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Honorarverhandlungen für 2016:

Kassenärztliche Bundesvereinigung und Gesetzliche Krankenkasse noch uneins!

Donnerstag, 27 August 2015 00:29 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
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Berlin - Nach zwei Verhandlungsrunden dauern die diesjährigen Honorarverhandlungen für 2016 zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weiter an, nachdem man am 12. und 19. August zu keinen abschließenden Ergebnissen gelangte. Dabei geht es um die Höhe der Mittel, die die gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr für die ambulante Versorgung ihrer rund 70 Millionen Versicherten durch die etwa 165.000 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten bundesweit bereitstellen. Im Fokus stehen dabei die Preise und Menge ärztlicher Leistungen. Die beiden Verhandlungspartner sind gemäß Sozialgesetzbuch V verpflichtet, die jährliche Anpassung des Orientierungswertes zur Vergütung ärztlicher Leistungen sowie des Behandlungsbedarfs festzulegen. Der Orientierungswert bestimmt maßgeblich den Preis für eine Untersuchung oder Behandlung und liegt aktuell bei 10,2718 Cent. Im nächsten Jahr müssen die Krankenkassen nach einer Einigung im Bewertungsausschuß aufgrund des steigenden Behandlungsbedarfs rund 250 Mio. € mehr bereitstellen, die sich aus den regionalen diagnose- und demographiebezogenen Veränderungsraten ergeben.

Worauf man sich auch in der zweiten Verhandlungsrunde noch nicht einigen konnte, war die Anhebung des Orientierungswertes, sprich die Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen, die sich laut KBV aus gestiegenen Kosten für Miete, Personal, Geräte etc. ergeben. Die Verhandlungen im Bewertungsausschuss zum Orientierungswert sollen Anfang September fortgesetzt werden. Dabei wird es darum gehen, welche Investitions- und Betriebskosten der Arztpraxen in die Preisberechnung einfließen. KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen fordert einen vollen Ausgleich der gestiegenen Betriebskosten, diesbezüglich auch die Systematik zur Ermittlung des Preisanstiegs noch strittig ist. Die letztendlich dann auf Bundesebene erzielten Ergebnisse bilden die Grundlage für die anschließenden Verhandlungen zwischen den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen und den regionalen Krankenkassen, da es eine Länderangelegenheit ist, wie viel Geld letztlich für die medizinische Versorgung der Menschen in den einzelnen KV-Bereichen bereitsteht. Im vergangenen Jahr stiegen die  Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen um 1,4 %. Außerdem stellten die Krankenkassen 264 Millionen Euro zusätzlich zur Förderung der haus- und fachärztlichen Grundversorgung bereit.

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