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IfM-Studie:

Jobmotor Familienunternehmen!

Dienstag, 12 Januar 2016 03:28 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Logo IfM-Bonn Logo IfM-Bonn Quelle: Institut für Mittelstandsforschung Bonn

Berlin/Bonn – Das IfM Bonn führt im Auftrag der Deutschen Bank AG und des BDI regelmäßig Studien über die größten Familienunternehmen in Deutschland durch. Das nun veröffentlichte sechste Kennzahlen-Update untersucht die volkswirtschaftliche Bedeutung der 4.497 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Dafür wurden ihre Bilanz und GuV-Kennzahlen der Jahre 2012 und 2013 und die bereits veröffentlichten Daten von 2014 analysiert. Laut dieser aktuellen Studie weisen sich insbesondere die Familienunternehmen als Wachstumsmotor und bedeutender Stützpfeiler der deutschen Wirtschaft aus. Dem besagten Kennzahlen-Update ist hinsichtlich der untersuchten Familienunternehmen ein deutlicher Beschäftigungszuwachs und ein Anstieg der Eigenkapitalquote auf überdurchschnittliche 37 % zu entnehmen. Der Beschäftigungszuwachs in Familienunternehmen fällt sogar deutlich höher aus als in allen Unternehmen insgesamt, weshalb an der besonderen Bedeutsamkeit für den Arbeitsmarkt nicht zu zweifeln ist.

Vor allem die größeren Familienunternehmen erweisen sich als sehr erfolgreich. Die rund 4.500 größten dieser Firmen haben 2013 – dem Jahr, für das aktuelle Daten vorliegen – etwa 3 % mehr Mitarbeiter beschäftigt als im Vorjahr, womit die Zahl der Stellen mehr als doppelt so stark wie in allen Unternehmen wuchs (plus 1,3 %). Gegenwärtig arbeiten 17 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hierzulande in einem der großen Familienunternehmen. Gerade in Zeiten unsicherer Finanzmärkte und Bankenkrisen mit infolge unsicheren Auswirkungen auf die Kreditvergabe ist ein hervorstechendes Ergebnis der Analyse von besonderer Aussagekraft, und zwar die im Vergleichswert aller Unternehmen mit mindestens 50 Mio. €  Jahresumsatz im selben Jahr um 6 % höhere Eigenkapitalquote. Eine zudem volkswirtschaftlich geradezu erstaunliche Erkenntnis ist, dass, obwohl die rund 4.500 größten Familienunternehmen nur 0,1 % aller Unternehmen in Deutschland ausmachen, diese 20 % des Gesamtumsatzes in Deutschland generieren.

Die IfM-Präsidentin, Prof. Friederike Welter, gab den interessanten Hinweis, dass diese wirtschaftlich gesunde Lage der Familienunternehmen durchaus auf für solche Unternehmen typische andersgelagerte betriebswirtschaftliche Schwerpunktsetzungen als bei anderen Unternehmensformen zurückzuführen ist. Sie führt in diesem Zusammenhang aus: „Die größten Familienunternehmen suchen weiterhin vor allem, ihre finanzielle Stabilität zu sichern und ihre Unabhängigkeit zu festigen. Beides trug dazu bei, dass sie auch 2013 rentabler wirtschaften konnten als Nicht-Familienunternehmen.“ Die gute Eigenkapitalausstattung wird von Autoren der Studie als perspektivische Ausgangsposition für Innovationen und Wachstum gesehen, aber dennoch mahnt der Vorsitzende des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses, Hans-Toni Junius, die Politik, bei der Reform der Erbschaftsteuer daher alles zu unterlassen, was dieses Erfolgsmodell gefährden könnte.

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