die geschäftliche Bezeichnung des Auktionshauses Dannenberg im geschäftlichen Verkehr unbefugt in einer Weise nutzte, die geeignet ist, Verwechslungen hervorzurufen. Für jeden Fall der Zuwiderhandlung droht Auctionata nun ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 Euro.

Zu der Bonität der Firma lässt sich direkt noch nicht viel sagen. Jedoch gibt es entsprechende Informationen zu den Tochterfirmen „Auctionata Beteiligungs AG“ sowie „Auhtionata Versteigerungs- und Pfandleihgewerbe GmbH“: beide Firmen haben eher mäßige Bonitäten, die Kreditlimitempfehlung bei einigen Bonitätsanalysen liegt unter 10.000 Euro.

Bilanzen wurden bisher nicht veröffentlicht. Es ist lediglich bekannt, dass sich der Umsatz 2013 auf 10,7 Millionen EUR belief.

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