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Begeisterung für Orientmalerei

Königliche Sammellust in der Staatsgalerie Stuttgart zu bewundern!

Freitag, 26 September 2014 18:22 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Königliche Sammellust in der Staatsgalerie Stuttgart zu bewundern! Quelle: staatsgalerie.de

Stuttgart - Die Staatsgalerie Stuttgart und die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg nehmen den 150. Todestag König Wilhelms I. zum Anlaß, sein beachtliches Engagement für die Kunst erstmals zum Thema einer Ausstellung zu machen. In einer mehr als 100 Exponate umfassenden Schau werden unter der Schirmherrschaft S. K. H. Carl Herzog von Württemberg bedeutende Kunstwerke der öffentlichen und privaten Sammlung besagten Königs zusammengeführt. Anläßlich des königlichen Geburtstags ist die bis zum 26. Oktober andauernde Ausstellung ab dem 27. September von einer Vielzahl an Sonderveranstaltungen begleitet. Die heutige Staatsgalerie wurde von Wilhelm I. im Jahr 1843 als „Museum der Bildenden Künste“ eröffnet, und erhielt jährlich zum königlichen Geburtstag am 27. September ein Gemälde. Die Kopien Alter Meister, die er für seine Privaträume fertigen ließ, verraten einen Mann mit Sinn für die erotische Komponente, der seine Gemächer gerne mit zahlreichen weiblichen Figuren mit viel nackter Haut zierte. In Wilhelms I. Regierungszeit (1816 - 1864) waren romantische Landschaft en vogue, kamen die ersten spätbiedermeierlichen, leicht historisierenden Genreszenen auf und auch die Orientmalerei blies das erste exotische Lüftchen durch die Kunstszene.

Auf letztgenanntem Gebiet war der württembergische Monarch als Sammler ein Vorreiter.  Zwar förderte er zeitgenössische und heimische Künstler, doch zufolge seiner Begeisterung für die Orientmalerei ließ er die Wilhelma als „Alhambra am Neckar“ errichten und trug eine 600 Werke umfassende Sammlung mit exklusiven Gemälden mit orientalischen Motiven zusammen. Mit dem Ende der Monarchie wurde die königliche Privatsammlung 1918 durch mehrere Versteigerungen in alle Welt zerstreut. Für die Ausstellung kehren nun zentrale Werke dieser königlichen Sammlung für kurze Zeit nach Stuttgart zurück. Den Grundstock für die bedeutende Sammlung italienischer Barockmalerei der Staatsgalerie bildet die umfassende „Barbini-Breganze-Sammlung“, die Wilhelm I. 1852 in Venedig erwarb. Eine Auswahl dieser royalen Geschenke wird seit Jahrzehnten erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Anhand der ausgestellten Werke wird Wilhelms Schwärmerei für romantische Frauengestalten deutlich.

Ausgestellt wird unter anderem beispielsweise eines der Lieblingsbilder des Königs, nämlich „Römerin aus Albano“ von August Heinrich Riedel, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts einer der gefragtesten Genre- und Porträtmaler war. Dies Bild wurde im Bestandskatalog der königlichen Sammlung von 1852 wegen der Dargestellten „schelmisch-graziösem Lächeln“ und der „so lieblichen Vollendung“ hervorgehoben. Zudem finden sich unter der Vielzahl an Exponaten z. B. Alexander Bruckmann „Odysseus und die Sirenen“ (1829), Achille Stochi „Die drei Grazien“ (1842/43), Christian Gottlieb Schick „Apollon unter den Hirten“ (1806/08) oder die Landschaftsmalereien von Gottlob Friedrich Steinkopf „Neckartal“ (1830) und Carl Maria Nicolaus Hummel „Gebirgslandschaft“ (1852) oder die äußerst liebreizende Sklulpturendarstellung „Amor der Venus einen Dorn ziehend“ (1839/41) von Pietro Tenerani. Zu besuchen ist die Staatsgalerie täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr.

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